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Dienstag, 13. März 2018

Junge Spieler sollen mehr gefördert werden Patrick Reimer: „Wir müssen die Kinder an unseren schönen Sport binden und hoffen, dass wir dann nicht mehr 42 Jahre auf so einen Erfolg warten müssen.“

<p>Patrick Reimer. Foto: City-Press</p>

Patrick Reimer. Foto: City-Press

Bei der Eishockeygala am Samstag in Straubing war auch Nationalspieler Patrick Reimer (Nürnberg) einer der Gäste. Die Nationalspieler erhielten bei ihrem Auftritt langen Beifall und Standing Ovations von den Gästen. Der Medaillengewinn ist immer noch nicht so richtig verarbeitet.

Herr Reimer, wie oft müssen Sie Fragen zum Gewinn der Silbermedaillen beantworten?

Patrick Reimer: "So zwei bis dreimal am Tag auf jeden Fall und das in jeglicher Form. Aber das ist schön und es sind Fragen, die man gerne beantwortet. Es ist noch nicht wirklich angekommen, was wir da geschafft haben. Klar weiß man, was passiert ist und wenn man die Medaille in Händen hält, kann man es auch realisieren, aber so richtig verstehen tut man es noch nicht. Trotzdem ist es sehr schön, wenn man die Reaktionen sieht, vor allem auch hier auf der Eishockeygala. Man sieht die Bestätigung der Menschen, die den Sport lieben und auch von Menschen, die ihn zuvor vielleicht nicht auf dem Schirm hatten."

Wie ist es für Sie, wenn man wie an diesem Abend die Bilder dieses Erfolgs noch mal so sieht?

Reimer: "Natürlich haben wir die Bilder schon gesehen, vor allem in den Sozialen Netzwerken. Das ist sehr schön. Es kommen jetzt schon sehr viele schöne Erinnerungen und Emotionen hoch. Es war eine tolle Erfahrung mit guten Jungs und es ist dabei wirklich etwas entstanden. Schon direkt nach dem Spiel haben wir gesagt, dass wir Großes geschaffen haben und dass uns das ein Leben lang verbinden wird. Es macht sehr stolz, solche Bilder zu sehen."

Bei den Bildern hat man auch die tolle Stimmung noch einmal spüren können, die in Pyeongchang herrschte. War das auch der Schlüssel zu diesem Erfolg? Marco Sturm sprach ja auch den Teamgeist an.

Reimer: "Absolut. Der Glaube an uns und das Teamgefühl, dass jeder alles gegeben hat und jeder auch gespürt hat, dass wir alle bereit sind, das letzte für den Teamerfolg zu geben, hat uns ausgezeichnet und uns so erfolgreich spielen lassen."

Eishockey ist in vielen Medien derzeit präsent, auch in solchen, die normalerweise nicht über die Sportart berichten. Was kann man daraus machen?

Reimer: "Wir müssen die Aufmerksamkeit, die wir jetzt erfahren, ausnutzen und die Kinder in die Eishallen bringen. Wir müssen da aber auch auf den möglichen Ansturm vorbereitet sein, die Bedingungen schaffen, damit die Kids gut ausgebildet werden. Wir als aktive Spieler müssen vorangehen, gute Vorbilder sein, vielleicht auch mal aushelfen in den Vereinen und uns zeigen. Wir müssen die Kinder an unseren schönen Sport binden und hoffen, dass wir dann nicht mehr 42 Jahre auf so einen Erfolg warten müssen."

Jürgen Arnold sagte, sein Herzenswunsch sei, dass mehr junge Spieler eingebaut werden. Auch Marco Sturm hat das gefordert. Wie sehen Sie das?

Reimer: "Das ist ganz wichtig, das habe ich auch schon öfter gesagt. Vor allem müssen sie richtig eingesetzt werden. Klar ist das im normalen Ligaalltag schwierig und vielleicht leichter gesagt als getan, weil es auch einen gewissen Erfolgsdruck gibt. Auf der anderen Seite bringe ich gerne die Beispiele Patrik Laine und Dominik Bokk. Diese spielen dann eben nicht in der vierten Reihe, sondern in der Scoring-Reihe, weil die Leute sehen, welche Spielertypen sie sind. Genauso muss man sie fördern. Nicht jeder ist ein Viertreihenspieler, der nur die Scheibe tief schießt, sondern der muss anders gefördert werden und das muss man auch erkennen. Wie das Ganze funktionieren kann, dazu muss man die Köpfe zusammenstecken. Es ist auf alle Fälle wichtig, dass wir wieder mehr Qualität in der Liga haben und dass wir die jungen Spieler fördern."

Interview: Michael Bauer


Bilder der DEL-Gala in Straubing (41 Einträge)

 

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