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Artikel vom Samstag, 10. November 2012

Zlin gedachte Rachunek und der anderen Opfer von Jaroslawl

Karel Rachunek gehörte 2010 bei der WM in Deutschland dem tschechischen Weltmeisterteam an<br/>Foto: City-Press

Karel Rachunek gehörte 2010 bei der WM in Deutschland dem tschechischen Weltmeisterteam an
Foto: City-Press

Im ausverkauften Eisstadion von Zlin gedachten am Freitag 7000 Menschen dem auf tragische Weise verstorbenen Verteidiger Karel Rachunek und der weiteren Spieler von Lokomotive Jaroslawl, die vor 14 Monaten bei einem Flugzeugunglück ums Leben kamen. Vor dem Benefizspiel, das Jaroslawl mit 4:1 über Gastgeber PSG Zlin gewann, wurde Rachuneks Trikot mit der Nummer 4 unter dem Hallendach gehisst. Der Zliner Club wird diese Nummer schon nicht mehr vergeben.

Dem emotional geprägten Spiel voraus ging eine Gedenkzeremonie, bei der Rachuneks Familie die tragende Rolle spielte. Karels jüngere Brüder Ivan und Tomas, die bei Sparta Prag unter Vertrag stehen, hissten das Trikot des Verstorbenen. Vater Karel Rachunek sen. nahm in memoriam für seinen Sohn einen Ehrenpreis der Stadt aus den Händen des Zliner Oberbürgermeisters entgegen und begleitete seinen fünfjährigen Enkel Matej auf das Eis, als dieser das Ehrenbully vollzog.

Zum Gedenken an ihren ehemaligen Mitstreiter und Kameraden war auch eine Reihe von Spielern angereist, deren Wege sich mit der Karriere von Karel Rachunek gekreuzt haben. Zu diesen Spielern gehörten Jaromir Jagr, Patrik Elias, Tomas Plekanec, Jakub Klepis, Martin Havlat und der Brünner Verteidiger Tomas Zizka, der zu Beginn der Profi-Laufbahn von Rachunek mit diesem ein Abwehrduo bildete. "Es war eine ausgezeichnete Idee. Zlin als Stadt, der Club und Petr Cajanek haben sich sehr engagiert und eine würdige wie schöne Ehrung veranstaltet. Man konnte daraus ersehen, welch großer Spieler Kaja war und welch große Spuren er im tschechischen Volk hinterlassen hat", sagte Elias.

Die Idee zu diesem "Gedenkspiel" hatte Karel Rachunek sen. Auf sein zu Jahresbeginn an den Club in Jaroslawl geschicktes Schreiben erhielt er prompt eine zustimmende Antwort. Die Verantwortlichen in Jaroslavl nahmen die Veranstaltung sehr ernst und verlegten eigens dazu ihr Trainingscamp von der Schweiz nach Zlin. Die Veranstalter revanchierten sich damit, indem sie dem Team von Lokomotive die Trainingseisfläche, den Kraftraum und weitere Details kostenlos zur Verfügung stellten. Die Einnahmen des Benefizspiels kommen karitativen Zwecken zugute, sagte Karel Rachunek sen.

Alle Wechsel der NHL-Spieler nach Europa auf einen Blick (26 Einträge)

      


Der HC Vitkovice hat seinen zweiten NHL-Lockout-Spieler nach Roman Polak mit Verteidiger Filip Kuba unter Vertrag genommen. Der 35-jährige tschechische Nationalspieler kommt von den Florida Panthers, zu denen er nach zwölf Jahren zurückkehrte. Insgesamt hat der Weltmeister von 2001 schon 823 NHL-Partien bestritten. In Vitkovice hat Kuba, der zuletzt im Nachwuchsbereich für seinen Heimatclub auf dem Eis stand, schon am Trainingsbetrieb teilgenommen. Vitkovice erwartet zudem noch Verteidiger Pavel Kubina, zuletzt bei den Philadelphia Flyers, der aber zunächst noch die weitere Entwicklung beim NHL-Lockout abwarten wollte.

Lothar Martin


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