Ließ Libor Zabransky und die tschechische Nationalmannschaft am Freitag verzweifeln: Torhüter Andreas Jenike.
Foto: imago images/CTK Photo/Ondrej Hajek
Zweites Testspiel vor der A-Weltmeisterschaft (13. bis 29. Mai) für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft: Am Freitagmittag duellierte sich die DEB-Auswahl in Chomutov nach der 2:6-Niederlage am Donnerstag erneut mit Tschechien. Dabei präsentierte sich die Mannschaft von Head Coach Toni Söderholm deutlich besser als noch am Vortag und feierte einen glücklichen, aber auch nicht unverdienten 2:0-Erfolg.
Tschechiens finnischer Cheftrainer Kari Jalonen jonglierte leicht mit seinen Sturmreihen und stellte den 24-jährigen Goalie Petr Kvaca zwischen die Pfosten. Söderholm veränderte sein Team auf mehreren Positionen. Andy Jenike ersetzte Niklas Treutle im Tor. In der Verteidigung fehlten Torsten Ankert und Tobias Fohler, sodass „nur“ sechs Defender aufliefen. Im Angriff rückten Dominik Kahun und Debütant Danjo Leonhardt (19) ins Lineup. Daniel Pfaffengut und Daniel Pietta kamen daher nicht zum Einsatz.
Bereits nach 20 Sekunden stand Goalie Jenike vor 4.351 Zuschauern in der Rocknet Arena erstmals im Mittelpunkt. Der 33-Jährige parierte nach einem Querpass stark gegen den jungen Matej Blümel. Insgesamt wehrte sich die deutsche Auswahl aber deutlich besser als am Donnerstag und war direkt auf Betriebstempertur. Daniel Schmölz (6.) belohnte die Leistungssteigerung mit dem Führungstreffer. Der Stürmer der Nürnberg Ice Tigers stürmte über die linke Seite ins Angriffsdrittel – nachdem John Rogl die Scheibe über die Bande nach vorne gechippt hatte – und überwand Kvaca mit einem Handgelenkschuss auf der Fanghandseite. Kurz darauf tauchte Tim Fleischer gefährlich vor dem Tor des Linksfängers auf, scheiterte aber aus dem Slot. Anschließend ließen die Gastgeber vor allem bei Kontern mehrere gute Möglichkeiten liegen. Jakub Navratil vergab völlig freistehend aus kurzer Distanz, weil Jenike mit der Stockhand glänzend reagierte. Aktivposten im deutschen Team war direkt der 188-fache NHL-Spieler Kahun. Der agile Linksschütze setzte sich zusammen mit Schmölz und Tim Fleischer immer wieder in der offensiven Zone fest und brachte Verwirrung in die tschechische Defensive.
Im Mittelabschnitt startete Deutschland mit mehreren guten Wechseln, doch unter anderem verfehlte Kahun aus aussichtsreicher Position knapp. Zudem parierte Kvaca bei einem Schuss von der Blauen Linie sehenswert mit dem Helm. Tschechiens beste Möglichkeit erfolgte einmal mehr bei einem Zwei-auf-eins-Konter, doch Petr Kodytek traf den Puck nach einem Zuspiel von David Sklenicka nicht richtig und Luca Münzenberger rettete auf der Linie. Söderholms Mannschaft präsentierte sich auch in den Special Teams gut. Die ersten beiden Unterzahl-Situationen überstand man souverän, im ersten Powerplay lief die Scheibe schnell. Allerdings konnte Alexander Karachun einen Querpass von Alexander Blank nicht verwerten und der Handgelenkschuss von Mirko Höfflin kanllte an die Latte. Zudem strahlte Jenike viel Sicherheit aus. Seinen besten Save macht der Schlussmann der Iserlohn Roosters kurz vor der zweiten Pause erneut gegen Navratil.
Im letzten Drittel drehte Tschechien nochmal auf. Das deutsche Team beschränkte sich aufs Verteidigen, leistete sich besonders in der Schlussphase aber zu viele Abspielfehler. Jenike hielt die 1:0-Führung mit zahlreichen guten Paraden fest. Bei eigener Überzahl hatte der Linksfänger dann auch das nötige Glück: Jakub Flek traf nur das Gestänge und verpasste einen Shorthander um Haaresbreite. Mit einem Empty-Net-Goal besiegelte Höfflin 89 Sekunden vor Schluss schließlich im zweiten Match der WM-Vorbereitung den ersten Erfolg, während die Tschechen in der vierten Partie unter Jalonen erstmals als Verlierer vom Eis gingen. Als bester DEB-Crack wurde der überragende Jenike (29 Saves) ausgezeichnet.
Die nächsten Vorbereitungsspiele der DEB-Auswahl gegen die Schweiz finden am 21. und 23. April in Rosenheim statt.
Tim Heß