In Weiden propagiert man Zusammenhalt, um den Standort zu sichern. Die Fans müssen ab 1. Februar deutlich tiefer in die Tasche greifen, wenn sie ein Heimspiel sehen wollen.
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Die Blue Devils sind am Dienstagnachmittag mit einer deutlichen Preiserhöhung bei Heimspielen an die Öffentlichkeit gegangen. „Ohne diese Maßnahme gibt es – sofern lokale Sponsoren und Unterstützer ihre Engagements nicht deutlich ausweiten – keine realistische Alternative, um den Fortbestand des professionellen Eishockeys langfristig in Weiden zu sichern“, äußerten sich die Verantwortlichen in der Pressemitteilung relativ deutlich.
Grund seien die „massiven Kostensteigerungen“, die man trotz guten Zuschauerschnitts (2.318), der allerdings immer noch der geringste der DEL2 ist (Fassungsvermögen 2.560 Zuschauer), nicht habe kompensieren können. Die Kostensteigerungen betreffen laut Clubangaben Miet- und Pachtkosten, behördliche und strukturelle Auflagen und allgemein steigende Betriebs- und Personalkosten.
Die Preise steigen ab Februar deutlich, wie der Club auch auf seiner Homepage ausführt. Ein Stehplatz kostete bisher 16 Euro, nun 21 Euro (22 Abendkasse), ein Sitzplatz 34 (Abendkasse 35 Euro) statt 27 Euro. Kinder, Jugendliche und Berechtigte für eine ermäßigte Karte zahlen im Vergleich zu bisher fünf Euro mehr, ein Sitzplatz kostet in allen Kategorien sieben Euro mehr. Zudem wolle man auch „interne strukturelle Anpassungen zur Kostensenkung sowie personellen Veränderungen“ vornehmen.
Ergänzend werde aktuell an der Konzeption eines Unterstützungsvereins bzw. Beteiligungsvereins gearbeitet. Der Grundgedanke ähnelt einem Förderverein, geht jedoch einen Schritt weiter: Mitglieder leisten einen jährlichen Beitrag und sind über den Verein mittelbar am Club beteiligt. Ziel ist es, eine zusätzliche, nachhaltige Säule zur finanziellen Stabilisierung der Blue Devils zu schaffen.
Im Februar 2025 hatte The Birch Group die damals in finanzielle Schieflage geratenen Blue Devils übernommen. Im November 2024 hatte mit der Ziegler group der größte Sponsor des Clubs Insolvenz anmelden müssen. Daraufhin wurde unter anderem auch ein Crowdfunding gestartet, Unternehmen und Gönner aus der Region halfen ebenfalls mit, den Standort zu retten. Das Team schaffte nicht nur den Klassenerhalt, sondern wurde Tabellensiebter und schied nach erfolgreichen Pre-Playoffs gegen Bad Nauheim (2:1) erst im Viertelfinale gegen Krefeld (2:4) aus.
Vor der Saison hatte Präsident Stephan Seeger hohe Ziele formuliert. „Mit Blick auf eine ernsthafte Titelkampagne in dieser Saison bin ich in Bezug auf unsere Kaderzusammenstellung so zuversichtlich wie selten zuvor“, sagte er. Momentan sind die Blue Devils Elfter, einen Punkt hinter den Pre-Playoff-Rängen.
Nun hieß es, The Birch Group verstehe „sich nicht als reiner Investor, sondern als Unterstützer und erster Fan des Klubs.“ Nur gemeinsam mit den Fans, den Sponsoren, Gönnern, Ehrenamtlichen und Unterstützern könne es gelingen, die notwendigen Mittel aufzubringen, um konkurrenzfähiges DEL2-Eishockey in Weiden zu ermöglichen.
Die ersten Reaktionen der Fans in den Sozialen Medien waren verärgert. Von „krasser Erhöhung“ oder „zu viel auf einmal“ wurde geschrieben. Allerdings wunderte sich auch ein Fan, dass die Erhöhung nicht schon früher gekommen sei.
Update: Der Club verweist darauf, dass zur Kompensation der Preiserhöhung alle Käufer eines Tagestickets einen Getränke-Gutschein erhalten, mittels dem ein 0,5-Liter-Getränk zu einem Liter-Getränke aufgewertet werden könne.