Sebastian Aho brachte Finnland mit 1:0 in Führung, in der Folge hatte der Turniergastgeber dem Favoriten nur noch wenig entgegenzusetzen.
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Finnland sorgte am Samstag gegen das von Beginn an völlig überforderte Italien mit einem 11:0 für das bislang mit Abstand klarste Ergebnis beim Männer-Turnier der Olympischen Winterspiele in Mailand.
Finnland war erwartungsgemäß von Beginn an des überlegene Team. Die Führung fiel schließlich in der siebten Spielminute, in der Sebastian Aho eine wunderbare Kombination gegen allerdings sehr luftig verteidigende Gastgeber zum 1:0 ins Tor bugsierte.
Wenig später legte die Finnen im Powerplay nach. Mikael Granlund passte vor das italienische Gehäuse, wo Verteidiger Daniel Glira den Puck unglücklich über die eigene Torlinie schob. Nur 47 Sekunden später wurde es bereits bitter für Italiens Goalie Damien Clara. Denn Kaapo Kaako traf mit einem Handgelenkschuss genau in den Winkel (11.). Im weiteren Verlauf ging es äußerst einseitig weiter. Eindrucksvoller Beleg: Mitte der Partie Betrug das Schussverhältnis 31:3 (!) zugunsten der Nordeuropäer. Joel Kiviranta traf zum 4:0 (25.), wenig später legte Kaako noch einmal (26.), ehe auch Kapitän Granlund noch zu seinem zweiten Treffer des Abends kam (28.).
Die Italiener waren heillos überfordert, die Finnen dagegen in Spiellaune. Und so ging es im dritten Drittel munter weiter, bis die Gastgeber mit der Demütigung einer zweistelligen Pleite leben mussten: Verteidiger Miro Heiskanen, 32 Sekunden später Artturi Lehkonen (beide 42.) sowie erneut Sebastiaon Aho erhöhten weiter (44.). Joel Armia war es schließlich, der sechseinhalb Minuten vor Ende den zehnten finnischen Treffer markierte (53.). Kiviranta, der damit nach Kakko, Aho und Granlund zum vierten Doppelpacker der Finnen wurde, sorgte für den 11:0-Endstand.
Die Höhe des Ergebnisses hatte allerdings letztlich keinerlei Auswirkung mehr auf das Tabellenbild in der Gruppe B. Denn weil Finnland, die Slowakei und Schweden die Vorrunde allesamt mit sechs Punkten abschlossen und jeweils Italien geschlagen hatten, wurde nach dem 5:3-Sieg Schwedens gegen die Slowakei zur Ermittlung eine Tabelle aus den direkten Duellen dieser drei Teams untereinander herangezogen. Und so sicherte sich die Slowakei (+1) den Gruppensieg vor Finnland (0) und Schweden (-1), das so die direkte Viertelfinalqualifikation auf jeden Fall verpasste. Finnland kann noch darauf hoffen, als bester Gruppenzweiter neben der Slowakei direkt das Viertelfinale zu erreichen — und darf sich dabei mit einem Torverhältnis von +11 exzellente Chancen ausrechnen.
Joachim Meyer