Ein Blick in die Aschaffenburger Eishalle vor dem Start der Sanierung.
Foto: Fedor Smolik
In der Eissporthalle in Aschaffenburg werden derzeit die dringend nötigen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt (Eishockey NEWS berichtete mehrfach). Die in die Jahre gekommene Anlage wird mit einer Lüftungsanlage versehen, die Holzleimbinderkonstruktion am Dach wird saniert und ertüchtigt, der Brandschutz wird angepasst und die Kältekompressoren werden erneuert. Die Eissaison 2025/26 entfällt deshalb, die Stadt geht von einer Wiederinbetriebnahme im Oktober 2026 aus.
Der 1. Aschaffenburger Eissportverein e.V., gegründet 1996, hat nun eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um selbst auch Hand an der Halle anlegen zu können. Denn dort fehlt, was andernorts selbstverständlich ist: Umkleiden und Duschen (nur im Hallenbad verfügbar zu deren Öffnungszeiten; daher wird teils aufs Duschen verzichtet), denn die Halle war einst nur für den öffentlichen Eislauf konzipiert. Der Club möchte dazu für rund 25.000 Euro einen Umkleide- und Sanitärcontainer anschaffen. Zudem ist die Bande noch nicht mit einem Plexiglas versehen. Die Fangnetze verhindern auch eine Teilnahme am Ligabetrieb. Der Nachwuchs des AEV spielt aktuell in der „Nachwuchs-Hobby-Liga“, die Herrenmannschaft „Spartak“ nimmt an der „Rhein-Main Hobby-Liga“ teil. Neumitglieder könne man trotz Nachfrage derzeit nicht aufnehmen, durch die Sanierung kann derzeit ohnehin kein Trainings- und Spielbetrieb statt. 15.000 Euro sind für das Thema Banden und Fangnetze eingeplant. Dazu sollen weitere 10.000 Euro für Trikots, Helme, Tore oder Schutzausrüstung erlöst werden.
„Die genannten Gewerke sind im Sanierungskonzept nicht berücksichtigt“, sagt AEV-Vorstand Fedor Smolik gegenüber Eishockey NEWS. „Das soll aber keine Kritik sein, sondern wir sind der Stadt Aschaffenburg sehr dankbar, dass die Halle saniert wird. Es ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit, dass so ein Projekt überhaupt umgesetzt wird.“ Im Zuge der laufenden Hallensanierung sieht der Verein die Möglichkeit, gemeinsam mit der Stadt Aschaffenburg notwendige Maßnahmen umzusetzen. „Wir sind dankbar, dass uns die Möglichkeit eingeräumt wurde, die Eishalle den Anforderungen unserer Sportart anzupassen.“
Die Investitionskosten, die der Club tätigen will, belaufen sich auf mindestens 50.000 Euro. „Wir sind überzeugt, dass wir es durch Spenden und Sponsoring umsetzen können.“ Der Club macht durch Flyer und Plakate auf sich aufmerksam, auch einige größere Spender hätten bereits eine Zusage gegeben. Noch gibt es keine genauen Daten, aber bis April oder Mai müsse das Geld zusammen sein, damit die Container und das Material bestellt werden können, einiges werde auch in Eigenleistung gemacht, zum Beispiel an der Bande, die nicht komplett ersetzt wird. „Außerdem müssen wir das Fortschreiten der Arbeiten in der Halle abwarten“, sagt Smolik.
Der Trainingsbetrieb ruht derzeit. Im September gab es einige Einheiten für den Nachwuchs und die Herren, einige haben sich aber in Darmstadt oder auch Frankfurt einen neuen Verein gesucht. Zwischendurch gab und gibt es Testspiele. „Die anderen Teams, die wir alle sehr gut kennen, helfen uns durch Freundschaftsspiele oder nehmen kurzfristig Spieler ins Training auf.“
Michael Bauer