DEB-Torhüterin Sandra Abstreiter rückte erst im Schlussdrittel in den Mittelpunkt, erhielt nach dem 5:2-Erfolg über Japan aber nichtsdestotrotz ein Sonderlob von Mitspielerin und Assistenzkapitänin Laura Kluge.
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„Neuer Tag, neues Glück" – so, berichtete Luisa Welcke nach ihrem 50. Länderspiel, hatte das Motto der deutschen Eishockey-Frauen vor dem zweiten Olympia-Gruppenspiel gegen Japan gelautet. Glück benötigte die DEB-Auswahl gegen die Asiatinnen allerdings nicht. Vielmehr nahm das deutsche Team das Zepter nach der Auftaktniederlage gegen Schweden von Beginn an entschlossen in die Hand und verdiente sich vor den Augen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen 5:2-Erfolg, den Angreiferin Welcke als „sehr wichtig für den ganzen Vibe" bezeichnete.
Gegen die Japanerinnen stimmte dieser Vibe ab der ersten Sekunde. Die DEB-Frauen suchten geradlinig und mit hohem Tempo den Weg zum gegnerischen Tor, wo sich immer wieder eine großgewachsene deutsche Spielerin vor der 1,57 Meter kleinen Schlussfrau Miyuu Masuhara platzierte. „Wir haben das nicht direkt besprochen", sagte DEB-Stürmerin Laura Kluge, mit vier Torbeteiligungen (ein Treffer, drei Assists) die erfolgreichste Punktesammlerin des Tages, „aber wir sind eine physisch sehr starke Mannschaft. Gerade gegen kleinere Japanerinnen ist es dann von Vorteil, wenn man ein bisschen physischer spielt und den direkten Zug zum Tor sucht." In der Tat: Drei Tore in den ersten 13 Minuten waren der Lohn für den imposanten Start mit „sehr viel Energie. Wir haben im ersten Drittel gezeigt, dass wir im Turnier viel vorhaben", resümierte Kluge. Zwei weitere Treffer legte die deutsche Auswahl bis zur Spielmitte nach.
Mit diesem Polster im Rücken war es aus deutscher Perspektive verschmerzbar, dass die zweite Hälfte der Partie nicht mehr derart dominant gestaltet wurde und die Japanerinnen per Doppelschlag auf 2:5 verkürzten. „In Unterzahl haben wir noch nicht ganz unseren Rhythmus gefunden, das war bis jetzt immer eine Stärke von uns", merkte Kluge gleichwohl an, nachdem es erneut ein Gegentor bei numerischer Unterlegenheit setzte und das DEB-Team nun im Turnier bereits drei Treffer in Unterzahl kassiert hat. Nach dem 22-sekündigen Systemausfall stabilisierte sich die deutsche Mannschaft im Schlussdrittel zwar wieder, am Drücker blieben indes die Asiatinnen. „Aber wir haben ja eine starke Torhüterin, die uns gut im Spiel hält", würdigte Kluge die in den letzten 20 Minuten immer wieder geforderte Sandra Abstreiter.
Einen der ersten drei Ränge in der Fünfergruppe B in der Tasche haben Abstreiter & Co. nach dem ersten Sieg des Turniers und einem für Bundestrainer Jeff MacLeod „fantastischen Spiel gegen einen schweren Gegner" selbstredend noch nicht. Mit einem weiteren Erfolg am Montag (16.40 Uhr; ARD und Eurosport) über die bis dato punktlosen und in der Weltrangliste sechs Plätze hinter der DEB-Auswahl rangierenden Französinnen kann die Viertelfinalqualifikation – abhängig vom Ausgang des wenige Stunden zuvor stattfindenden Duells zwischen Italien und Japan – womöglich aber sogar schon fixiert werden. „Wir haben uns vorgenommen, in der Gruppenphase jedes Spiel zu gewinnen", machte Laura Kluge klar – und dass dies zum Auftakt gegen die Schwedinnen nicht geklappt hatte, hatte in der deutschen Kabine ganz offensichtlich keine Selbstzweifel ausgelöst. „Es ist nicht laut geworden. Jeder weiß, wie viel in unserem Team steckt", berichtete Luisa Welcke.
Von den Olympischen Winterspielen aus Mailand berichtet Stefan Wasmer