Vor der prächtigen Olympia-Kulisse von fast 11.000 Fans feierten Schwedens Frauen einen 6:1-Kantersieg gegen Gastgeber Italien. Hier jubelt Jessica Adolfsson über ihr 1:0.
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Nach dem 4:1-Erfolg über die DEB-Auswahl am Donnerstagmittag hat das schwedische Frauen-Nationalteam auch sein zweites Spiel beim olympischen Eishockeyturnier in Mailand für sich entschieden und damit die Maximalausbeute von bisher sechs Punkten eingesammelt. Am Samstagnachmittag setzten sich die Schwedinnen vor der bisherigen Turnier-Rekordkulisse von 10.727 Fans in der Milano Santagiulia Ice Hockey Arena mit 6:1 gegen die Gastgebernation Italien durch. Auch die 47:19 Torschüsse des Favoriten sprechen eine deutliche Sprache. Nach dem italienischen Auftakterfolg über Frankreich blieb am Samstag die Situation aus, was sich früh abzeichnete.
Gegen Mitte des zweiten Drittels erhöhten die Skandinavierinnen ihren Vorsprung von 1:0 auf 3:0. Nur einmal ließen die Italienerinnen in Person von Franziska Stocker die größere der beiden OIympia-Arenen erbeben – beim 1:3-Anschlusstreffer in der 34. Minute. Doch Schweden ließ auch in der Folge wenig zu, selbst zwar einige Top-Chancen liegen und baute dennoch den Vorsprung bis zum Endstand von 6:1 aus. mit zwei Toren und einer Vorlage war Thea Johansson von der University of Minnesota-Duluth (NCAA) die auffälligste Spielerin auf dem Eis. Schweden steht mit sechs Zählern schon mit einem Bein im Viertelfinale der Frauen und hat zudem beste Chancen auf Platz eins in der Deutschland-Gruppe B.
In der Gruppe A sind die USA ihrer Favoritenrolle derweil auch im zweiten Match gerecht geworden. Beim 5:0-Erfolg über Finnland dominierte der Weltranglistenerste das Geschehen erwartungsgemäß über die komplette Spielzeit, Verteidigerin Megan Keller war mit einem Treffer sowie zwei Assists die erfolgreichste Punktesammlerin. Für die Finninnen war es die erste Partie des Olympia-Turniers, der ursprünglich angesetzte Auftakt gegen Kanada war auf den 12. Februar verschoben wurden, nachdem ein Norovirus-Ausbruch dafür gesorgt hatte, dass zwischenzeitlich 13 Spielerinnen entweder erkrankt waren oder sich in Isolation befunden hatten. Gegen die USA konnten die Nordeuropäerinnen nichtsdestotrotz mit einem vollen Lineup antreten, nach 15 torlosen Minuten und vereinzelten Kontermöglichkeiten zu Beginn waren die Finninnen mit zunehmender Spieldauer aber immer chancenloser und leisteten sich darüber hinaus zu viele Strafzeiten.
Am Samstagabend starteten dann auch die von den finnischen Ausfällen indirekt betroffenen Kanadierinnen in das Olympia-Turnier – und gaben sich als zweiter Goldfavorit neben den Vereinigten Staaten ebenfalls keine Blöße. Beim 4:0 gegen die Schweiz sorgten die im Abschluss teils fahrlässigen Ahornblätter allerdings trotz drückender Überlegenheit und 55:6 Torschüssen erst im Schlussdrittel mit zwei Powerplay-Treffern und dem Schlusspunkt durch Daryl Watts für klare Verhältnisse, nachdem die leidenschaftlich verteidigenden Schweizerinnen von ihrer herausragenden Torhüterin Saskia Maurer lange im Spiel gehalten worden waren.
Von den Olympischen Winterspielen aus Mailand berichten Sebastian Groß und Stefan Wasmer