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Artikel vom Samstag, 10. November 2012

Lockout-Tagebuch, Teil 56: Verhandlungen stocken wieder

Donald Fehr und Gary Bettman<br/>Fotos: imago<br/>

Donald Fehr und Gary Bettman
Fotos: imago

Nach drei hoffnungsvollen Tagen mit Verhandlungen hat der vierte Tag NHL und NHLPA in ihren Bemühungen, einen neuen Rahmentarifvertrag auszuhandeln, offenbar wieder zurückgeworfen bzw. einer Einigung nicht näher gebracht, auch wenn Unions-Verhandlungsführer Donald Fehr erstmals öffentlich davon ausging, dass beide Parteien nicht mehr viel trennt.

"Wir haben uns einige der Zahlen der verschiedenen Vorschläge angesehen und wir dachten eigentlich, dass wir schon sehr nah beisammen wären", sagte Fehr am Freitagabend. "Doch dann haben die NHL-Leute uns gesagt: Nein, das stimmt nicht. Wir sind noch sehr weit von einem Deal entfernt."

NHL-Commissioner Gary Bettman wollte nach den viereinhalb Stunden andauernden Gesprächen in einem Büro einer New Yorker Anwaltskanzlei keine Kommentare in eine bestimmte Richtung abgeben. "Wir warten nun darauf, dass die NHLPA wieder auf uns zukommt. Fehr fuhr fort: "Ich weiß nicht, was nun passieren wird." Bettman: "Ich möchte keine Hoffnungen schüren, bis wir ein Resultat erzielt haben. Und das heißt für mich, dass wir wieder spielen!"

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Fehr sagte außerdem, dass es nicht der Wahrheit entspreche, dass die NHL in ihrem letzten Vorschlag zugesichert hätte, dass alle bestehende Verträge voll ausbezahlt würden. "Ich weiß auch gar nicht, woher das kommt", sagte er. Dieses Thema ist eines der wichtigsten momentan in den Verhandlungen. Die Spieler möchten zwar voll ausbezahlt werden, gleichzeitig will die NHL den Anteil der Einnahmen, den die Spieler erhalten, reduzieren.

Die Liga beharrt laut Medieninformationen zudem weiter auf ihren Vorschlägen zu Änderungen bei Verträgen. Damit sollen in erster Linie Schlupflöcher bei Langzeitverträgen gestopft werden, mit denen Salary-Cap-Summen gedrückt wurden. Auch bei Free Agents und Schiedsgerichtssprüchen soll es Änderungen geben.

Von Arbeit, die beide Parteien vor sich hätten, sprach Gary Bettman am Donnerstag. Donald Fehr stimmte ihm am Freitag zu: "Wenn Gary sagt, dass wir noch Arbeit vor uns haben, muss ich sagen, er hat recht. Wir haben wirklich noch eine Menge Arbeit vor uns!"

Michael Bauer

Das Lockout-Tagebuch (56 Einträge)