Traumfinale: Beide Teams weisen Favoritenrolle von sich
Für beide Mannschaften ist es so etwas wie eine Revanche. Wenn am Sonntagmittag um 12.15 Uhr Ortszeit (21.15 Uhr deutscher Zeit) die USA im Finale um die Olympische Goldmedaille auf Kanada trifft, haben Brian Rafalski und Chris Drury noch die Niederlage von 2002 in Salt Lake City (2:5) im Hinterkopf. Noch nicht so lange her ist das 3:5 der Kanadier im Gruppenspiel vor einer Woche.
Das ganze Land ist bereits im Eishockeyfieber. Gold und nur Gold ist das, was für die Kanadier im prestigeträchtigen Duell gegen die Amerikaner zählt. „Unser erstes Duell war schon intensiv und emotional. Doch das war nichts zu dem, was es am Sonntag geben wird“, sagt Sidney Crosby. „Unser Selbstbewusstsein war von Anfang an sehr groß“, sagt der ehemalige Ingolstädter Jamie Langenbrunner, der im Kader der USA steht. „Wir sind hierher gekommen, um Gold zu gewinnen, jetzt haben wir die Chance dazu.“
Die Kanadier versuchen aber vor dem großen Duell etwas tief zu stapeln. "Die USA hat das erste Duell gewonnen, deshalb sind sie auch der Favorit", sagt Kanadas Trainer Mike Babcock. Doch auch die Amerikaner weisen die Favoritenrolle von sich: „Es ist immer schwierig, in einem Turnier einen Gegner gleich zweimal zu besiegen.“ Verteidiger Rafalski, 2002 schon dabei, sagt: "Aber wir haben jetzt die Möglichkeit, etwas zu erreichen, was wir vor acht Jahren nicht geschafft haben.“
Dennoch: Auf dem Papier sind die USA der Favorit: Drei zum Teil beeindruckenden Gruppensiegen folgte ein 2:0 im Viertelfinale gegen die Schweiz und ein starkes 6:1 im Halbfinale gegen Finnland. Goalie Ryan Miller ist mit mehr als 95 Prozent Fangquote und einem Gegentorschnitt von 1,04 Tore pro Spiel der beste des Turniers.
Anders die Kanadier. Sie verloren das Gruppenspiel gegen die USA, taten sich schwer gegen die Schweiz (3:2 nach Penalty-Schießen) und auch am Ende des Halbfinales gegen die Slowakei (3:2). Doch da ist ja noch das Spiel gegen Russland, das sensationell mit 7:3 gewonnen wurde. Verteidiger Chris Pronger erklärt: „Wir haben es jetzt zwar ins Finale geschafft, aber wir sind noch lange nicht am Ziel“
Artikel vom 27.02.2010