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Samstag, 11. Mai 2019

Die Stimmen zum Auftaktsieg Ein 18-Jähriger geht voran, die NHL "nur eine Frage der Zeit": Top-Talent Moritz Seider glänzt und erhält Lob von allen Seiten

<p>Verteidiger Moritz Seider (18) holt sich die Glückwünsche an der deutschen Bank ab.<br/>Foto: imago images / Laci Perenyi<br/></p>

Verteidiger Moritz Seider (18) holt sich die Glückwünsche an der deutschen Bank ab.
Foto: imago images / Laci Perenyi

"Ich werde langsam alt, wenn ich sehe, dass mein Verteidiger-Partner fast halb so alt ist wie ich", sagte Yannic Seidenberg (35) nach dem hart erarbeiteten 3:1-Auftaktsieg bei der Eishockey-WM 2019 in Kosice über den Aufsteiger aus Großbritannien. Gemeint war Youngster Moritz Seider (18, kürzlich Meister mit Mannheim), der das erste deutsche WM-Tor in Kosice zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung am Samstagnachmittag erzielte. Für das Top-Talent aus der Jungadler-Schmiede war es im ersten WM-Spiel sein erster Treffer. Und das vor den zahlreichen Scouts, die den Verteidiger vor dem anstehenden NHL-Draft genauestens beobachten. Seider gilt als sicherer Erstrunden-Pick.

"Er wird dahin kommen, wo ich nicht hingekommen bin", sagte Bundestrainer Toni Söderholm nach der Partie. Seiders Weg in die NHL sei "nur eine Frage der Zeit und der Arbeit." Der neue Head Coach der deutschen Nationalmannschaft schätzt am 1,92 Meter großen Rechtsschützen besonders, dass er immer weiß, wie er sich zu verhalten hat. "Moritz spielt mit Mut. Er kann das Spiel schnell lesen. Er hat im Aufbauspiel wirklich sehr gut gespielt", so Söderholms Fazit zu Seiders herausragendem Debüt. Und trotz seiner jugendlichen Unbekümmertheit und der Masse an Talent, die Seider mitbringt, weiß er, wie er sich im Team zu verhalten hat. "In der U20 war er teilweise zu gut für die Spiele, aber er ist dennoch im System geblieben", blickt Söderholm zurück, und weiter: "Aktuell ist er in der gleichen Spur, er spielt ziemlich clever."

Seiders Treffer zum 1:0 war die Krönung einer tadellosen Leistung. Sein Debüt-Tor beschreibt der 18-Jährige wiefolgt: "Das war ein schöner Pass von Seidi (Yannic Seidenberg, Anm. d. Red.), der mit seiner ganzen Erfahrung das Ding querlegt. Ich wollte die Scheibe nur irgendwie aufs Tor bringen, Hauptsache der Puck ist weg. Dass sie reingeflogen ist, ist natürlich umso besser." Lob für den jüngsten Spieler im deutschen Kader gab es nicht nur vom Cheftrainer, sondern auch von den Teamkollegen. "Er hat eine unglaubliche Qualität. Er spielt mit 18 sehr abgeklärt und hat ein ganz wichtiges Tor geschossen", so Kapitän Moritz Müller über seinen jungen Teamkollegen aus Mannheim. Und sein Defensiv-Partner Seidenberg legte nach: "Es macht einen Riesen-Spaß, mit ihm zu spielen." In der DEL-Finalserie war der Routinier noch Gegner des Youngsters. "Jetzt, wo ich mit ihm spiele, merke ich, wie viel Qualität er hat."

Die Stimmen zum Spiel (6 Einträge)

 


Viel Qualität hat unbestritten auch Leon Draisaitl. Beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich sah der NHL-Star jedoch alles andere als gut aus. "Passiert", sagte der 23-Jährige nach der Partie nur - und hatte den bösen Schnitzer schon längst wieder abgehakt. Beim erlösenden Treffer zum 3:1 zeigte Draisaitl dann wieder seine ganze Extraklasse im Torabschluss. Insgesamt hakte es im deutschen Spiel aber noch an einigen Stellen. Einige Akteure, auch die Leistungsträger aus der NHL, verzettelten sich in Einzelaktionen, oft fehlte der letzte Pass. Dazu führten Ungenauigkeiten im Spielaufbau regelmäßig zu guten Chancen der Briten. "Es gab Momente, in denen wir zu offensiv gespielt haben und zu offensive Entscheidungen getroffen haben", befand auch Söderholm. Und der Trainer weiter: "Ich weiß, dass wir noch mehr arbeiten und noch mehr Schlittschuh laufen können."

Ein Extralob ("Er hat sehr gut gespielt, dass muss man wirklich sagen.") gab es für Torhüter Mathias Niederberger, der die DEB-Auswahl mit zwei, drei starken Paraden in den ersten beiden Abschnitten vor einem Rückstand bewahrte. Ob am Sonntag erneut Niederberger oder Niklas Treutle gegen die Dänen ran darf, wollte Söderholm am Samstagabend noch nicht entscheiden. Das sich die DEB-Auswahl weiter steigern muss, ist unbestritten. Und so gebührt das letzte Wort noch einmal Youngster Seider: "Ich denke, wir haben viele positive Sachen gesehen. Wir wissen aber, dass mit Dänemark ein bisschen besserer Gegner auf uns wartet."

Sebastian Groß


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Kurznachrichtenticker

  • vor 16 Stunden
  • Der 19-jährige Verteidiger Nick Dolezal wechselt aus der DNL-Mannschaft des ERC Ingolstadt zu Oberliga-Club Höchstadt Alligators. Zudem bleibt Verteidiger Patrick Wiedl beim EHC. Stürmer Friedrich Kolesnikov verlässt den Verein hingegen mit noch unbekanntem Ziel.
  • vor 16 Stunden
  • Die Iserlohn Roosters (DEL) haben Stürmer Daniel Weiß (Nürnberg) als Neuzugang bestätigt. Der 29-Jährige sammelte 2018/19 in 60 Spielen 30 Punkte (elf Tore, 19 Assists). In seiner Karriere absolvierte der Linksschütze bereits über 500-DEL-Spiele.
  • vor 19 Stunden
  • Stürmer Max Lukes (23) trägt auch kommende Saison das Trikot der Bietigheim Steelers. 2018/19 gelangen ihm in 51 Spielen fünf Tore und 13 Vorlagen. Geschäftsführer Volker Schoch: „Max ist ein junger deutscher Spieler, der seit drei Jahren immer alles gibt und ein wichtiger Teil unseres Spiels ist.“
  • vor 19 Stunden
  • Ivy van den Heuvel, Kapitän der Tilburg Trappers, hat mit 30 Jahren einen Schlussstrich unter seine aktive Spielerkarriere gezogen. Der Angreifer wurde von 2016 bis 2018 dreimal in Folge Oberliga-Meister und verbuchte in 235 Oberliga-Einsätzen 106 Tore sowie 146 Vorlagen.
  • vor 20 Stunden
  • Für den wegen häuslicher Gewalt suspendierten Slava Voynov besteht nach einem Schiedsspruch nun doch die Möglichkeit der NHL-Rückkehr nach 41 Partien 2019/20. Die LA Kings, bei denen seine NHL-Transferrechte liegen, ließen aber schon verlauten, nicht mit dem Russen zu planen.

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