NHL-Angreifer Nino Niederreiter (Mitte; rotes Trikot) und seine Schweizer lösten die Pflichtaufgabe gegen Gastgeber Italien und stehen im Olympia-Viertelfinale.
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Die Schweizer Nationalmannschaft hat die erste Aufgabe in der K.-o.-Phase der Olympischen Winterspiele in Mailand gelöst. Gegen Gastgeber Italien fiel der Sieg der Schweizer am Dienstagmittag in der Viertelfinalqualifikationsrunde mit 3:0 aber weniger deutlich aus als im Vorfeld erwartet werden durfte.
Eine positive Nachricht gab es für das Schweizer Nationalteam bereits vor dem Spielbeginn: Andrea Glauser, der im Gruppenspiel gegen Kanada mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ausgeschieden war, kehrte in die Abwehr zurück.
Den Schwung aus dem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien nahmen die Schweizer gleich in die Startphase der Partie mit. Nach 79 Sekunden jubelten sie über ihren ersten Treffer. Die erste Schweizer Formation war zuständig für den Traumstart, als Torschütze durfte sich Philipp Kurashev (2.) feiern lassen. In Führung liegend powerte die Mannschaft von Patrick Fischer gleich weiter. Belohnen konnte sich die Schweiz dann im ersten Powerplay, Roman Josi (11.) erhöhte auf 2:0.
Auch in der Folge hatten die Gastgeber Mühe, mit dem Gegner Schritt zu halten. Vor allem Torhüter Damian Clara wusste jedoch gleich mehrere Torchancen zu entschärfen. So war der Zwei-Tore-Vorsprung zur ersten Pause gemessen an den Spielanteilen für die Schweiz zu wenig.
Die Zielstrebigkeit der ersten 20 Minuten ging beim Team mit dem weißen Kreuz auf der Brust nach der ersten Pause allerdings etwas verloren. Die Schweizer behielten zwar die Oberhand, es waren aber gewisse Unsicherheiten im Spiel festzustellen. So durften sich die Italiener zur zweiten Pause anrechnen lassen, dass sie den Ausgang der Partie weiterhin offenhalten konnten. Mit zehn Abschlüssen auf das Schweizer Tor wagten sich die Italiener im Mittelabschnitt auch vermehrt selbst in die Offensive, Torhüter Leonardo Genoni bestand allerdings diese Prüfungen.
Der Spielverlauf ließ es auch nicht zu, dass die Schweizer Experimente jeglicher Art vornahmen. So wäre bei einem deutlicheren Spielverlauf denkbar gewesen, dass auch Reto Berra als Torhüter Nummer drei noch Spielzeit hätte sammeln dürfen. Es war ein weiteres Powerplay notwendig, um die Anspannung beim Schweizer Team zu mindern. Nico Hischier (46.) sorgte nach wenigen Sekunden in Überzahl für die Vorentscheidung.
Ein Aufbäumen der Italiener ließ der Gegner nicht mehr zu. So siegte die Schweiz am Ende souverän, aber ohne zu glänzen. Am Mittwochabend heisst der nächste Gegner des WM-Finalisten von 2024 und 2025 dann Finnland. Dann wird definitiv ein kaltblütiger Auftritt der Schweizer gefordert sein. Die Viertelfinalpartie beginnt um 18.10 Uhr.
Raphael Dort