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Dienstag, 17. April 2018

Stillose Trennung und offener Brief Zukunft der Bayreuth Tigers offen: Unwürdiger Abschied für Dietmar Habnitt und Sergej Waßmiller, Fans appellieren für einen Neustart

Sergej Waßmiller führte die Tigers aus der Bayernliga in die DEL2.
Foto: City-Press

Ernüchterung statt Neu-Ausrichtung: Nach dem sportlichen Abstieg aus der DEL2 scheint die Zukunft der Bayreuth Tigers weiterhin völlig offen. Auf einer Gesellschafterversammlung am vergangenen Mittwoch sollten die Weichen für die sportliche und finanzielle Zukunft gelegt werden - daraus wurde aber bekanntlich nichts. Die Gesellschafter konnten sich nicht auf eine von der Tigers-Geschäftsführung um Margrid und Matthias Wendel vorgeschlagene Kapitalerhöhung der einzelnen Gesellschafter einigen und gingen ergebnislos auseinander.

Ob das Ehepaar Wendel damit weiter die Stricke leiten wird, ist offen. Geschäftsführerin Margrit Wendel kündigte jedoch bereits an, nur im Falle eines Verbleibs in der DEL2 - der nach den aktuellen Anzeichen aus Deggendorf eher unwahrscheinlich erscheint - ihren Posten zu behalten. Matthias Wendel würde jedoch auch im Falle eines Abstiegs in die Oberliga die Geschäftsführung der Tigers-GmbH weiter übernehmen.

Unwürdig war indes der Abschied der Sportlichen Leitung um Manager Dietmar Habnitt und Trainer Sergej Waßmiller. Das Duo hatte die Bayreuth Tigers aus der Bayernliga (!) über die Oberliga Süd bis in die DEL2 geführt, wo das Team 2017 sensationell das Playoff-Viertelfinale gegen die Bietigheim Steelers erreichte! Die Tigers-Geschäftsführung lastete in der vergangene Woche die Hauptschuld am Abstieg aus der DEL2 dem Duo Habnitt/Waßmiller an und kündigte Veränderungen auf diesen Positionen an. Das Erfolgsduo, das ein Jahrzehnt lang für sportlichen Aufschwung sorgte, wurde in ein paar Nebensätzen abgesägt.

Der Stammverein EHC Bayreuth "Die Tigers" e.V. sah das wohl ähnlich und richtete sich in einer Pressemitteilung am Sonntagabend an die Medien. Darin heißt es: "Mit Bedauern mussten wir erfahren, dass Sergej Waßmiller Bayreuth wohl verlassen wird. Sergej begleitete den EHC von der Bayernliga bis zur DEL2 als Trainer und hat sich in Bayreuth in den letzten sieben Jahren ein Denkmal gesetzt." Weiter steht zum Duo Habnitt/Waßmiller geschrieben: "So verabschieden wir nun also zwei Männer, die mit viel Einsatz und Herz über Jahre feste Größen in der Bayreuther Eishockeylandschaft waren und entscheidenden Anteilen an einer geilen Zeit hatten. Macht`s gut, wir vergessen euch nie!" Die Auffassungen über die Leistungen der beiden für den Standort und dem nötigen Stil einer im Prinzip ja durchaus nachvollziehbaren Trennung scheinen zwischen Stammverein und GmbH deutlich auseinander zu gehen.

Apropos Stammverein: Der kämpft bekanntlich auch seit geraumer Zeit mit finanziellen Schwierigkeiten aufgrund von Altlasten. EHC-Vorsitzende Christiane Colditz ist inzwischen zwar vorsichtig optimistisch, die vorhandenen Lücken auf finanzieller Seite schließen zu können, doch für die Zukunft braucht es Änderungen: "Der Verein wünscht sich, dass man wieder aufeinander zugeht, an einem Strang zieht und den Kindern wieder Idole gibt. Natürlich gehört dazu auch eine Zusammenarbeit auf finanzieller Ebene, um zum Beispiel einen hauptamtlichen Nachwuchstrainer bezahlen zu können." Doch es gibt in der Wagnerstadt keine funktionierende Kooperation und Zusammenarbeit, mehr und mehr verhärten sich die Fronten, die Gräben sind tief.

Zu tief? Dieser Auffassung sind inzwischen zumindest Teile des ebenfalls gespaltenen Fanlagers, die sich mit einem offenen Brief am Montag an die Medien richteten. Darin werden die Gesellschafter der Tigers angesprochen und dort heißt es: "Es gab in der Vergangenheit zahlreiche Beispiele, in denen die derzeitige Geschäftsführung sich absolut untragbar verhalten hat, sei es dem Stammverein, ehrenamtlichen Helfern oder der Nachwuchsabteilung gegenüber. Als jüngstes Beispiel zeigt die Demission von Trainer Sergej Waßmiller und dem Sportlichen Leiter Dietmar Habnitt in der vergangenen Woche, welcher "Stil" hier an den Tag gelegt wird. Einen solchen Abgang hatten die beiden nicht verdient!"

Mit einem Appell richteten sich die Fans an die Gesellschafter der Tigers: "Ihr könnt verhindern, dass sich immer mehr Leute von den Bayreuth Tigers abwenden und die Spaltung der Bayreuther Fans weiter voranschreitet! Bitte sorgt dafür, dass künftig in Bayreuth wieder an einem Strang gezogen wird und es gemeinsam in die Zukunft geht." Es braucht einen Neustart in Bayreuth - so viel scheint klar. Wie der aussehen kann, wer die Beteiligten sind und in welcher Liga dieser stattfinden wird, werden die kommenden Tage, Wochen und Monaten zeigen müssen.

Sebastian Groß/Christoph Knod


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Kurznachrichtenticker

  • gestern
  • Der EC Peiting wird in den kommenden Wochen Verteidiger Martin Mazanec testen. „Momentan sind wir dazu gezwungen, weil Brad Miller angeschlagen ist, u.a. mit einer Gehirnerschütterung kämpft und deswegen leider auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung steht“, so Team-Manager Gordon Borberg.
  • gestern
  • Die Verfahren gegen Dresdens Steven Rupprich und Kaufbeurens Denis Pfaffengut wurden von der DEL2 eingestellt. Beide Spieler hatten am Freitag Spieldauer-Disziplinarstrafen erhalten. Die Entscheidungen der Schiedsrichter auf dem Eis seien ausreichend gewesen, so die Begründung.
  • gestern
  • Oberliga-Testspiele am Samstag: Selb - Essen 3:5, Leipzig - Viikingit/FIN 6:2, Chemnitz - Weiden 3:4.
  • vor 2 Tagen
  • Die Kölner Haie müssen am Sonntag im Auswärtsspiel bei den Adlern aus Mannheim auf Stürmer Frederik Tiffels verzichten. Der Disziplinarausschuss der DEL hat den 24-Jährigen nach seinem am Freitag gegen Iserlohns Mike Halmo erfolgten Stockstich für ein Spiel gesperrt.
  • vor 3 Tagen
  • Angreifer Tomas Andres (Lausitzer Füchse) hat pünktlich vor dem Punktspielstart in die neue DEL2-Saison seinen deutschen Pass erhalten. Damit belastet der 23-jährige Tscheche nicht weiter das Ausländerkontingent der Ostsachsen.

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