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Dienstag, 30. Juni 2020

„Existenziell wichtiger Beitrag“ unter anderem für DEL und DEL2 Einigung in den Koalitionsfraktionen: Erhoffte Finanzspritze in Höhe von 200 Millionen Euro vor der Verabschiedung

CDU-Politiker Frank Steffel, Obmann im Sport- und Ehrenamtsausschuss des Deutschen Bundestages.
Foto: imago images/Christian Spicker

Die Clubs der deutschen Profiligen abseits der 1. und 2. Fußball-Bundesliga können ein bisschen aufatmen, denn im Zuge des milliardenschweren Konjunkturpakets können sie mit dem erhofften finanziellen Zuschuss in Höhe von 200 Millionen Euro rechnen. Darauf einigten sich die Arbeitsgruppen der Koalitionsfraktionen am Dienstag. Das Ganze soll am Donnerstag vom Haushaltsausschuss und dem Bundestag verabschiedet werden, was aber als Formalie gilt.

„Es ist ein existenziell wichtiger Beitrag, um vernünftige Wettbewerbe, einen vernünftigen Spielbetrieb und ein vernünftiges Lizenzverfahren in den kommenden zwölf Monaten zu ermöglichen“, sagte CDU-Sportpolitiker Frank Steffel, der Initiator des Hilfspakets sowie Obmann und stellvertretender Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Sport- und Ehrenamtsausschuss des Deutschen Bundestages, dem Sport-Informations-Dienst (SID) am Dienstag: „Es ist ein wahnsinnig wichtiger Beitrag, um Hunderten von Vereinen die Existenz zu retten.“

In erster Linie werden die Clubs der großen Profiligen profitieren, die aufgrund der geltenden Regeln zur Eindämmung der Pandemie fehlende Zuschauereinnahmen zu verzeichnen haben. Dazu zählen Vereine aus den ersten beiden Ligen im Eishockey, Basketball, Handball und Volleyball, aber auch aus der 3. Fußball-Liga und der Frauenfußball-Bundesliga.

„Ich kenne noch nicht alle Details, aber das wird uns bestimmt helfen“, so Peter John Lee, der Geschäftsführer der Eisbären Berlin, in einer ersten Reaktion gegenüber der Berliner Morgenpost. Zentrales Kriterium für die Verteilung der Gelder sind die Zuschauereinnahmen. Nach Angaben Steffels können „bis zu 80 Prozent netto“ der Einnahmen nach Abzug der Verkaufsgebühren und Mehrwertsteuer erstattet werden, die von April bis Dezember verloren gegangen sind. Die maximale Summe – auch wenn der betreffende Club jüngst mehr als eine Million Euro an Zuschauereinnahmen generiert hätte – liegt aufgrund der EU-Beihilfeverordnung bei 800.000 Euro.

„Wenn ein Verein 100.000 Euro Einnahmen gehabt hätte, würde er 80.000 Euro bekommen“, erklärte Steffel, der insbesondere auf die Wichtigkeit der Hilfe für den Frauensport und den ländlichen Raum hinwies: „Es sind ganz, ganz viele kleine Orte, wo die Vereine gerade auch im Frauenbereich eine ganz große Tradition haben.“

Anspruch auf Hilfen haben allerdings nicht nur die Vereine der großen Profiligen, sondern laut Steffel „die 1. und 2. Ligen aller Sportarten. Im Grundsatz betrifft es genauso das Ringen. Es gibt Orte, da gehen 1.000 Leute zum Ringen. Es gibt Orte, da gehen 300 Leute zum Wasserball oder zu einem Schützenwettbewerb. Das soll ausdrücklich mit drin sein. Wenn die Zuschauereinnahmen wegfallen, gibt es auch hier, wenn die Veranstaltung stattfindet, eine entsprechende Unterstützung.“

Auch Verbände seien ausdrücklich erwähnt, „da muss man aber sehr genau gucken, wie dann die Rahmenbedingungen sind“, so Steffel. Als Beispiel seien hier Einnahmeausfälle bei der Ausrichtung eines Final-Four-Turniers in einem deutschen Pokal-Wettbewerb oder von Länderspielen genannt. Eine nochmalige Erhöhung der Zuwendungen schloss Steffel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nicht aus: „Wenn es in der Rückrunde in den Ligen weiterhin massive Einschränkungen bei den Zuschauern geben sollte - wovon ich leider ausgehe -, dann werden wir darüber reden müssen, ob die Mittel erhöht werden müssen.“


Kurznachrichtenticker

  • vor 2 Stunden
  • Der SC Riessersee hat den Vertrag mit Philipp Wachter verlängert. In der Spielzeit 2019/20 bestritt der 25-jährige Verteidiger 49 Partien für den Süd-Oberligisten, in denen er zehn Treffer erzielte und 20 Assists sammelte.
  • vor 5 Stunden
  • Trade in der NHL: Angreifer Patric Hörnqvist wechselt von den Pittsburgh Penguins zu den Florida Panthers. Den umgekehrten Weg nehmen Verteidiger Mike Matheson und Angreifer Colton Sceviour.
  • vor 5 Stunden
  • Angreifer Jared Gomes, der in der vergangenen Saison für den EC Bad Nauheim und die Ravensburg Towerstars in der DEL2 aktiv war, kehrt in seine kanadische Heimat zurück und wird künftig für Brampton Beast in der ECHL auf dem Eis stehen.
  • gestern
  • Goalie Craig Anderson (39) erhält keinen neuen Vertrag bei den Ottawa Senators mehr. Dies bestätigte General Manager Pierre Dorion am Mittwoch. Anderson war 2011 via Trade aus Colorado nach Ottawa gekommen und dort seitdem über weite Strecken die Nummer eins, etwa beim Conference-Finaleinzug 2017.
  • gestern
  • Die Krefeld Pinguine haben den Verbleib von Goalie Nils Kapteinat bestätigt. Der 20-Jährige spielte schon in der vergangenen Spielzeit für das Oberliga- sowie das DNL-Team des KEV und kam auch in der laufenden Saisonvorbereitung bereits für die Krefelder U23 zum Einsatz.
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