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Artikel vom Montag, 20. März 2017

Jetzt gilt es, die Wogen zu glätten

Goaliefight, Faustschläge von Petrozza, Massenkeilerei: Duell zwischen Indians und Herne gerät aus den Fugen

Schon in Spiel eins ging es heftig zur Sache.
Foto: Unverferth

Der Hauptrunden-Meister der Oberliga Nord, der Herner EV, steht vor dem Aus in der ersten Playoffrunde. Mit 0:2 liegt das West-Team in der Best-of-five-Serie gegen den Traditionsclub EC Hannover Indians in Rückstand, braucht nun drei Siege am Stück. Sonst droht der Mannschaft von Trainer Frank Petrozza, die die Hauptrunde im Norden dominiert hat, das gleiche Schicksal wie den Füchsen Duisburg 2016, die als Meister in der ersten Runde an den IceFighters Leipzig scheiterten. Das Playoff-Duell zwischen beiden Teams hatte neben den starken Leistungen von Indians-Goalie Mirko Pantkowski jedoch auch einige unschöne Nebenschauplätze, die mit Eishockeysport nur wenig zu tun haben.

Begonnen hatte das Ganze schon in Spiel eins, als Indians-Verteidiger Robert Peleikis HEV-Top-Stürmer Aaron McLeod mit einem Check gegen den Kopf aus dem Spiel nahm. Peleikis erhielt dafür eine Matchstrafe. McLeod konnte, nachdem seine Nase versorgt war, wieder mitwirken. Als sich dann auch noch Indians-Verteidiger Nickolas Bovenschen mit McLeod, der inzwischen mit Vollvisier spielte, und später mit Christian Nieberle anlegte, der diesem zu Hilfe eilte, musste auch Bovenschen unter die Dusche. Sein Techtelmechtel mit den Zuschauern brachte ihm zudem eine Matchstrafe ein. McLeod, der nach dem Match mit den Symptomen einer Gehirnerschütterung zu kämpfen hatte, trat die Reise nach Hannover am Sonntag nicht mit an.

"Das hat mit Playoffhärte nichts mehr zu tun. Der Plan von Hannover hat funktioniert, mehr möchte ich nicht sagen", so ein angefressener HEV-Coach Frank Petrozza nach der Heimniederlage am Gysenberg zum Auftakt. Auch in Spiel zwei ging es ruppig zu, doch lange Zeit blieb alles im Rahmen. Erst nach dem Spiel kochten dann die Emotion über, als die Indians-Spieler vor den Herner Fans in der Kurve den erneut knappen 2:1-Sieg feiern wollten. Es kam zur Massenauseinandersetzung, an der sich alle Spieler beider Teams beteiligten. Es gab zahlreiche Strafminuten und auch unter den Zuschauern gab es Tumulte, sodass die Polizei später vor dem Stadion eingreifen musste.

Neben einen Fight zwischen Indians-Backup Niklas Deske und HEV-Goalie Michel Weidekamp kam es auch zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Coaches. Dabei teilte Petrozza einen Faustschlag ins Gesicht von Indians-Trainer Stolikowski aus. Ein absolutes No-Go. Die Wogen glätteten sich zwar mit der Zeit schnell wieder, doch so etwas hat im Sport an der Spielerbank nichts zu suchen. "Frank und ich sind Freunde. Er hat sich nachher bei mir entschuldigt. Damit ist das Thema erledigt", erklärte Stolikowski im Interview mit Eishockey NEWS nach dem Spiel. Vor der nächsten Partie am Dienstagabend sind nun alle Parteien darauf bedacht, die Wogen zu glätten. Dem Verband liegen zwei Videos vor, die die Vorfälle aufklären sollen. Mit weiteren Maßnahmen durch den DEB ist also zu rechnen.

Bei den Indians wird Top-Stürmer Branislav Pohanka nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe vom Sonntag fehlen. Der HEV muss erneut auf Aaron McLeod verzichten. HEV-Coach Petrozza meinte vor dem womöglich letzten Saisonspiel seiner Mannschaft: "Wir brauchen auch eine lautstarke Unterstützung unserer Fans von den Rängen, aber alles im vertretbaren Rahmen!" Das sollten sich nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Coaches, Betreuer und Spieler zu Herzen nehmen.

Sebastian Groß


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