Das Eis ist schon da, die letzten Arbeiten müssen noch gemacht werden, unter anderem die Linien. In Hamburg kann in Kürze nun auf einer mobilen Eisfläche trainiert und auch gespielt werden.
Foto: Irmelin Svensson
Am Samstagvormittag standen zwei Teenager-Mädchen vor der mobilen Eisfläche im Sportpark Steinwiesenweg in Hamburg-Eidelstedt. Ob sie den mithelfen könnten, damit die Bahn schneller fertig werde, fragten sie. Ihre Eltern könnten das leider gerade nicht, weil sie beruflich eingebunden seien. Irmelin Svensson, die Vorsitzende des Hamburger Eis- und Rollsportverbands, erzählt diese Geschichte beispielhaft dafür, was sich in den vergangenen acht Wochen in Hamburg getan hat.
„Es gibt Menschen, die betrachten das hier als ihre Eisfläche und fiebern mit. Mir ist das Herz aufgegangen, als ich gehört habe, dass die beiden Mädchen mit bauen möchten.“ In acht Wochen nun haben Svensson und ihre Mitstreiter sowie die Verantwortlichen aus der Hamburger Politik nun dafür gesorgt, dass in Hamburg nach der Schließung der Eissbahn in Stellingen (marodes Dach) ein Ersatz verfügbar sein wird.
Am Wochenende nun wurden die Spielerbänke und Banden installiert, am Montag folgen die Linien, ab dem kommenden Wochenende wird gespielt. „Das waren nur acht Wochen, aber wir hätten es auch in sechs geschafft, wenn es nicht zwischendurch noch kleinere Unstimmigkeiten gegeben hätte“, sagt sie. „Und dabei hat jeder gesagt: Wir schaffen es überhaupt nicht. Aber man kann alles schaffen, wenn man sich nur anstrengt.“ Strom, Wasser, Zufahrt für die Zamboni – in den vergangenen Wochen habe es viele Anstrengungen gegeben.
Nach der Sperrung der Stellinger Bahn war in Hamburg mit dem Eisland in Farmsen nur noch eine einzige Eishockeyfläche zur Verfügung gestanden. Dementsprechend staute sich der gesamte Eishockeyspielbetrieb dorf. Nun sorgt die Freiluftfläche, die von der Firma ISS GmbH (bekannt durch zahlreiche Freiluft-Events in der DEL und DEL2) geliefert und aufgebaut wurde, für Entlastung und sogar etwas mehr. Denn weil kein öffentlicher Lauf geplant ist, stehen sogar mehr Trainingszeiten zur Verfügung. Aktuell ist der Betrieb noch von 14 bis 22 Uhr geplant, in den Ferien könne man das Training ausweiten, sagt Svensson. Rund 150 Zuschauer können die Spiele und Trainings des Regionalliga-Teams des HSV und der zahlreichen Nachwuchsspieler auf einer Traverse verfolgen.
Und das trotz des fehlenden Daches auch mit der einen oder anderen Annehmlichkeit. Die Vereine helfen dabei zusammen, sagt Svensson. Die TSG Bergedorf hat einen Foodtruck. „Wo kann man den Kindern nach dem Eishockey schon mal einen Burger bieten?“, lacht Svensson. Das Gelände selbst – der neue Sportpark wurde erst im Oktober nach rund 18-monatiger Bauzeit eröffnet – bietet verschiedene weitere Sportanlagen, darunter ein Trimm-Dich-Pfad mit Tartanbahn und eine so genannte „Offenhalle“, die beim Sport vor Regen schützt. Zudem gibt es einen Fitnessraum, Off-Ice-Räume und große und renovierte Umkleideräume, die zur im Sommer ausgetragenen Rugy-EM renoviert worden. Das alles können die Eishockeyvereine nutzen. „All das zusammen macht das cool, vor allem für die Kinder“, sagt Svensson, die aus eigener langjähriger Erfahrung weiß, dass für diese manchmal ganz andere Dinge wichtig sind, als für Erwachsene. „Und es entstehen durch die Zusammenarbeit der Vereine wieder tolle soziale Kontakte.“
Bis Ende März bleibt die Fläche stehen, dann wird sie rückgebaut. Parallel hofft Otten, dass schon im kommenden Herbst die Fläche in Stellingen wieder nutzbar ist. Im neuen Jahr soll der Rückbau des maroden Daches beginnen. Langfristig plant die Stadt aber einen Neubau.
Michael Bauer