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Freitag, 22. Februar 2019

Trotz aktueller Neubauten und Großprojekt in München Langsames Sterben: Viele Eisstadien wurden in den vergangenen Jahren stillgelegt oder drohen abgerissen zu werden

<p> Der Eingangsbereich der Eissporthalle Unna.Foto: Unna braucht Eis</p><br/>

Der Eingangsbereich der Eissporthalle Unna.Foto: Unna braucht Eis


Unna braucht Eis. So lautet das Motto einer Interessensgemeinschaft, die den Abriss der Eissporthalle in Unna verhindern will. 6.014 Unterschriften wurden der Stadt jüngst überreicht, um den Abriss der Eissporthalle am Bergenkamp zu verhindern. Die Initiatoren hoffen auf Bewegung, SPD und CDU haben jüngst Gesprächsbereitschaft signalisiert. Auch der DEB hat in Form seines Technischen Direktors Michael Pfuhl Hilfe zugesichert. Der Ausgang ist offen.

Doch mit dem Beschluss des Abrisses der Halle in Unna und auch in Langenhagen wurde zuletzt wieder einmal sehr deutlich, dass der Pucksport überall dort, wo Eishockey nur in Form von Breitensport bzw. mit Seniorenteams im Amateurbereich stattfindet, vom Aus bedroht ist. Während in München nun ein 100-Millionen-Projekt mit vier Eisflächen entsteht, das DEB-Präsident Franz Reindl als "sensationell für die Region und besonders für den Eishockeysport in der Stadt und im Einzugsgebiet München" bezeichnet, wurden andernorts Hallen stillgelegt oder bereits abgerissen.

Stillgelegt sind derzeit unter anderem die Hallen im bayerischen Burgkirchen, wo ein Trainingszentrum für die Feuerwehr entstanden ist. Auch im nordrhein-westfälischen Netphen gibt es kein Eis. Die Halle in Waldbronn bei Karlsruhe soll laut Gemeinderatsbeschluss nach der Saison 19/20 geschlossen werden. Der Einsturz des Hallendachs in Bad Reichenhall 2006 mit 15 Toten und 34 Verletzen war in den Folgejahren mit dem richtigen Gutachter an der Hand die Chance, Schließung und Abriss ganz rasch über die Bühne zu bekommen. Das gilt für die Eishallen in Braunschweig, Wilhelmshaven, Winterberg und Göppingen. In Dillingen (Saarland) machte das Dach erst 2017 schlapp. Dort findet sich über den Weg der Zwangsversteigerung kein Käufer. In Kornwestheim musste die Eishalle 2009 dem Neubau für eine Sporthalle für andere Sportarten weichen. Altenau im Harz machte der Eishalle den Garaus, um einem privaten Investor ein Sport- und Freizeitbad errichten zu lassen. Wo einst gefröstelt wurde, wird nun nackt im Thermalwasser gebadet.

Die neue Arena in München (7 Einträge)

 

Eishallen sind, sofern ab etwa 1970 gebaut, in vielen Kommunen auch Prestigeprojekte gewesen, die für den Wohlstand der noch jungen Bundesrepublik standen. Sie wurden von bereits aktiven Betreibern von Freizeitstätten und auf den Bau solcher Anlagen spezialisierter Architekten als interessante Investition gepriesen. So gelangte der Eishockeysport 1980 auch nach Ahaus im Münsterland. Dort wurde auf dem Grund und Boden eines abgerissenen Krankenhauses ein US-Shopping- und Entertainment-Center im Kleinformat errichtet: ein Supermarkt im Erdgeschoss, Eishalle in der ersten Etage, eine Bowlingbahn in der zweiten, dazu Gastronomie. Nach wenigen Jahren war es bis auf den Supermarkt mit allem vorbei, erst nach der Jahrtausendwende konnte sich ein Kino etablieren und 2015 wurde eine Disco errichtet. Der Supermarkt-Konzern hatte das Objekt irgendwann gekauft und beließ es viele Jahre beim Leerstand mitten im Stadtzentrum.
Besonders absurd war das Schicksal der Eishallen-Technik in Ahaus, Aalen und Achern, wo die letzten Teile der Eisanlage schlussendlich erst gut 25 Jahre später 2015 (Ahaus) bzw. 2017 (Aalen und Achern) abschließend demontiert wurden. In Achern vergingen zwischen Schließung und Abriss der 1979 eröffneten Halle 20 Jahre. In Aalen stabilisierte das Technik-Gebäude jahrelang einen Hang. Nun gewähren es sein Schutt und frischer Mutterboden.
Doch es sei nicht schlecht, sagt Pfuhl, als Technischer Direktor beim DEB zuständig für die Eishallen in Deutschland. "Es gibt schon auch Dinge, die am Laufen sind oder geplant werden." Neben dem Projekt in München verweist er auf Neubauten in Kaufbeuren, Freising, Bietigheim, Bremerhaven oder auch Weißwasser sowie viele Sanierungen und Umbauten der letzten Jahre wie in Augsburg, Deggendorf, Schwenningen. "In Kassel ist eine zweite Eisfläche geplant, Mannheim plant eine Akademie, Landshut wird im laufenden Betrieb saniert und auch Köln plant eine weitere Trainingshalle. Da passiert also schon etwas." Auch in Nürnberg ist der Bedarf an Eiszeiten so groß, dass man derzeit eine neue Halle mit gleich drei Eisflächen diskutiert.

Markus Terbach/Michael Bauer

Eishockey NEWS beschäftigt sich in der aktuellen Printausgabe ausführlich mit der Thematik Eishallen in Deutschland. In einer in losen Abständen geplanten Serie werden wir uns ausführlicher mit einzelnen Standorten, Problemen aber auch Lösungsmöglichkeiten für Vereine oder Kommunen beschäftigen.


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Kurznachrichtenticker

  • vor 6 Stunden
  • Der langjährige DEL-Verteidiger Niki Goc hat seinen Vertrag bei den Bietigheim Steelers verlängert. Das gab der Club aus der DEL2 am Montag bekannt. In der abgelaufenen Spielzeit kam der Kapitän der Steelers in 52 Spielen auf elf Vorlagen.
  • vor 10 Stunden
  • Die Fischtown Pinguins Bremerhaven (DEL) haben Verteidiger Tom Horschel von DEL2-Club Tölzer Löwen verpflichtet. Der 21-Jährige gab in der abgelaufenen Spielzeit in 55 Spielen zehn Assists.
  • vor 11 Stunden
  • Die Eisbären Regensburg aus der Oberliga Süd haben mit Stürmer Tomas Schwamberger den ersten Neuzugang bekanntgegeben. Der 19-Jährige Tscheche, der auch einen deutschen Pass besitzt, absolvierte in der abgelaufenen Saison 44 für die U19 von Sparta Prag, erzielte dabei 29 Tore und gab 29 Vorlagen.
  • gestern
  • Parallel zur deutschen Niederlage gegen die USA fertigt Tschechien in der WM-Gruppe B in Bratislava die weiterhin punktlosen Österreicher mit 8:0 (2:0, 3:0, 3:0) ab. Michal Repik trifft dabei doppelt, und Radek Faksa, Defender Jan Kolar sowie Dominik Kubalik verbuchen jeweils drei Scorer-Punkte.
  • gestern
  • Die Krefeld Pinguine haben mit den Löwen Frankfurt einen neuen Kooperationspartner in der DEL2. Dies gaben beide Clubs am Sonntag bekannt. Welche Spieler in welcher Kombination lizensiert werden, soll sich erst Anfang September entscheiden.

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