Joel Eriksson Ek (Mitte) und Schweden wollen gegen Finnland eine überzeugendere Leistung abliefern als zum Auftakt gegen Italien, Sebastian Aho (rechts) und die Finnen den ersten Sieg einfahren.
Foto: IMAGO/Bildbyrån/Joel Marklund
Es geht Schlag auf Schlag beim olympischen Eishockeyturnier der Männer. Keine 48 Stunden nach dem Auftakt in Mailand beginnt am Freitagmittag bereits der zweite von drei Gruppenspieltagen, an dem die Staffeln A und B den Anfang machen. Auf dem Programm steht dabei unter anderem der nordeuropäische Klassiker zwischen Finnland und Schweden (12.10 Uhr) in der Gruppe B, bei dem die Finnen schon unter Druck stehen.
Denn: Nach der Niederlage zum Start gegen die Slowakei hat das Team des viel kritisierten Trainers Antti Pennanen voraussichtlich nur mit einem Dreier noch eine realistische Chance auf die direkte Viertelfinalqualifikation. „Wir hatten genug Chancen, um das Spiel zu gewinnen“, sagte Stürmer Joel Armia nach 40 Torschüssen beim 2:4 gegen die Slowaken. Für mehr Effizienz dürfte gegen Schweden unter anderem Oliver Kapanen (Montréal Canadiens), in der NHL immerhin viertbester Rookie nach Punkten, neu in das Lineup rücken – und die Tre Kronor offenbarten beim 5:2-Auftaktsieg gegen Italien ja auch durchaus die eine oder andere defensive Lücke.
Die gegen Finnland siegreichen Slowaken sind am Freitag gegen Gastgeber Italien (ebenfalls 12.10 Uhr) klar favorisiert und könnten mit einem (hohen) Sieg die Tür zum direkten Viertelfinaleinzug weit aufstoßen. Ob es dabei zum Duell der beiden am ersten Spieltag herausragenden Keeper, Damian Clara (Italien) und Samuel Hlavaj (Slowakei) kommt? Clara jedenfalls musste gegen Schweden zwar spät ausgewechselt werden, es soll sich aber lediglich um Krämpfe gehandelt haben. Eindeutig verteilt ist die Favoritenrolle auch einige Stunden später, wenn Tschechien an das starke erste Drittel gegen Kanada anknüpfen und nach der zu hoch ausgefallenen 0:5-Niederlage gegen die Ahornblätter gegen Außenseiter Frankreich den ersten Dreier einfahren will (16.40 Uhr).
Den Abschluss des Freitags bildet, ebenfalls in der Gruppe A, das zweite Top-Spiel des Tages zwischen Kanada und der Schweiz (21.10 Uhr). „Es war ein guter erster Schritt für uns, aber wir werden versuchen, noch besser zu werden“, war das Fazit des auffälligen Flügelstürmers Mitch Marner fast schon als Drohung zu verstehen, nachdem die Kanadier gegen die Tschechen mit zunehmender Spieldauer immer dominanter agiert hatten. Bei den Schweizern war es derweil umgekehrt gelaufen: Sie hatten gegen Frankreich wie die Feuerwerk losgelegt, am Ende fiel das 4:0 allerdings eher in die Kategorie Arbeitssieg. Welche Gesichter zeigen der Vizeweltmeister und Goldfavorit Kanada am Freitag?
Zum Modus: Nach der Gruppenphase, in der pro Gruppe (A bis C) jeder gegen jeden spielt, sind die drei Gruppenersten und der beste Gruppenzweite automatisch für das Viertelfinale gesetzt. Die acht verbleibenden Mannschaften spielen in vier Qualifikationsduellen am Dienstag, den 17. Februar, die restlichen Teilnehmer des Viertelfinales aus, das am Mittwoch, 18. Februar, beginnt. Der Olympia-Sieger steht nach dem Endspiel am 22. Februar fest.
Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Stefan Wasmer