David Kämpf (links) und Filip Chlapik feiern Kämpfs zwischenzeitliches 2:1 für Tschechien im Viertelfinalqualifikationsduell gegen Dänemark.
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Tschechien darf sich in der Runde der letzten Acht des olympischen Eishockeyturniers der Männer mit Goldfavorit Kanada messen. Die favorisierte Mannschaft von Cheftrainer Radim Rulik gewann ihr Viertelfinalqualifikationsduell gegen Dänemark am Dienstag nach unter dem Strich ausgeglichenen 60 Minuten knapp mit 3:2, wobei alle fünf Tore im zweiten Drittel fielen. Für die Dänen sind die Winterspiele in Mailand damit beendet, während die Tschechen am Mittwoch ab 16.40 Uhr gegen die Ahornblätter um die Megastars Connor McDavid, Nathan MacKinnon und Sidney Crosby antreten.
Tschechien, Weltmeister des Jahres 2024, und Dänemark, WM-Halbfinalist von 2025, war der gegenseitige Respekt im Auftaktdrittel anzumerken. Dieses war – nach kurzem tschechischen Anfangsschwung – geprägt von einem Abtasten sowie taktischer Disziplin und entsprechend arm an Highlights. Im zweiten Durchgang nahm das Match mit gleich fünf Toren größtenteils spektakulären Treffern ab der 26. Minute indes gewaltig Fahrt auf.
NHL-Star Martin Necas eröffnete den Torreigen für Tschechien mit einer strammen Direktabnahme im Powerplay, Alexander True glich nach einem cleveren Doppelpass mit Joachim Blichfeld für Dänemark aus (30.). Innerhalb von zweieinhalb Minuten antworteten die Tschechen allerdings doppelt – David Kämpf schoss aus kurzer Distanz zum 2:1 ein (31.), ehe Kapitän Roman Cervenka den Puck aus vollem Lauf über die Fanghand des dänischen Keepers Frederik Andersen zum 3:1 unter die Latte jagte (32.). Die gewohnt kampfstarken Nordeuropäer waren gleichwohl keineswegs geschockt, verkürzten durch ein technisches Kabinettstückchen von Nick Olesen in Überzahl auf 2:3 (38.) und hätten wenige Sekunden später sogar ausgleichen können. Tschechiens starker Schlussmann Lukas Dostal entschärfte den Alleingang von Oliver Bjorkstrand jedoch herausragend mit dem linken Schoner. Ohnehin verzeichneten die Tschechen im zweiten Abschnitt zwar deutlich mehr Spielanteile und Torschüsse, bei den hochkarätigen Chancen war Dänemark aber auf Augenhöhe.
Im Schlussdrittel drängte indes erst einmal Tschechien auf das womöglich vorentscheidende vierte Tor, die dänischen Offensivaktionen hingegen waren nun nicht mehr so zwingend wie im mittleren Durchgang. Dies änderte sich auch nur bedingt, als das Team von Head Coach Mikael Gath Mitte des dritten Abschnitts gleich zweimal innerhalb weniger Minuten im Powerplay randurfte. In der Endphase setzten sich die Dänen gegen nun passive, aber defensiv fast immer konzentrierte Tschechen zwar in der offensiven Zone fest, große Torgefahr strahlten sie jedoch erst in den Schlusssekunden aus. Die beste Ausgleichschance vergab der Bremerhavener Phillip Bruggisser eine halbe Minute vor dem Ende, als er die Scheibe aus dem Slot an der langen Ecke vorbeischlenzte, letztlich brachte Tschechien den knappen Vorsprung angesichts der stabilen Abwehrleistung im letzten Drittel allerdings nicht gänzlich unverdient über die Ziellinie.
Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Stefan Wasmer