Slowakischer Matchwinner: Juraj Slafkovsky durfte gegen Finnland einen Doppelpack bejubeln und knüpfte damit nahtlos an sein herausragendes Olympia-Turnier 2022 an.
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Der herausragende Spieler bei Olympia 2022 hat auch zum Auftakt des Männer-Eishockeyturniers 2026 in Mailand eine Show abgeliefert und die Slowakei zu einem 4:1-Überraschungserfolg über den zuvor klar favorisierten Titelverteidiger Finnland geführt. Juraj Slafkovsky, in Peking beim Bronze-Coup der Slowaken siebenmaliger Torschütze, glänzte mit einem Doppelpack und einem Assist, Keeper Samuel Hlavaj mit 39 Paraden beim ersten slowakischen Sieg gegen die Leijonat bei einem großen Turnier seit 2004. In der Gruppe B starten am Mittwochabend auch Gastgeber Italien und Medaillenkandidat Schweden in die Winterspiele.
Der erste Treffer des Männer-Turniers 2026 gehörte dem Torschützenkönig und MVP von 2022. Nach einem haarsträubenden Fehlpass von Mikko Lehtonen, dem einzigen nicht in der NHL aktiven Finnen, in der eigenen Zone tanzte Juraj Slafkovsky den finnischen Goalie Juuse Saros aus und vollendete sehenswert zum 1:0 (8.). Die slowakische Führung fiel mitten hinein in die erste Drangphase der Finnen, die zunächst nur schleppend in die Gänge gekommen waren. Gleichwohl ließen sich die Leijonat vom Rückstand nicht beeindrucken und blieben auch nach Slafkovkys Treffer am Drücker, fanden bis zur ersten Pause aber keinen Weg vorbei am glänzend aufgelegten slowakischen Schlussmann Hlavaj.
Das änderte sich im zweiten Durchgang unmittelbar im Anschluss an ein finnisches Powerplay. Joel Armia legte mit der Rückhand auf für Eeli Tolvanen, der gegen den aus seiner Position geratenen Hlavaj aus spitzem Winkel freie Bahn hatte und per Direktabnahme das 1:1 erzielte (25.). Das Team von Head Coach Antti Pennanen legte nach dem Ausgleich allerdings nicht nach, sondern wurde vielmehr zunehmend passiv, wodurch die Slowaken das Geschehen wieder ausgeglichener gestalten konnten. Die zwingenderen Chancen hatte gleichwohl weiterhin Finnland, Hlavaj blieb indes der prägende Akteur.
Konsequent spielten die Nordeuropäer jedoch nicht auf den zweiten Treffer – und das wurde im Schlussabschnitt bestraft. Erst war es Youngster Dalibor Dvorsky, der nach einem eigenen Bullygewinn und einem geblockten Schuss von Verteidiger Martin Gernat schnell schaltete und aus der Drehung zum 2:1 für die Slowakei vollstreckte (48.). Und nur drei Minuten später hatte Slafkovsky seinen zweiten großen Auftritt. Der Flügelstürmer der Montréal Canadiens durfte im Powerplay aus dem Slot abziehen und setzte einen harten Handgelenkschuss zum 3:1 unter die Latte. Eine Antwort darauf hatten die Finnen nicht mehr, obwohl Saros schon mehr als vier Minuten vor dem Ende erstmals vom Eis geholt wurde. Den Offensivbemühungen des Titelverteidigers fehlte es im letzten Drittel allerdings immer wieder an Geradlinigkeit, nur sieben Torschüsse waren die Konsequenz. Stattdessen setzten die Slowaken sogar noch den 4:1-Schlusspunkt per Empty-Net-Goal – mit harter Arbeit von Slafkovsky ohne Schläger vorbereitet und von Adam Ruzicka über die Linie gebracht.
Von den Olympischen Winterspielen aus Mailand berichtet Stefan Wasmer