Star-Angreifer Juraj Slafkovsky (links) gehörte erneut zu den auffälligsten Slowaken, Italiens bei den Schwenninger Wild Wings unter Vertrag stehender Defender Alex Trivellato wurde dagegen zum Unglücksraben.
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Die Slowakei darf beim olympischen Eishockeyturnier der Männer in Mailand auf den direkten Viertelfinaleinzug hoffen. Nach dem 4:1-Coup gegen Finnland zitterte sich das Team von Chefcoach Vladimir Orszagh am Freitagmittag zu einem nur im zweiten Drittel überzeugenden 3:2-Sieg gegen Gastgeber und Außenseiter Italien. Damit benötigen die Slowaken am letzten Spieltag der Gruppe B am Samstag gegen Schweden nur einen einzigen Punkt für den sicheren Gruppensieg.
Die Slowaken konnten im Auftaktdrittel nicht an den Überraschungserfolg über Finnland anknüpfen und hatten sogar Glück, nicht in Rückstand zu geraten, weil Italien – insbesondere bei Umschaltaktionen – die zwingenderen Chancen hatte. Stanislav Skorvanek, der zwischen den slowakischen Pfosten diesmal den Vorzug vor dem gegen Finnland herausragenden Samuel Hlavaj erhielt, vereitelte die besten italienischen Möglichkeiten mit Glanztaten gegen Tommaso de Luca und den gebürtigen Schweden Mats Frycklund. Erst ab dem zweiten Abschnitt strahlten die zunehmend spielfreudigen Slowaken die erwartbare Dominanz aus. Libor Hudacek, dessen Querpass im Powerplay vom Schwenninger Alex Trivellato unhaltbar für den italienischen Keeper Davide Fadani ins eigene Netz abgefälscht wurde (24.), und Matus Sukel, der einen Rebound im zweiten Versuch über die Linie drückte (34.), sorgten für eine mittlerweile hochverdiente 2:0-Führung. Kurz vor der zweiten Pause schöpfte Italien indes neue Hoffnung, als der Ex-Straubinger Matt Bradley in Überzahl nach einer Direktabnahme von Phil Pietroniro zum schmeichelhaften 1:2 verkürzte (38.).
Nach dem Anschlusstor nutzten die Italiener zwei kleinliche Strafzeiten gegen die Slowakei und die daraus resultierenden Powerplays trotz guter Gelegenheiten allerdings nicht zum Ausgleich. Unter anderem brachte Tommy Purdeller den Abpraller nach einem Pfostentreffer gegen den spektakulär mit der Fanghand reagierenden Skorvanek nicht ins Netz. Die Slowaken wackelten nun, hatten ihren Spielfluss des zweiten Abschnitts verloren und leisteten sich in der zunehmend hitzigen Partie viele Icings. Doch unmittelbar nach seiner einzigen Überzahlsituation des Schlussdrittels schlug der Bronzemedaillengewinner des Jahres 2022 eiskalt zu, Adam Ruzicka erzielte nach einem artistischen Rückhandpass von Pavol Regenda das vorentscheidende 3:1 (52.). Italiens finnischer Startrainer Jukka Jalonen nahm daraufhin seinen Schlussmann Damian Clara, der mittlerweile den angeschlagenen Fadani ersetzt hatte, bereits mehr als fünf Minuten vor dem Ende vom Eis und wurde für seinen Mut noch mit dem 2:3 durch Dustin Gazley (57.) belohnt. Der Ausgleich, der nach dem starken Schlussabschnitt nicht unverdient gewesen wäre, fiel allerdings nicht mehr.
Von den Olympischen Winterspielen aus Mailand berichtet Stefan Wasmer