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Dienstag, 7. September 2021

Schwarzer Tag der Eishockeyhistorie Zehn Jahre nach der Katastrophe: Am 07. September 2011 verunglückte das Flugzeug des KHL-Clubs Lokomotiv Yaroslavl – Auch Nationalverteidiger Robert Dietrich verstarb

Am 07. September 2011 kam das gesamte Profi-Team des KHL-Clubs Lokomotiv Yaroslavl bei einem Flugzeugunglück ums Leben.
Foto: imago images/ITAR-TASS

Es gibt Ereignisse, die bleiben unvergessen. Auch zehn Jahre nach der Flugzeugkatastrophe von Yaroslavl sind die schrecklichen Bilder der zerfetzten Maschine, von Flammen, Rauch und weinenden Menschen in vielen Köpfen der Eishockeywelt präsent. Zu schockierend war die Nachricht, zu beklemmend die Situation. Am 07. September sind zehn Jahre seit dem Unglück vergangen. Der Blick zurück ist noch immer schmerzhaft.

Ein Pilotenfehler war schuld daran, dass das komplette Team von Lokomotiv Yaroslavl den Tod fand. Um 15.59 Uhr Ortszeit kam die Maschine vom Typ Yak-42 beim Startversuch lange nicht von der Rollbahn, streifte anschließend einen Sendemast und stürzte nach wenigen Flugmetern ab und brannte komplett aus. An Bord waren 37 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder, von denen nur der Bordingenieur überlebte. Unbeabsichtigt betätigte einer der Piloten beim Start die Bremsen, das Gewicht der Maschine war zudem falsch berechnet, und der Co-Pilot war nicht flugtauglich. Doch die Fakten der Unglücksursache können die Tragödie nicht einmal annähernd beschreiben. Die gesamte Eishockeywelt stand damals unter Schock, in Russland wechselten die Emotionen von Trauer um die Opfer in Wut und Enttäuschung gegenüber den Verantwortlichen.

Im verunglückten Flugzeug von Yaroslavl saßen Spieler und Trainer aus insgesamt neun Nationen – darunter mit Robert Dietrich auch ein deutscher Nationalspieler. Ausgebildet beim ESV Kaufbeuren, waren die Jungadler Mannheim, Peiting, Crimmitschau und Straubing seine weiteren Stationen, ehe er sich in Düsseldorf als DEL-Leistungsträger etablierte.

Dietrich war ein spielstarker Verteidiger – filigran, mobil und umsichtig. Qualitäten, die in Deutschland selten sind, erst recht vor zehn Jahren. In Nordamerika durfte er trotzdem nur in der AHL sein Können zeigen, seine 1,78 Meter schienen den Verantwortlichen von Nashville zu klein für die NHL. Zurück in Mannheim erzielte Dietrich 20 Scorer-Punkte in 48 Saisonspielen. Die Chance in Yaroslavl sollte der nächste Schritt sein, sich international zu beweisen. Einen Stammplatz im starken Lokomotiv-Kader erkämpfte sich Dietrich während der Vorbereitung. Auch für die Powerplay-Formation war er vorgesehen. Daher saß auch er am 07. September 2011 mit seinen Teamkollegen im Unglücksflieger in Richtung Minsk.

Die Erinnerung an die Tragödie ist in Yaroslavl jeden Tag allgegenwärtig. Am Denkmal liegen immer frische Blumen. Zum zehnten Jahrestag sind rund um das KHL-Spiel gegen Dinamo Minsk zahlreiche Aktionen geplant. Russlandweit startet zudem ein Spielfilm in den Kinos, der die Mannschaft ehrt und die einzelnen Schicksale der Akteure nachzeichnet.

Daniel Keienburg

Auch in der aktuellen Printausgabe der Eishockey NEWS erinnern wir an Robert Dietrich und die weiteren Opfer der Flugzeugtragödie von Yaroslavl.


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Notizen

  • gestern
  • Die deutsche Auswahl hat bei einem Paralympics-Comeback Platz sechs belegt. Im Spiel um Platz fünf unterlag das Team am Samstag gegen Italien trotz zweimaliger Führung mit 2:5. Drei Tore der Gastgeber im Schlussdrittel brachten die Entscheidung. Bernhard Hering erzielte beide deutschen Treffer.
  • vor 2 Tagen
  • NHL in der Nacht auf Samstag: Die Edmonton Oilers unterlagen bei den St. Louis Blues nach 2:0-Führung (eine Vorlage von Leon Draisaitl) mit 2:3 nach Verlängerung. Die New York Islanders unterlagen den Los Angeles Kings mit 2:3.
  • vor 2 Tagen
  • Die Rostock Piranhas haben den Vertrag mit ihrem bereits seit Anfang Februar beurlaubten Ex-Coach Lenny Soccio (58) nun „im gegenseitigen Einvernehmen" aufgelöst. Der deutsche Ex-Nationalstürmer hatte den Nord-Oberligisten mehr als drei Jahre lang trainiert.
  • vor 3 Tagen
  • Tom Geischeimer von den Hammer Eisbären wurde für sechs Spiele gesperrt und erhält zudem eine Geldstrafe. Geischeimer hatte im ersten Playoff-Spiel der Eisbären gegen die Tölzer Löwen am vergangenen Sonntag seinen Gegenspieler mit einem harten Check gegen den Kopf- und Nackenbereich getroffen.
  • vor 4 Tagen
  • Die Grizzlys Wolfsburg haben den Vertrag mit Co-Trainer Heiko Vogler um zwei Jahre bis 2028 verlängert.
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