Top in der Tabelle und top im Zuschauerranking: Die Kölner Haie.
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Die Kölner Haie führen nicht nur klar die Tabelle der DEL an, sie sind auch Deutschlands Zuschauerkrösus. Fast 18.000 Zuschauer sind bei jedem Heimspiel dabei. Dabei führen sie einmal mehr auch Europas Tabelle an – der SC Bern begrüßt 15.322 Fans im Schnitt. In St. Petersburg steht zwar seit 2023 die SKA Arena, die 22.500 Zuschauer fasst, allerdings ist SKA im Sommer wieder in den 12.300 Zuschauer fassenden Eispalast zurückgekehrt.
In Deutschland gibt es neben Köln mit Berlin und Mannheim noch drei weitere Clubs, die locker die Marke von 10.000 Fans reißen, München liegt mit dem neuen SAP Garden ebenfalls darüber. Der Schnitt vom alten Olympia-Eisstadion wurde verdoppelt. Schon auf Rang fünf folgt Zweitligist Düsseldorfer EG, der seit dem Abstieg zwar deutlich einbüßte (9.104 in der vergangenen Saison), dank des Derbys gegen die ebenfalls unter den Top Ten vertretenen Krefeld Pinguine aber einen neuen DEL2-Zuschauerrekord für Indoor-Spiele aufstellte. 13.102 Zuschauer sahen das Straßenbahn-Derby Ende November.
Zwar wird die DEL im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des Tauschs von Düsseldorf gegen Dresden (Kapazität 4.412 Zuschauer) ihren Wert nicht halten können, die DEL2 steuert dafür schon jetzt klar einem neuen Bestwert entgegen. Nach 3.284 Fans in der Vorsaison liegt der Schnitt aktuell bei 3.710 Fans. Gleich sechs Clubs haben Werte von 4.000 Zuschauern und höher, neben Düsseldorf und Krefeld sind dies auch Kassel, Regensburg, Landshut und Rosenheim.
Bester Oberligaclub sind die Hannover Indians, die mit mehr als 3.500 Fans auf Rang 21 der deutschlandweiten Statistik liegen und damit gleich noch sieben DEL2-Clubs hinter sich lassen würden. Bester Süd-Club ist DEL2-Absteiger Selber Wölfe, der als einziger vor den Memminger Indians die Marke von 2.000 Fans überschreitet. Insgesamt ist das Gefälle in der Dritten Liga aber groß: Drei Clubs im Norden und gleich fünf im Süden haben nicht einmal vierstellige Werte.
Interessant sind die Zuschauerzahlen in den fünf Regionalligen, besonders im Westen, wo der Abstieg des insolventen Clubs aus Essen überall für einen großen Andrang sorgt. Nicht nur die neuen Eagles liegen bei 1.537 Fans im Schnitt, gerade in Dortmund boomt Eishockey regelrecht. Die Eisadler haben im Schnitt 2.170 Fans. Das wäre ebenso schon oberligareif wie auch in Adendorf, Hamburg, Braunlage (Regionalliga Nord), Landsberg, Schweinfurt (Bayernliga), die allesamt teils deutlich über 1.000 Fans im Schnitt haben. Die Nord-Regionalligisten spielen aber unter entschärften Kontingentspielerregelungen, was den Aufstieg schwerer macht. Und: Einige Viertligisten haben nicht einmal dreistellige Werte.
Insgesamt haben 52 Standorte in Deutschland im Schnitt mehr als 1.000 Fans. Mit dem ehemaligen Süd-Oberligisten Sonthofen kratzt sogar ein bayerischer Landesligist knapp an dieser Marke. Mit Soest (NRW; 475) und Waltershausen (Thüringen, 457) sind zwei weitere Landesligisten unter den Top 100 zu finden.
Michael Bauer