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Sonntag, 2. August 2020

Live-Spiele im FreeTV bei SPORT1 Modus, Tests, mehr Kameras, eingespielter Sound: So läuft der Re-Start der NHL in der (aktuell) coronafreien Blase

So sieht es im Rogers Place in Edmonton aus.

Foto: Sturm

Exakt 142 Tage hat die NHL pausiert. Am Samstag geht es mit der neu geschaffenen Qualifikationsrunde und fünf Spielen zum Start in den Saisonendspurt, der dann auch im Jahr 2020 einen Stanley-Cup-Sieger küren soll – und das spätestens am 4. Oktober in Spiel 7 des Finales in Edmonton, also zu einer Zeit, in der eigentlich alles auf den Start der neuen Saison wartet (noch nie wurde im August gespielt), der sich dann mindestens bis Anfang Dezember verzögern dürfte, vielleicht sogar bis Anfang Januar wie Vize-Boss Bill Daly am Freitag gegenüber TheAthletic ankündigte. Dies hänge davon ab, ob und wie viele Zuschauer erlaubt seien. Sei es absehbar, könnte man den Saisonstart weiter bis in den Januar hinauszögern.

Aktuell sind gar keine Fans in den Arenen erlaubt: Zehn Tage dauert diese erste Runde, in der sich die Teams auf den Plätzen fünf bis 12 jeder Conference in einer Best-of-five-Serie (Fünfter gegen Zwölfter usw.) um acht Plätze für das Conference-Viertelfinale streiten. Zuletzt hatte es im Jahr 1986 eine Serie über maximal fünf Spiele gegeben. Ab dem Viertelfinale wird aber wieder wie gewohnt im Modus Best-of-seven gespielt. Je vier Teams aus beiden Conferences, die in je drei Spielen die Setzliste ermitteln, sind bereits sicher im Viertelfinale.

Als Spielorte hat die Liga Edmonton und Toronto ausgewählt. Zum ersten Mal seit 95 Jahren wird die komplette NHL-Finalserie damit wieder in Kanada stattfinden. Lange galt auch Las Vegas mit seinen vielen Hotels in der Nähe der Arena als Favorit, doch weil in den USA die Infektionszahlen derzeit hoch sind, entschied sich die Liga, nach Kanada zu gehen, und fand in Toronto (dort spielen die Teams aus dem Osten) und Edmonton (Westen, dort findet das Finale statt) die perfekten Bedingungen, um eine Blase rund um die Spieler zu bauen – so wie dies auch die NBA seit Donnerstag tut, die ihre Saison trotz der hohen Coronazahlen im Disneyland in Orlando/Florida fortsetzt.

Seit 13. Juli fanden die Trainingscamps der Clubs statt, am 26. Juli folgte der Flug bzw. die Anreise nach Kanada in die beiden Hub Cities genannten Spielstädte, wo sich die Spieler (maximal 31 pro Clubs) und Teamangehörige (mit Spielern insgesamt 50 Mitglieder) erst einmal auf das Coronavirus testen lassen mussten. Waren während der offenen Trainingsphase noch viele Infektionen bekannt geworden, waren es seit Öffnung der Camps nur noch zwei. Die Liga gab schließlich bekannt, dass von 18. bis 25. Juli keine neuen positiven Fälle hinzugekommen seien, TSN berichtete am Freitag, dass es in der Bubble ebenfalls noch keinen positiven Test gegeben habe. Jeden Tag muss ein Corona-Test durchgeführt werden. Schon Symptome reichen, dass ein Spieler isoliert wird. Sein Name wird – wie das bisher schon der Fall war – nicht veröffentlicht. Einzelne Infektionen (wie bei Torontos Auston Matthews oder Chicagos Corey Crawford) wurden aber bekannt.

Für jene Medien, die das Erlebnis NHL an die Fans transportieren wurden einige Neuerungen geschaffen: 32 Kameras und damit zwölf mehr als sonst, sind im Einsatz. Die leeren Zuschauerränge erlauben den „Regisseuren“ mehr Flexibilität. So kommt auch eine Überkopfkamera zum Einsatz. Darüber hinaus wurden große Videowalls in beiden Arenen installiert, die leeren und im TV sichtbaren Unterränge wurden mit großen grauen Planen mit NHL-Logos abgehängt. Und auch wenn die Arenen fast komplett leer sind, werden Sounds eingespielt. In der Testspielphase wurde damit experimentiert. Fans wurden angehalten, Jubel-, Klatsch- und auch Buh-Videos einzureichen. Zudem kann die Liga auf die Sounddatenbank des Videospieleherstellers EA Sports zurückgreifen, das über typische Geräusche aus allen Arenen verfügt.

Da allerdings trotzdem noch Sprachfetzen der Spieler zu hören sein werden, wird das TV- und Streamingbild mit fünfsekündiger Verzögerung bei den Zuschauern ankommen, damit eventuell anstößige Kommentare der Spieler geblockt werden können. Darauf haben sich Liga und Spielergewerkschaft NHLPA geeinigt. Denn immerhin laufen in Nordamerika die Spiele schon zur besten Kinder-Sendezeit ab 12 Uhr mittags.

Die NHL live auf SPORT1 und SPORT1+
Samstag, 1. August, 18 Uhr
SPORT1+: Carolina - New York Rangers
Samstag, 1. August, 21 Uhr
SPORT1+: Edmonton - Chicago
Montag, 3. August, 18 Uhr
SPORT1: Carolina - New York Rangers
Montag, 3. August, 20.45 Uhr, Live-Einstieg
SPORT1: Calgary Flames - Winnipeg Jets

160 Länder weltweit übertragen den Re-Start. In Deutschland sind SPORT1, SPORT1+ und DAZN mit ausgewählten Spielen am Start. Bis zu 42 Spiele, zwölf davon aus der Qualifikationsrunde sind bei SPORT1 und seinem Pay-TV-Sender zu sehen, der den Großteil überträgt. Das erste Live-Spiel im frei empfangbaren Fernsehen wird am Montag, 3. August, um 18 Uhr gezeigt, wenn die Carolina Hurricanes auf die New York Rangers treffen. Bis Mittwoch, 5. August, gibt es jeden Abend um 18 Uhr und um 20.45 Uhr ein Live-Spiel im Free-TV.

Wie schon bei den Testspielen will die Liga am Samstag erneut auf die Black-Lives-Matter-Bewegung aufmerksam machen. Obwohl viele Clubs durch Zusammenstehen und Umarmungen bei den Hymnen ein Statement setzten, gab es in den vergangenen Tagen Kritik. Anders als beim Re-Start der NBA gab es beispielsweise keinen Kniefall. Spieler wie Nazem Kadri oder Evander Kane sagten, die Aktionen seien noch zu halbherzig. Zusätzlich sollen im Rahmen des Programms #WeSkateFor auch Personen, die sich in der Pandemie um die Gesundheit verdient gemacht haben, geehrt werden.

Michael Bauer


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Kurznachrichtenticker

  • vor 2 Stunden
  • Während Damian Schneider neu im Team der Lindau Islanders ist, verlässt Sofiene Bräuner (21) die Mannschaft vom Bodensee wieder. Der gebürtige Freiburger kam Ende Oktober 2019 aus Essen nach Lindau und verbuchte anschließend 25 Scorer-Punkte in 39 Partien.
  • vor 2 Stunden
  • Angreifer Damian Schneider (28) verlässt die EXA IceFighters Leipzig und schließt sich 2020/21 Süd-Oberligist Lindau an. Zuvor hatte er eigentlich eine vierte Saison in Leipzig angepeilt, die unsichere Gesamtsituation (Leipzig wurde die Lizenz in erster Instanz verweigert) aber zum Umdenken geführt.
  • vor 4 Stunden
  • DEL-Club Augsburger Panther und Oberliga-Süd-Club ECDC Memmingen Indians werden auch 2020/21 kooperieren. Die beiden Vereine gehen damit in ihr drittes gemeinsames Jahr. In die Zusammenarbeit ist auch weiterhin der Nachwuchs des Augsburger EV mit eingebunden.
  • vor 5 Stunden
  • Johannes Ehemann beendet mit 24 Jahren seine Eishockey-Karriere und widmet sich fortan komplett seiner künstlerischen Laufbahn. Der Schritt falle ihm sehr schwer, doch das doppelte Pensum sei nicht mehr zu stemmen, erklärte der zuletzt für Halle aktive Angreifer per Facebook-Videonachricht.
  • vor 5 Stunden
  • Die Adler Mannheim haben Davis Koch (22, 2019/20: 42 Scorer-Punkte) bis 2021 aus Heilbronn verpflichtet und ihn direkt wieder an den DEL2-Kooperationspartner verliehen. Ab Januar könne Koch eine Förderlizenz erhalten. Der Deal sei vor dem intern verhängten Transferstopp über die Bühne gegangen.

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