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Donnerstag, 2. Januar 2020

Fehlentscheidungen am Fließband: Nürnbergs Trainer Kleinendorst übt generelle Kritik: "Schiedsrichterleistungen sind schrecklich“

Nürnbergs Cheftrainer Kurt Kleinendorst hat generell die „schrecklichen Schiedsrichterleistungen“ in der DEL kritisiert.

Foto: City-Press

Das Eishockeyjahr 2019 endete aus Sicht der Schiedsrichter denkbar schlecht. So war der 33. Spieltag am verangenen Montag gekennzeichnet von mehreren groben Fehlentscheidungen. So übersahen die Unparteiischen in Schwenningen beim zwischenzeitlichen 1:1 der Wild Wings gegen Straubing von Jordan Caron eine klare Abseitsstellung von Vorbereiter Matt Carey. In Köln durfte Taylor Aronson Mannheims Tommi Huhtala unmittelbar nach Ende der regulären Spielzeit gänzlich ungestraft mit dem Stock seitlich von hinten heftig gegen den Nacken checken. Erst nachträglich wurde der Haie-Verteidiger am Mittwoch von der Liga für ein Spiel gesperrt. Kölns Coach Mike Stewart bezeichnete die Referees nach dem Spiel als "nicht DEL-tauglich" und nannte ihre Leistung "eine Katastrophe".

Und dann war da noch die Partie zwischen den Thomas Sabo Ice Tigers und den Iserlohn Roosters: „Wir haben im ersten Drittel eine vierminütige Strafe wegen hohen Stocks erhalten, die sie sich aber selbst zugefügt hatten. Es war der Schläger eines Teamkollegen. Es frustriert mich, dass so eine Strafe gepfiffen wird, wenn es offensichtlich ist, dass das Vergehen gar nicht gesehen wurde. Wenn man es nicht gesehen hat, wie kann man es dann bestrafen? Das ist mein Punkt“, haderte Nürnbergs Coach Kurt Kleinendorst. Eine weitere nicht unerhebliche Fehlentscheidung hatte sich da bereits ereignet. Denn Iserlohns Mike Halmo hatte zuvor Oliver Mebus von hinten in die Bande gecheckt. Der Nürnberger Abwehrspieler brach sich beim Aufprall das Handgelenk und wird den Ice Tigers nun sechs Wochen fehlen. Die Strafe für Halmo für den Bandencheck von hinten mit Verletzungsfolge? Gar keine. „Solche Checks von hinten, wie ja auch schon vor ihrem Tor zum 1:0, werden normalerweise abgepfiffen“, meinte Kleinendorst.

Einmal in Fahrt, setzte der seit vergangenem Dienstag 59-Jährige zu genereller Kritik an den Schiedsrichtern und dem Schiedsrichterwesen in der DEL an: „Ich sollte sicher ein bisschen vorsichtig sein, aber langsam beginnt mich das Level der Spielleitungen zu frustrieren. Natürlich kann man sagen, dass solche Dinge auch Teil das Spiels sind. Nur ist es so, dass sie hier drüben ein bisschen zu viel Teil des Spiels sind. Ich habe wirklich ein großes Problem mit den Spielleitungen generell, das betrifft ja nicht nur uns. Abende wie heute verdeutlichen dies nur noch einmal zusätzlich. Eine Vier-Minuten-Strafe, bei der das Vergehen nicht gesehen wurde, Icing-Entscheidungen - es ist einfach nur noch frustrierend. Die Schiedsrichterleistungen sind schrecklich und müssen einfach besser werden. Ich habe mich bislang 30 Spiele lang gar nicht dazu geäußert, aber so denke ich seit dem ersten Spiel. Mein Job ist es, Spiele anzusehen und zu analysieren. Ich kann mittlerweile - je nach Spielstand oder wo das Spiel ist - ganze Partien, die ich mir ansehe, vorhersagen, wer das nächste Powerplay erhält und wie das Spiel verläuft. Im Ernst. Und das ist weder gut noch richtig. Mani (Co-Trainer Manuel Kofler; d. Red.) lacht mich mittlerweile aus, weil ich dann dasitze, frustriert bin und mir denke: Wie kann man den Referees helfen? Ich habe bislang überhaupt keinen Fortschritt gesehen. Was macht die Liga, um ihnen zu helfen? Alles, was ich sehe, ist, dass sie ständig Einfluss auf das Spiel nehmen.“

In Richtung DEL appellierte Kleinendorst: „Es kam hier noch nie ein Supervisor (Schiedsrichterbeobachter; d. Red.) zu mir in mein Büro und hat, nur um sich vorzustellen, gesagt: ‚Hallo Kurt, wir sind heute da und schauen zu‘. In Nordamerika kommen sie vorbei und zeigen an, dass sie da sind. Irgendwie muss die Liga die Problematik in den Griff bekommen. Ich weiß nicht, ob nicht genug Geld investiert wird oder ob es nicht genügend Supervisor gibt. Die Referees kamen heute nach der ersten Drittelpause zu mir und haben sich für den Fehler entschuldigt. Das weiß ich zu schätzen, auch wenn es dann zu spät war. Sie sind bestimmt großartige Jungs, aber sie haben große Schwierigkeiten richtig zu pfeifen - und das ist ein Problem.“

Joachim Meyer


Kurznachrichtenticker

  • vor 16 Stunden
  • Co-Trainer Marc Vorderbrüggen wird Ravensburg nach vierjähriger Tätigkeit verlassen. Die Towerstars-Clubführung und der Aufsichtsrat entsprachen der Bitte des 29-Jährigen nach einer Vertragsauflösung. Vorderbrüggen wechselt innerhalb der DEL2 zu den Bayreuth Tigers.
  • vor 21 Stunden
  • Nach dem Turnier im August in Dänemark werden die beiden darauf folgenden Eishockey-Weltmeisterschaften der Frauen in Kanada (2023) und den USA (2024) ausgetragen, voraussichtlich jeweils wieder im Frühling.
  • vor 21 Stunden
  • Frederick Otto ist neuer 1. Vorsitzender des Herforder EV (Oberliga Nord) und tritt damit die Nachfolge von Tobias Schumacher an, der von diesem Posten zurücktrat, um in das Amt des 1. Kassierers gewählt werden zu können. Neu im Vorstandsteam sind zudem Sven Johannhardt und Sabine Richter.
  • vor 22 Stunden
  • Zum ersten Mal nehmen die Nürnberg Ice Tigers (PENNY DEL) in diesem Jahr am Vinschgau Cup im IceForum Latsch in Südtirol teil. Auf Einladung des ERC Ingolstadt wird das Team von Tom Rowe am 27. und 28. August die beiden Turnierspiele bestreiten. Die weiteren Cup-Teilnehmer werden noch vermeldet.
  • vor 22 Stunden
  • Die IIHF-Weltmeisterschaft 2023 Division IA wird vom 29. April bis 5. Mai in Nottingham (Großbritannien) ausgetragen. Die in Finnland abgestiegenen Briten um Trainer Peter Russell werden somit der IA-WM-Gastgeber. Die Division IB wird in Estland (Tallinn) ausgetragen.
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