Sechs Sekunden vor der ersten Pause fälschte Macklin Celebrini einen Schuss von Cale Makar unhaltbar für Keeper Lukas Dostal ab. Das Führungstor des 19-jährigen Youngsters brachte Kanada gegen Tschechien auf Kurs.
Foto: IMAGO/ZUMA Press/Nathan Denette
Goldfavorit Kanada ist am Donnerstag mit einem am Ende zu hoch ausgefallenen, aber insbesondere ab dem zweiten Drittel überzeugenden Kantersieg in das olympische Eishockeyturnier der Männer in Mailand gestartet. Beim 5:0 gegen Medaillenkandidat Tschechien brachte die Kanadier ein ganz spätes Tor unmittelbar vor der ersten Pause auf Kurs, die Nordamerikaner wurden anschließend mit fortschreitender Spieldauer immer dominanter. Für beide Nationen geht es bereits am Freitag weiter – Kanada trifft dann auf die Schweizer Vizeweltmeister, während Tschechien die Pflichtaufgabe gegen Frankreich lösen muss.
Physisch präsente und in den Zweikämpfen giftige Tschechen agierten über weite Strecken der ersten beiden Drittel auf Augenhöhe mit den Kanadiern, scheiterten bei ihren Chancen jedoch immer wieder an Jordan Binnington. Der kanadische Keeper, bei den St. Louis Blues in der NHL im Formtief, hinterließ nach einem wackligen Beginn einen zunehmend sicheren Eindruck und sicherte sich mit 26 Paraden prompt ein Shutout. Binningtons Vorderleute brannten derweil zwar kein Dauerfeuerwerk ab, ließen ihre spielerische Ausnahmequalität allerdings regelmäßig aufblitzen.
Den Unterschied zugunsten Kanadas machten letztlich indes die Effizienz und auch eine Portion Matchglück, als Youngster Macklin Celebrini sechs Sekunden vor der ersten Pause einen Schlenzer von Cale Makar zum 1:0 abfälschte. Der Treffer zum perfekten Zeitpunkt gab dem Team von Chefcoach Jon Cooper spürbare Sicherheit, Tschechien hingegen benötigte im mittleren Abschnitt einige Minuten, um das Gegentor abzuschütteln. Dies gelang jedoch nicht rechtzeitig, um das kanadische 2:0 durch Mark Stone, der nach einem perfekt getimten Rückhand-Chippass von Mitch Marner mühelos aus kurzer Distanz einschoss (27.), zu verhindern. Und obwohl die Tschechen im weiteren Verlauf des zweiten Durchgangs den offensiven Druck erhöhten, waren es stattdessen die Ahornblätter, die auf 3:0 erhöhten, als Bo Horvat mit hohem Tempo auf Lukas Dostal zulief und den tschechischen Goalie mit der Rückhand tunnelte (38.).
Mit dem klaren Vorsprung im Rücken kontrollierte Kanada das von beiden Seiten nicht mehr mit der höchsten Intensität geführte Schlussdrittel souverän, während beim Weltmeister des Jahres 2024 kein Glaube an ein spektakuläres Comeback mehr zu sehen war. Vielmehr erhöhten die Kanadier im Powerplay durch Nathan MacKinnon aus spitzem Winkel sogar auf 4:0 (48:) – herauskombiniert im Übrigen über Sidney Crosby und Connor McDavid, den mit drei Assists erfolgreichsten Punktesammler der Partie. Cooper hatte die drei Megastars auf drei verschiedene Angriffsreihen verteilt – eine Entscheidung, die zumindest gegen Tschechien voll aufging, denn auch die ausgeglichene Eiszeitverteilung zwischen diesen drei Formationen und der daraus entstandene Rhythmus zählte zu den kanadischen Erfolgsfaktoren. Der 5:0-Schlusspunkt gehörte schließlich Nick Suzuki, einem der wenigen neuen Gesichter im kanadischen Kader im Vergleich zum 4-Nations-Turnier im Februar 2025, wiederum per Abfälscher (54.).
Von den Olympischen Winterspielen aus Mailand berichtet Stefan Wasmer