Matej Stransky erzielt das zwischenzeitliche 4:3 für Tschechien gegen Frankreich – nach einer Drei-gegen-null-Situation in Unterzahl.
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Trotz eines knapp fünfminütigen Systemabsturzes hat Tschechien beim olympischen Eishockeyturnier der Männer in Mailand mit einem Pflichtsieg gegen Frankreich die ersten Punkte eingefahren. Der klar überlegene Medaillenkandidat lag am Freitag nach drei schnellen Gegentreffern im zweiten Drittel plötzlich zurück, drehte die Partie allerdings noch im mittleren Durchgang und sicherte sich letztlich einen standesgemäßen 6:3-Erfolg. Nach der Auftakt-Klatsche gegen Kanada steht für die Tschechen in der Gruppe A am Sonntag noch das Duell gegen die Schweiz auf dem Programm, während die Franzosen am selben Tag gegen die Kanadier auf ein Eishockeywunder hoffen werden.
Die Tschechen dominierten das Auftaktdrittel über weite Strecken nach Belieben und hätten höher als mit 2:0 führen können, doch zu Beginn des zweiten Abschnitts kippte das Match aus dem Nichts innerhalb von fünf Minuten. Louis Boudon glich per Doppelschlag (22., 25.) aus, 110 Sekunden später setzte Hugo Gallet den Puck sogar zum 3:2 für Frankreich unter die Latte. Das Team des als Spieler unter anderem im Trikot des ERC Ingolstadt aktiven Cheftrainers Yorick Treille von hatte damit mit den ersten vier Torschüssen des mittleren Durchgangs dreimal getroffen.
Tschechien reagierte auf den überraschenden Rückstand mit wütenden Angriffen, ließ jedoch zunächst weiter viele Tormöglichkeiten liegen und spielte potenzielle Chancen ein ums andere Mal nicht sauber aus. Erst das 3:3 durch Superstar David Pastrnak, der nach einem Bauerntrick-Versuch im zweiten Anlauf traf (34.), gab dem Weltmeister des Jahres 2024 wieder mehr Sicherheit. Und noch vor der zweiten Pause schenkten die Franzosen dem klaren Favoriten sogar die erneute Führung. Ein katastrophaler Wechsel führte zu einer tschechischen Drei-gegen-null-Situation in Unterzahl (!), die Matej Stransky 32 Sekunden vor der Sirene mit dem 4:3 abschloss.
Damit war das Momentum endgültig zurück bei den Tschechen, die zu Beginn des Schlussdrittels prompt innerhalb von 48 Sekunden zwei weitere Tore durch den nachnominierten Filip Chlapik und Altstar Roman Cervenka nachlegten. Mit dem 3:6 aus französischer Sicht war der Arbeitstag von Bleus-Keeper Martin Neckar, der bei mehreren Gegentreffern keine gute Figur gemacht hatte, beendet. Für den 20-jährigen Debütanten bei einem großen Turnier kam Julian Junca. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie indes bereits entschieden, sie plätscherte danach nur noch der Ziellinie entgegen.
Von den Olympischen Winterspielen aus Mailand berichtet Stefan Wasmer