Foto: Philipp Knop
Ein Winter Game mit Berlinern? Nein in diesem Fall sind nicht die Eisbären gemeint, sondern Regionalligist FASS Berlin, der am Sonntag für sein Heimspiel gegen die Chemnitz Crashers (3:0) auf das Eisstadion Neukölln auswich: „Winter, überdachte Tribüne, Atmosphäre – Eishockey pur, reduziert auf das Wesentliche“, hatten die Akademiker in ihrer Ankündigung gehofft und wurden aufgrund der Wetterbedingungen nicht enttäuscht.
Denn es wurde ein sonniger Berliner Nachmittag und die Eisqualität war bei Temperaturen von minus vier Grad Außentemperatur ebenfalls gut. Damit war es sogar noch einmal einige Grad wärmer als tags zuvor beim Spiel der Eisbären in Dresden, bei dem die Fans auf den Tribünen bei minus zehn Grad mächtig froren. Wie auch in Dresden hatten es zum Spiel in Berlin auch Gäste-Fans geschafft.
Zwar kamen nach Neukölln insgesamt nur 315 Zuschauer (was etwas mehr ist als der amtierende Meister der Regionalliga Ost derzeit aufweist), was die Verantwortlichen von FASS allerdings auch damit begründeten, dass der eigene Nachwuchs komplett selbst im Einsatz war. Dennoch war es Werbung für den Club, denn zahlreiche Berlinerinnen und Berliner auf der benachbarten Eisfläche folgten dem Treiben mit viel Interesse.
Die stadiontechnisch in der Vergangenheit gebeutelten Akademiker (Dach, Technik) ziehen nun wieder ins Erika-Heß-Eisstadion zurück. Dort wurde die neu installierte Kältetechnik (sie ersetzte eine Anlage aus dem Jahr 1967) in der vergangenen Woche erfolgreich hochgefahren. Die Außenfläche, die nunmehr drei Jahre geschlossen war, geht am Montag in Betrieb, die Halle wird am Donnerstag folgen. Zuletzt spielte das Team in der Halle mit einer mobilen Bande auf verkleinertem Maß innerhalb der alten Bande, ein bisschen NHL-Flair also im Wedding.
Diese Lösung des Berliner Bezirks Mitte, der Betreiber des Stadions ist, erlaubte FASS einen wesentlichen Teil des Trainings- und Spielbetriebs im Heimatstadion absolvieren. Am Sonntag habe man aus der Not eine Tugend gemacht, sagte Geschäftsführer Alexander Hedderich gegenüber Eishockey NEWS: „Die Inbetriebnahme der neuen Eistechnik im Erika-Heß-Eisstadion hat sich verzögert, und in Charlottenburg fand an diesem Wochenende der BerlinCurlingCup statt. Also haben wir in Neukölln angefragt - und ein Event daraus gemacht.“