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Samstag, 7. Mai 2022

Nachfolger von Franz Reindl und Co. gewählt Olympia-Qualifikation 2026, Heim-WM 2027, Finanzen und Eishallen: Die Ziele des neuen DEB-Präsidiums um Peter Merten

Das neue DEB-Präsidium: Marc Hindelang, Hauke Hasselbring, Dr. Peter Merten und Andreas Niederberger (von links).

Foto: Bauer

Das neue Präsidium des DEB steht: Die Mitgliederversammlung wählte am Samstagnachmittag wie erwartet Dr. Peter Merten zum Nachfolger von Franz Reindl als DEB-Präsidenten. Hauke Hasselbring (Bremerhaven) verantwortet ab sofort den Bereich Finanzen, Ex-Nationalspieler Andreas Niederberger den Bereich Sport. Aus dem alten Präsidium, aus dem neben Reindl auch Daniel Hopp und Berthold Wipfler ausschieden, verblieb nur Marc Hindelang, der weiter für den Bereich Oberligen und Landesverbände zuständig ist. Alle Kandidaten wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig gewählt. Gegenkandidaten gab es nicht.

"Offenheit, Transparenz und Loyalität sind für mich wichtige Themen", sagte Merten unmittelbar nach seiner Wahl und kündigte an. "Wir werden weiter Gas geben." Der scheidende Präsident Reindl hatte dem neuen Präsidium schon mit auf den Weg gegeben: "Es wird kein Honiglecken, das kann ich euch jetzt schon sagen."

Eines der Hauptanliegen für die weitere Entwicklung: Der DEB soll eine neue Struktur erhalten. "Wir werden den Verband unternehmerisch ausrichten", erklärte Merten die Pläne. Anvisiert ist ein Aufsichtsratsmodell, in dem das Präsidium für Strategie, Kontrolle, Beratung der Vorstände und Repräsentanz zuständig sein soll. Die operative Arbeit, die Reindl noch übernahm, soll künftig voll auf Geschäftsstelle, Sportdirektor und Generalsekretär übergehen. Merten hofft auf eine Umstellung in ein bis zwei Jahren.

Drei weitere Themen sieht Merten, neben dem Sportlichen (Olympia-Qualifikation), als zentral an: die Finanzen, eine neue Heim-WM und Eishallen.

Wipfler prognostiziert nämlich negative Ergebnisse für 2022 und 2023. Am Ende des Jahres 2023 sieht er allerdings noch eine Reserve von 1,8 Mio. Euro. „Das muss aber dann für die Zukunft reichen. Wir müssen unter Umständen Einsparungen vornehmen und wieder an das Finanzkonzept ran.“ Hindelang hielt dagegen: "Ich möchte weiterhin nicht, dass eine Maßnahme nicht stattfinden kann. Es geht nicht nur ums Sparen, wir müssen auch die Einnahmen erhöhen.“ Das soll auch über eine Heim-WM 2027 klappen. Eine Bewerbung ist (wie berichtet) geplant. Bewerbungsschluss ist schon Mitte Januar 2023.

Beim Thema Eishalle setzt das neue Präsidium auf nachhaltige Konzepte für Neubauten. Merten: "Es wäre nicht richtig, zu sagen, wir wollen Beihilfen. Das kann man für bestehende Hallen versuchen." Nach vorne könne man über speicherfähige und solarunterstützte Modelle etwaig Fördermittel erhalten.

Vor den Wahlen hatte die Mitgliederversammlung den nach acht Jahren als Präsidenten und nach 30 Jahren im Verband ausgeschiedenen Reindl emotional und mit Standing Ovations verabschiedet. Videostatements kamen unter anderem von Marco Sturm, Hans Zach, Alois Schloder und Uwe Krupp. "Mir fehlen die Worte", sagte Reindl, der auch Tränen in den Augen hatte. "Ich bin tief gerührt."

Auch die gegen Reindl aufgekommenen Vorwürfe wurden in einem mehr als 50-minütigen Block thematisiert. Die untersuchende Kanzlei für Wirtschaftsstrafrecht Verte stellte noch einmal das Gutachten vor, DEB-Justiziar Marcus Haase zeichnete den Verlauf der Entwicklungen nach. Die Mitglieder hätten vorher um Klärung gebeten. Es seien keine strafrechtlich relevanten Vorwürfe zutage gekommen

Als Wolff-Dietrich Prager, Chef des schleswig-holsteinischen Verbandes das Wort ergriff und sagte, er habe "auf viele Fragen keine Antworten bekommen" und man solle "abwarten, was die unabhängige Staatsanwaltschaft" sage, wurde er sowie Manuel Hiemer (LEV Sachsen-Anhalt) und Hendrik Jan Ansink (Hessen, er hatte Reindl angezeigt) auch beschimpft. "Jetzt ist es an der Zeit, dass sich diese drei Familienmitglieder fragen, ob sie noch tragbar sind", sagte unter anderem Frauke Rautenberg, Vizepräsidentin des EHV NRW. Wipfler beschimpfte die drei als "Pharisäer". Hiemer und Ansink verzichteten auf Statements. Ansonsten gab es kaum kritische Worte.

Michael Bauer/Martin Wimösterer


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