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Freitag, 12. Februar 2016

BR-Film über das „Wunder von Innsbruck“ Alois Schloder: „Der Film weckt große Emotionen und ich bekomme immer noch Gänsehaut“

Alois Schloder, Franz Reindl und Erich Kühnhackl (von links) gehörten zur Auswahl des deutschen Eishockey-Bundes, die 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck überraschend Bronze gewannen. Foto: imago

In diesen Tagen jährt sich das "Eishockey-Wunder von Innsbruck" zum vierzigsten Mal. Diesem Anlass widmete das Bayerische Fernsehen einen Film, der am Samstag, 13. Februar, um 17 Uhr ausgestrahlt wird. Anlässlich einer Vorschau dieses emotionalen Streifens sprach Eishockey NEWS mit dem damaligen Kapitän Alois Schloder sowie Franz Reindl. Der DEB-Präsident gehörte als junger Spieler damals ebenfalls zu den Bronze-Medaillengewinnern.

Alois Schloder und Franz Reindl, welche Erinnerungen haben Sie an an diesen unerwarteten Erfolg?
Alois Schloder: "Obwohl ich bei der Entstehung mitwirken durfte, bekam ich beim Ansehen des Films Gänsehaut und große Emotionen. 1976 ist schon weit weg, aber durch diesen Film kommen wieder die Erinnerungen an damals."
Franz Reindl: "Mir ging es genauso. Es kommen Details in Erinnerung, die man nicht mehr im Kopf hatte. Es ist ist toll, damals dabei gewesen zu sein und ich zehre heute mehr davon als in der Vergangenheit. Man kann den Spirit, den Geist, das Schaffen von unmöglichen Dingen in der täglichen Arbeit noch besser rüber bringen."

Aus heutiger Sicht ist es völlig unverständlich, dass 1976 anfangs niemand die Regularien kannte, nach denen die Medaillengewinner ermittelt wurden.
Reindl: "So etwas wäre heute in der Tat undenkbar. Trainer Xaver Unsinn war auch von einem notwendigen Vier-Tore-Vorsprung ausgegangen. Dennoch hat er beim 4:1 den Torwart nicht herausgenommen. Er hatte wohl eine göttliche Eingebung."

Apropos Xaver Unsinn: Aus Spielerkreisen gab es den Spruch, dass Unsinn kein guter Trainer war, sondern mehr ein guter Psychologe. Die Taktik sei von Lorenz Funk und Alois Schloder vorgegeben worden.
Schloder: "Diese Aussage von Walter Köberle war ein wenig krass. Xaver hat natürlich sein Trainergeschäft beherrscht. Und das Coaching war seine große Stärke. Außerdem hat er den Spielern viele Dinge außerhalb des Eises abgenommen, sodass man sich auf des Spiel konzentrieren konnte."
Reindl: "Tatsächlich war Xaver Unsinn ein Trainer der anderen Art. Er hat die Führungsspieler oft zu Rate gezogen, wenn es um Taktik oder die Aufstellung ging. Dies wäre heute auch nicht möglich."

Beim Betrachten der Spielszenen sieht man große Unterschied zu heute
Reindl: "Man hatte damals wesentlich mehr Raum. Spieler liefen lange mit der Scheibe und es war weit und breit kein Gegenspieler sichtbar. Dagegen wurde unfairer gespielt als heute, weil die Regelauslegung ebenfalls eine andere war."
Schloder: "Dem kann ich zustimmen. Es wurde damals wesentlich härter gespielt, weil die Schiedsrichter weniger unterbunden haben. Andererseits sind die heutigen Spieler einiges athletischer als früher. Sie trainieren auch mehr und müssen nicht mehr arbeiten. Ich ging damals in Landshut um 8 Uhr ins Büro und um 17 Uhr ins Training. Dennoch hatten wir über 70 Spiele pro Saison."

Wann gibt es die nächste Medaille für ein deutsches Eishockeyteam?
Reindl (lacht): "Spätestens 2026. Im Ernst: 2010 waren wir näher an einer Silbermedaille, als 1976 an Bronze. Wenn der Teamgeist stimmt, Qualität in der Mannschaft ist und alles passt, kann man es schaffen."
Schloder: "In Albertville 1992 hatten wir gegen Kanada im Penaltyschießen sehr viel Pech und waren nicht weit von eine Medaille weg. Genauso bei der Heim-WM 2010. Ich hoffe, dass es Marco Sturm schafft, unser Team wieder in höhere Gefilde zu bringen."
Interview: Arno Nahler


Kurznachrichtenticker

  • vor 8 Stunden
  • Mit André Schrader, Tim Heffner und Andreas Hofer werden ein DEB-Schiedsrichter und zwei DEB-Linienrichter bei der Weltmeisterschaft der Top Division in Prag und Ostrava/Tschechien (10.-26. Mai 2024) mit dabei sein.
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  • Der 20-jährige Verteidiger Alexander Schmidt hat seinen Vertrag bei den Eispiraten Crimmitschau um ein Jahr verlängert. Dies gab der Club aus der DEL2 am Montag bekannt.
  • gestern
  • Der 21-jährige Torhüter Leon-Niklas Jessler (zwei Einsätze für den EV Duisburg) wird das Team aus der Oberliga Nord wieder verlassen.
  • vor 2 Tagen
  • In der Finalserie der U17-Meisterrunde setzten sich die Jungadler Mannheim mit 3:1 gegen die Kölner Junghaie durch. Spiel 4 am Sonntag gewann der Mannheimer Nachwuchs souverän mit 5:1 und krönte sich mit dem Auswärtssieg zum neuen deutschen U17-Meister.
  • vor 4 Tagen
  • Die Dresdner Eislöwen (DEL2) und TecArt Black Dragons Erfurt (OL Nord) werden künftig nicht mehr kooperieren. Die Vereinbarung zwischen beiden Clubs wird nicht verlängert, da Dresden wegen der angestrebten Verkleinerung des Kaders nicht mehr zwingend einen Partner benötigt.
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