Chaos in Hannover: Erst gerettet – dann wieder nicht?
Die Posse um den deutschen Meister Hannover Scorpions geht in die nächste Runde: Gegen Mittag hatten mehrere Agenturen gemeldet: „Hannover gerettet – die Drohung von der Lizenzrückgabe ist vom Tisch.“ Dabei hatte man sich auf Äußerungen von Geschäftsführer Marco Stichnoth berufen, der kurz davor in den Räumen eines Arztes eine Pressekonferenz abgehalten hatte.
Zwei Stunden danach verschickte der Club eine offizielle Erklärung, in der jetzt plötzlich davon die Rede war, dass man den Kampf annehmen werde. Marco Stichnoth sagte: „Uns bleibt nicht viel Zeit, aber wir werden versuchen, über den Gewinn weiterer Dauerkartenkunden und eventuelle Ausweitungen im Sponsorenbereich fehlende Gelder einzunehmen. Nach Angaben des Managers seien rund zwei Millionen Euro nötig, um die Scorpions eigenständiger zu machen.
Das Chaos perfekt machte am frühen Nachmittag ein Bericht der Neuen Presse. Die hatte bei Scorpions Günter Papenburg nachgefragt, wie denn der aktuelle Sachstand sei. Papenburg wusste weder etwas von der vermeintlichen Rettung der Scorpions noch hatte er Informationen darüber, dass Marco Stichnoth eine PK abgehalten hatte.
Zur Erinnerung: Die Hannover Scorpions hatten Ende Juni die Lizenz für die neue Spielzeit nur erhalten, weil Günter Papenburg - wie schon in den Jahren davor - zum einen die bilanzielle Überschuldung aus der Vorsaison ausgeglichen hatte und zudem eine Bürgschaft zur Absicherung des Etats für die neue Saison geleistet hatte.
Artikel vom 27.07.2010