Anzeige
Anzeige
Donnerstag, 23. Mai 2024

WM-Reise endet in der Runde der besten Acht: Deutschland verschläft Anfangsdrittel und scheitert im Viertelfinale mit 1:3 gegen die Schweiz – Erster Halbfinaleinzug für Eidgenossen seit 2018

1:3 nach 60 Minuten: Im Viertelfinale kam das DEB-Team nicht an der Schweiz vorbei.
Foto: City-Press

Es war letztlich eine denkbar knappe Niederlage für die DEB-Auswahl, nachdem das deutsche Team das erste Drittel verschlafen hatte. Später wachte die DEB-Auswahl auf, drängte auf den 2:2-Ausgleich, aber konnte am Ende die Schweiz nicht bezwingen und musste sich im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2024 in Ostrava mit 1:3 (0:2, 1:0, 0:1) geschlagen geben.

Mit einer veränderten Formation startete Deutschland in die Partie. Ohne Verteidiger Tobias Fohrler, dafür aber mit Stürmer Daniel Fischbuch (13. Angreifer), der am Ende allerdings ebenso wie Defender Colin Ugbekile ohne Eiszeit blieb (das DEB-Team agierte de facto also mit nur sechs Verteidigern), wollte das deutsche Team dem mit NHL-Profis gespickten Schweizer Kader das Leben schwermachen.

Doch die Schweizer Nati startete mit viel Energie und Laufstärke in die Partie – nicht zuletzt angetrieben von einem frühen Powerplay, in welchem das Team von Trainer Patrick Fischer bereits 13 Sekunden nach dem ersten Bully der Partie offensive Akzente setzten konnte. Das deutsche Unterzahlspiel bleib jedoch ohne Fehler und hielt dem anfänglichen Druck der Schweizer stand. Das DEB-Team fand jedoch schwer ins Spiel, erst nach fünf Minuten gelang der Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis die erste Offensivphase in der Schweizer Zone.

Die Schweizer dominierten die ersten 20 Minuten deutlich, agierten aggressiv und köprerbetont und ließen dem DEB-Team kaum Raum in der Offensive. Auch in Überzahl gelang es den Deutschen nicht, das Momentum auf die eigene Seite zu bringen. Stattdessen brachte Christoph Bertschy die Schweiz in Unterzahl in Führung. Seinen Schuss von außen ließ NHL-Goalie Philipp Grubauer im deutsche Tor passieren – das 0:1 ging durchaus auf die Kappe des deutschen Schlussmanns. Auch nach dem 1:0 blieb die Nati im Forechecking aggressiv, die Deutschen spielten dagegen zu unsauber und nicht effektiv genug im Abschluss. Verhinderte zuvor noch der Torpfosten die 2:0-Führung, beförderte Nico Hischier mit einem gezielten Schuss den Puck an Grubauer vorbei ins Netz zum 2:0 (17.). Das deutsche Team hatte nicht nur in dieser Szene die Zuordnung etwas verloren.
 

Das Spiel in der Übersicht (1 Einträge)

 


Eine deutliche Leistungssteigerung zeigte die DEB-Auswahl allerdings mit Beginn des zweiten Drittels. Nach einem Kniecheck – der trotz Videostudium der Hauptschiedsrichter als Beinstellen (zwei Minuten) ausgelegt wurde und somit keine große Strafe nach sich zog – gegen JJ Peterka kam die deutsche Mannschaft in der 32. Minute zum Anschlusstreffer. Nach dem Bully-Gewinn von Wojciech Stachowiak traf Dominik Kahun ins kurze Eck gegen den Schweizer Schlussmann Leonardo Genoni. Der 1:2-Anschlusstreffer im Powerplay beflügelte das nun tonangebende DEB-Team, Kahun traf kurz nach seinem Tor auch noch den Pfosten. Und gegen eine kompakter stehende deutsche Defensive kamen die Schweizer nun auch deutlich seltener zum Abschluss.

Die Offensive der Schweiz wurde mit Beginn des Schlussdrittels praktisch vollständig unter Kontrolle gebracht. Doch auch den Deutschen gelang es nicht, die Abwehr der nun passiven Schweizer zu überwinden und in der Offensive genügend Druck aufzubauen. Lediglich 15 DEB-Torschüsse standen am Ende in der Statistik. Mit viel Kraft und Anstrenung brachten die Schweizer die kanppe 2:1-Führung über die letzten 20 Minuten und erzielten 58 Sekunden vor dem Ende ihren dritten Treffer des Abends ins verwaiste deutsche Gehäuse. Nach WM-Silber 2023 scheiterte Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2024 also im Viertelfinale. Erstmals seit 2018 zieht die Schweiz wieder in ein WM-Halbfinale ein und beendete zugleich ihren Viertelfinalfluch in den Duellen mit der deutschen Mannschaft.

Im Anschluss an die Partie wurde Dominik Kahun als bester deutscher Spieler der Viertelfinalpartie ausgezeichnet. Zu den besten Spielern des Turniers wählte das Trainerteam JJ Peterka, Leo Pföderl und Wojchech Stachowiak.

Katharina Saager

Die deutschen Stimmen zum Spiel (3 Einträge)

 

Notizen

  • gestern
  • Stürmer Leonardo Stroh (23), der in der abgelaufenen Saison bei 40 Einsätzen im Trikot von Nord-Oberligist Füchse Duisburg fünf Scorer-Punkte (ein Tor, vier Assists) verzeichnete, wechselt zu den Ratinger Ice Aliens in die Regionalliga NRW.
  • gestern
  • Dennis Thielsch – zuletzt beim DEL2-Aufsteiger Blue Devils Weiden – unterschreibt einen Zwei-Jahres-Vertrag bei FASS Berlin in der Regionalliga Ost. Wenn die Saison 2024/25 beginnt, wird der Angreifer sein erstes Spiel für FASS nach einer Pause von 17 Jahren und neun Monaten machen.
  • gestern
  • Verteidiger Eric Gotz, zuletzt in Diensten der Krefeld Pinguine (DEL2) mit fünf Toren und 16 Vorlagen in 52 Einsätzen, schließt sich den Aalborg Pirates in Dänemark an.
  • gestern
  • David Woltmann verlässt den Nord-Oberligisten Herford. In 23 Spielen hattte der 21-jährige Stürmer in der vergangenen Saison einen Treffer vorbereitet.
  • gestern
  • Angreifer Alex Tonge hat den EV Landshut (DEL2) wie erwartet verlassen und sich dem EIHL-Club Dundee Stars angeschlossen. Der nachverpflichtete Kanadier verbuchte für den EVL in 30 Einsätzen 27 Scorer-Punkte, darunter zwölf Treffer.
Anzeige

Die Eishockey NEWS-App

Lesen Sie jetzt alles über die schnellste Mannschaftssportart der Welt auf Ihrem Tablet oder Smartphone. Alle deutschen Ligen, die NHL und die europäischen Clubs finden Sie auf einen Klick. Mit allen Artikeln und Bildern.
Anzeige