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Donnerstag, 25. Januar 2024

Details für Februar angekündigt Fünf Mitglieder das kanadischen Juniorenteams von 2018 im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch vorgeladen

Team Canada bei der Junioren-WM 2018 in Buffalo. Fünf Spieler wurden nun in Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von der Polizei vorgeladen.
Foto: HHOF-IIHF images/Matt Zambonin

Steht die NHL vor einem so nie da gewesenen Skandal? Schon seit geraumer Zeit schwebt über dem kanadischen Eishockey nicht nur ein juristisches Damoklesschwert, das nun kurz davorsteht, seinen Schwebezustand zu beenden. Denn fünf Mitglieder der kanadischen Juniorennationalmannschaft von 2018 wurden Anfang der Woche von der Polizei von London in der kanadischen Provinz Ontario angewiesen, sich innerhalb einer vorgesehen Frist vor Ort der Anklage des sexuellen Missbrauchs zu stellen. Darunter sind wohl auch aktuelle NHL-Spieler.

Worum es geht? Am Abend des 19. Juni 2018 soll es am Rande einer von der Stiftung des kanadischen Eishockeyverbands ausgerichteten Gala-Veranstaltung in einem Hotelzimmer in London zu sexuellen Übergriffen von mehreren Männern, bei denen es sich um Spieler der kanadischen Juniorennationalmannschaft gehandelt haben soll, gegenüber einer Frau gekommen sei. Diese berichtete in einer Klage vor dem Ontario Superior Court im April 2022, zunächst alleine mit einem Spieler des U20-Teams einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Anschließend seien auf dessen Veranlassung und ohne ihre Zustimmung weitere sieben Männer in den Raum gekommen, hätten sie dazu genötigt, im Zimmer zu bleiben, woraufhin es gegen ihren Willen zu weiteren sexuellen Handlungen gekommen sei.

Nur einen Monat später, im Mai 2022, einigte sich der Verband mit dem mutmaßlichen Opfer auf einen Vergleich. Aufgrund der Veröffentlichung des Falls allerdings starteten die Polizei von London, die ihre eigenen Ermittlungen 2019 zunächst eingestellt hatte, sowie der kanadische Verband eine Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens. Im Oktober 2022 hatte die Polizei genügend Hinweise zusammen, sodass ein Gerichtsverfahren gegen die mutmaßlichen Täter eröffnet wurde. Aus diesem Grund geriet nun auch Hockey Canada in den Fokus. Wie sich herausstellte, hatte der Verband nicht erst in diesem Fall, sondern bereits zuvor in mehreren ähnlichen Fällen, an denen Spieler kanadischer Juniorenteams beteiligt waren, mögliche Gerichtsverfahren gegen hohe Zahlungen verhindert. Insgesamt sollen 8,9 Millionen Dollar an Frauen geflossen sein, die über die Jahre ähnliche Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an Spieler kanadischer Juniorenteams gerichtet hatten.

Erschwerend kam für den Verband hinzu, dass dieses Geld auf extra geschaffenen Schwarzgeldkonten von Mitgliedsbeiträgen bezahlt worden waren. Der Fall zog so immer weitere Kreise und sorgte schließlich sogar für Anhörungen vor dem kanadischen Parlament, zumal der Verband auch von staatlicher Seite stets großzügig finanziell unterstützt worden war. Im Eishockey-Land Kanada hatte dies alles längst einen Skandal von nationaler Tragweite ausgelöst, zumal zudem bekannt wurde, dass Gelder auch auf andere Weise, wie durch das Anmieten luxuriöser Appartements oder den Kauf von Luxusuhren verschwendet worden waren. Am Ende sprangen aus diesen Gründen sogar Großsponsoren, wie der längere Zeit mit dem Verband verbundene Sportartikelhersteller Nike, ab. Die Verbandsspitze wurde schließlich komplett abgelöst. Als weitere Konsequenz durften Spieler aus eben jenem Juniorenteam von 2018 nicht an der A-WM im vergangenen Jahr 2023 teilnehmen, bei der Kanada im Finale die deutsche Mannschaft mit 5:2 bezwungen hatte. 

Um weitere Details zum aktuellen Verfahren in Ontario zu offenbaren, kündigte das Gericht in London Mitte der laufenden Woche an, am Montag, den 5. Februar, eine Pressekonferenz zum Thema einzuberufen. Spätestens dann dürften neben den genauen Anklagepunkten auch die Namen der fünf mutmaßlichen Täter offiziell bekanntwerden.

Ungemach droht diesen auch von der NHL, die nach Wiederaufnahme der polizeilichen Ermittlungen eigene Nachforschungen gestartet hatte. „Sobald es weitere Informationen bezüglich der Ermittlungen zu teilen gibt, werden wir die Medien kontaktieren“, erklärte Bill Daly, der stellvertretender Commissioner der Liga am Mittwoch gegenüber nordamerikanischen Medien - und wollte ansonsten keine weitergehenden Aussagen zum Thema tätigen.   

Joachim Meyer


Notizen

  • vor 3 Stunden
  • Marco Sturm ist mit seinen Ontario Reign aus den Playoffs in der AHL ausgeschieden. Sein Team verlor auch Spiel 3 der Best-of-five-Serie (Finale Pacific Division) gegen gegen die Coachella Valley Firebirds, diesmal mit 2:3.
  • vor 2 Tagen
  • Gergely Majoross, zuletzt in der DEL2 bei den Ravensburg Towerstars als Cheftrainer an der Bande, ist neuer Head Coach der ungarischen Nationalmannschaft. Majoross wurde in Ravensburg nach einer Saison (Aus im Viertelfinale) entlassen und durch Bo Subr ersetzt.
  • vor 5 Tagen
  • Frank Gentges bleibt Cheftrainer der Ratinger Ice Aliens in der Regionalliga West. In den ersten beiden Spielzeiten unter ihm als Chef an der Bande wurden die Ice Aliens zweimal Hauptrunden-Sieger und standen in beiden Jahren im Playoff-Endspiel. 2024 wurde Ratingen Meister.
  • vor 5 Tagen
  • Rangers-Kapitän Jacob Trouba hat den Mark Messier NHL Leadership Award erhalten. Dieser geht an den Spieler mit den größten Führungsqualitäten für eine Mannschaft, auf und abseits des Eises. Mit der Auszeichnung wird auch sein Einsatz für die Rangers-Community gewürdigt.
  • vor 10 Tagen
  • Red Bull Salzburg hat am Freitagvormittag bestätigt, dass U20-Nationalspieler Philipp Sinn, der 2022/23 bereits zwei DEL-Spiele für München absolviert hat, in Salzburg bleibt. Er absolvierte 49 Spiele für den österreichischen Meister (zehn Punkte) und spielte auch neunmal für die Hockey Juniors.
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