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Artikel vom Freitag, 11. Januar 2013

Über 6.200 Fans in Frankfurt sehen Hessenderby mit vielen Nebengeräuschen

Die Botschaft der Löwen-Fans an den Gästecoach.<br/>Foto: Storch<br/>

Die Botschaft der Löwen-Fans an den Gästecoach.
Foto: Storch

Mit Bildergalerie: Zwei Handynummern, ein (über-)motivierter Stadionsprecher und ein Heimsieg für die Löwen - das erste hessische Derby der West-Endrunde hatte einiges zu bieten. Spielerisch war die Begegnung nicht unbedingt auf Top-Niveau, doch allein die Atmosphäre von 6.266 Zuschauern an einem Donnerstagabend in der dritthöchsten deutschen Spielklasse stellt diese Tatsache in den Hintergrund. Die Löwen gewannen eine enge Partie am Ende mit 4:2, obwohl Bad Nauheims Goalie Thomas Ower wieder einmal eine blendende Vorstellung ablieferte.

Doch den ersten Aufreger gab es bereits vor dem Spiel. Frankfurts Stadionsprecher Rüdiger Storch heizte die Stimmung in der Eissporthalle am Ratsweg an, indem er - passend als Antwort auf die harte Kampfansage von Teufel-Coach Frank Carnevale ("Wir wollen Frank Gentges ein wenig zum Weinen bringen") zu Wochenbeginn - diesen weinend und auf dem Eis liegend nachahmte. Dies verärgerte die Verantwortlichen den Bad Nauheimer so sehr, dass sie nach dem Spiel einen Zusatzmeldebogen an den Verband schickten. Darin ist unter anderem die Rede von einem "verspottendem, unsportlichen Verhalten" des Frankfurter Stadionsprechers. Storch selbst konnte über diese "Anklage" nach dem Spiel nur lachen. "Die Bad Nauheimer wollten, dass wir weinen. Also habe ich aus alter Freundschaft ihnen den Gefallen getan", sagte er.

Zudem sorgte ein Spruchband der Löwen-Fans für Erheiterung auf den Rängen. Darauf war zu lesen: "Hey Frank C., wir wissen nicht, wo dein Auto steht, aber wir wissen, wie deine Handy-Nr. geht: 0176/x5xxxxx5." Mit diesem Band nahmen die Frankfurter Fans auf die Vermutung Bezug, dass Carnevale die Handynummer von Löwen-Neuzugang Lanny Gare an die Bad Nauheimer Fans weitergegeben hat. Beim Ex-Kapitän der Teufel klingelt nun seit einer Woche fast ununterbrochen das Mobiltelefon. Löwen-Trainer Frank Gentges meinte zu diesem Thema gegenüber fr-online.de: "Das ist unterste Schublade." Gare selbst fühte hinzu: "Ich kenne Carnevale nicht - und ich möchte ihn auch nie kennenlernen."

Kein Wunder also, dass die Versöhnung auf der Pressekonferenz nach dem Spiel dieses Mal ausblieb. Doch man sieht sich ja schon bald wieder - und dann vielleicht immer noch nicht zum letzten Mal in dieser Spielzeit: Am 27. Januar reisen die Frankfurter zum Rückspiel nach Bad Nauheim.

Währenddessen haben die Löwen einen weiteren Verletzten zu beklagen. Im zweiten Drittel der Partie war der Schläger eines Gegenspielers im Zweikampf unter das Visier von Steven Bär gelangt. Infolgedessen musste der Abwehrspieler verletzt das Eis verlassen und wurde sofort zur weiteren Untersuchung in die Frankfurter Universitätsklinik transportiert. Frank Gentges: "Wir hatten vier Offizielle auf dem Eis, aber es gab keine Strafe, das verstehe ich nicht. Die Spieler sind für ihre Schläger verantwortlich. Mal abgesehen davon trifft uns Stevens Ausfall hart, denn er ist einer unserer besten Verteidiger trotz seines jungen Alters und hat ständig in Überzahl und Unterzahl auf dem Eis gestanden. Damit fehlen uns jetzt zwei Leistungsträger in der entscheidenden Phase der Saison, auch Manuel Neumann ist ja nicht einsatzbereit."

Sebastian Groß

Emotionen pur beim Hessenderby zwischen Frankfurt und Bad Nauheim (13 Einträge)

      

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