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Freitag, 8. Oktober 2021

Urteil in Schweden: Freispruch für Thomas Larkin: Gericht wertet Aktion gegen Daniel Paille als „Kollision und nicht als einen vorsätzlichen Angriff“

Ist auch 2021 mit den Adlern in der CHL im Einsatz: Thomas Larkin.
Foto: IMAGO / foto2press

Der italienische Nationalspieler und Verteidiger der Adler Mannheim (PENNY DEL) ist vom schwedischen Landgericht freigesprochen worden. In dem Prozess ging es um die Attacke gegen den kanadischen Stürmer Daniel Paille (Brynäs Gävle) am 7. November 2017 im Rahmen der Champions Hockey League (CHL). Larkin war damals mit einer Matchstrafe belegt und anschließend für vier Spiele gesperrt worden. Paille konnte seine Eishockeykarriere nicht mehr fortsetzen.

Aus diesem Grund hatte Paille über seinen Agenten Schadensersatzklagen gegen Larkin und die Adler Mannheim geltend gemacht, in denen er 5 Millionen Schwedische Kronen einforderte. Nach fast vier Jahren wurde die Anklageschrift im Bezirksgericht Gävle aufgenommen – und einem Monat nach Ende des Prozesses fiel am Freitag die Entscheidung: Das Gericht stellte sich ganz auf die Seite der Verteidiger und sprach Larkin sowohl von der Körperverletzung als auch von der Schadensersatzklage frei. „Es handelte sich nicht um einen vorsätzlichen Angriff. Die Anklage muss eingestellt werden“, heißt es im Urteil. "Es deutet alles darauf hin, dass es sich um eine Kollision handelte, die Thomas Larkin nicht vermeiden konnte, und nicht um einen vorsätzlichen Angriff“, wird das Gericht im Aftonbladet zitiert. Paille wird nun auch die Prozesskosten von Mannheim in Höhe von 1,8 Millionen Schwedischer Kronen übernehmen müssen.

Der Verteidiger von Thomas Larkin, Ulrik Smedberg, sagt gegenüber dem schwedischen Aftonbladet zur Entscheidung: „Das Urteil ist gut geschrieben. Wenn man sich das nur einmal ansieht, sieht es eklig aus, aber das Landgericht hat es genau analysiert, in Zeitlupe gesehen und von Profis analysieren lassen. Meine Freude über das Urteil darf nicht mit der Tatsache verwechselt werden, dass wir immer noch sehr traurig sind über das, was mit Paille passiert ist. Doch es kommt nicht selten vor, dass ein Eishockeyspieler nach wiederholten Gehirnerschütterungen in den Ruhestand muss. Allein in Schweden sind etwa hundert Männer davon betroffen.“

Staatsanwalt Joel Teran erklärt zum Urteil: „Das Gericht kommt zu dem Schluss, dass es sich nicht um ein bewusstes Tackle, sondern eher um einen Unfall handelt. Ich muss die Entscheidung des Bezirksgerichts überprüfen und dann Stellung nehmen, wenn ich damit einverstanden bin. Wenn ich das nicht bin, werde ich Berufung einlegen und dafür habe ich drei Wochen Zeit.“ Noch also ist das letzte Wort in diesem Fall vielleicht nicht gesprochen, doch das klare Urteil pro Larkin am Freitag gibt wenig Freiraum für Ansätze einer Berufung.


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Notizen

  • vor 9 Stunden
  • Die Eispiraten Crimmitschau halten Strümer Dylan Wruck und Defender Mirko Sacher für die kommende Spielzeit. Letzterer fehlte dem DEL2-Club einige Spieltage zum Ende der Saison. Wruck gehörte zum zweitbesten Scorer im Team von Head Coach Jussi Tuores.
  • vor 9 Stunden
  • Fabian Ilestedt bleibt dem EHC Freiburg auch in der kommenden Saison erhalten. Der Schwede ist in der aktuellen Spielzeit 2025/26 clubinterner Top-Scorer und ein zentraler Bestandteil der Offensive.
  • gestern
  • Die Weltmeisterschaften der Division IIA (20. bis 26. April) und der Division IV (12. bis 18. April) findet wegen der Sicherheitslage im Nahen Osten nicht wie ursprünglich geplant in den Vereinigten Arabischen Emiraten beziehungsweise Kuwait statt. Der Status beider Turniere bleibt zunächst offen.
  • vor 3 Tagen
  • Julius Ramoser muss zum Auftakt der ersten Playoffrunde zusehen. Der DEL-Disziplinarausschuss sperrte den Stürmer der Grizzlys Wolfsburg wegen eines Kniechecks zu Hauptrundenabschluss in Augsburg für ein Spiel. Dazu wird ihm eine Geldstrafe nicht genannter Höhe auferlegt.
  • vor 5 Tagen
  • Die deutsche Auswahl hat bei einem Paralympics-Comeback Platz sechs belegt. Im Spiel um Platz fünf unterlag das Team am Samstag gegen Italien trotz zweimaliger Führung mit 2:5. Drei Tore der Gastgeber im Schlussdrittel brachten die Entscheidung. Bernhard Hering erzielte beide deutschen Treffer.
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