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Donnerstag, 20. August 2020

Pohl spricht von: „80 Prozent der ausfallenden Zuschauereinnahmen“ Unterstützung zugesagt: Bayerns Innenminister Herrmann will sich für Einbindung der Oberligen in neuem Bundesprogramm einsetzen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (links) und Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl (rechts)

Fotos: imago images/Karina Hessland, Pohl

Positive Signale für die bayerischen Oberligisten: Denn in einem Antwortschreiben an den bayerischen Landtagsabgeordneten und ehemaligen Vorsitzenden des ESV Kaufbeuren, Bernhard Pohl (Freie Wähler), der sich zuletzt öffentlich für die Belange der Clubs unterhalb der DEL und DEL2 stark machte (Eishockey NEWS berichtete), hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) seinem Abgeordnetenkollegen Unterstützung zumindest für die Vereine der Oberliga Süd zugesagt, allerdings nicht für die Bayernligisten.

„Die besondere Konstellation und Struktur der Oberligen sowie das auch im Termin mit Herrn Amtschef Scheufele am 16. Juli 2020 übergebene Statistikmaterial haben mich überzeugt, mich für eine Einbindung der Oberligen in das noch in der Entstehung befindliche Bundesprogramm einzusetzen“, heißt es in Herrmanns Antwortschreiben, das am 12. August in Pohl gegangen ist. Allerdings macht er deutlich, dass er für die Einbindung weiterer Ligen (beispielsweise Bayernliga) keine Chance sieht. Mit der Verdoppelung der Vereinspauschale sowie durch die für Sportvereine erfolgte Öffnung zum Programm „Soforthilfe Corona“ seien bereits wichtige Unterstützungen in die Wege geleitet worden, schrieb Herrmann.

Pohl hatte Anfang Juli sein Anliegen dem Minister persönlich vorgetragen und dann gemeinsam mit DEB-Präsident Franz Reindl und Sportdirektor Stefan Schaidnagel im Ministerium vorgesprochen. Pohl: „Der Staatsminister hat sich von unseren Argumenten überzeugen lassen und Unterstützung zugesagt. Er wird sich nun bei seinem Amtskollegen Horst Seehofer dafür einsetzen, dass das Bundesprogramm auf die Oberligisten ausgedehnt wird. Gelingt das, erhalten sie 80 Prozent der ausfallenden Zuschauereinnahmen. Damit ist die nächste Saison für die Eishockey-Oberliga gesichert!“

Im NEWS-Interview (aktuelle Ausgabe vom 18. August) hatte Pohl, der verschiedenste bayerische Standorte besucht hat, gesagt: „Fakt ist, dass die meisten dieser Vereine ohne Unterstützung und ohne Zuschauereinnahmen nicht überleben können. Als maximale Summe rechnen wir mit 30 bis 50 Millionen Euro. Diese würde aber nur zum Tragen kommen, wenn gar keine Zuschauer zugelassen wären.

Er wertet dies als erstes wichtiges „Etappenziel“, will aber auch die Belange der Bayernligisten nicht aus dem Auge verlieren: „Wir können diese Mannschaften nicht sich selbst überlassen. Einige Vereine und Städte überlegen schon, ob sie überhaupt Eis machen und einen Ligaspielbetrieb durchführen sollen. Fällt die Bayernliga aber in dieser Saison aus, können wir zusehen wie an etlichen Standorten die Lichter ausgehen.“

Gerade in Bezug auf den Spielbetrieb warnt aber Herrmann vor Optimismus: „Die gegenwärtige Rechtslage in Bayern lässt eine Aufnahme des Wettkampfbetriebs außerhalb von Profiligen in Sportarten mit Kontakt, geschweige denn eine Teilnahem von Zuschauern, noch nicht zu. Die aktuelle Entwicklung mit steigenden Infektionszahlen sehe ich in diesem Zusammenhang mit Sorge.“ Man müsse sehr sorgsam die weitere Entwicklung beobachten und situationsbedingt entscheiden. „Die gilt auch für den Bereich von Unterstützungsmaßnahmen, sofern der Wettkampfbetrieb außerhalb der Profiligen als Grundvoraussetzung überhaupt wieder aufgenommen werden kann.“

Michael Bauer


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Notizen

  • vor 21 Stunden
  • Zwei DEL-interne Testspiele bot der Freitag: Die Grizzlys Wolfsburg schlugen die Eisbären Berlin mit 5:3. Die Fischtown Pinguins Bremerhaven besiegten die Iserlohn Roosters mit 5:2. Heute steht um 17 Uhr die Partie Langnau (Schweiz) gegen die Adler Mannheim auf dem Testprogramm.
  • gestern
  • Niederlagen für DEL-Clubs gab es am Donnerstag bei zwei Testspielen. Mannheim unterlag beim Letzten der Schweizer National League Ajoie mit 2:3 (Tore: Reichel und O’Donnell), Schlusslicht Dresden verlor in Tschechien beim Tabellenvierten Liberec mit 1:3 (Tor: Chartier).
  • vor 2 Tagen
  • Verteidiger Moritz Kukuk fällt der Düsseldorfer EG (DEL2) für voraussichtlich drei Wochen aus. Der 20-Jährige hatte sich bei einem Schussblock im Bauchbereich verletzt.
  • vor 2 Tagen
  • Mehr Fans bei den Heimspielen der Dresdner Eislöwen: Anstatt bislang 4.412 dürfen künftig 4.576 Besucher in die Joynext Arena. Gutachten und eine Überprüfung des Brandschutzkonzepts sorgten für Grünes Licht.
  • vor 2 Tagen
  • Stürmer Teemu Pulkkinen steht den Starbulls Rosenheim (DEL2) bis nach dem Wochenende nicht zur Verfügung. Er ist nach Clubangaben in die finnische Heimat gereist, seine Frau erwartet ein Kind. Rosenheim tritt am Freitag in Ravensburg an und hat am Sonntag Freiburg zu Gast.
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