Künftig wieder Teamkollegen: Ryan Olsen, hier noch im Trikot der Kassel Huskies, und Bad Nauheims Goalie Jerry Kuhn.
Foto: Andreas Chuc
Ryan Olsen wechselt zum EC Bad Nauheim in die DEL2. Darüber hatte am Dienstag bereits Eisblog berichtet, am Mittwoch bestätigte der Zweitligist den Transfer. Der Stürmer gilt in Deutschland als alles andere als unumstritten, stand allein in dieser Saison bei Ligakonkurrent Düsseldorfer EG – dort wurde er noch vor Saisonbeginn freigestellt –, Nord-Oberligist Hannover Scorpions (zwei Spiele, null Punkte) und dem nordamerikanischen ECHL-Club Wichita Thunder (sechs Einsätze, ebenfalls ohne Zähler) unter Vertrag. Einen schlechten Ruf hat sich Olsen besonders in der DEL-Saison 2022/23 mit den Löwen Frankfurt erarbeitet, als er durch mehrere Undiszipliniertheiten und damit einhergehende Sperren auffiel. Auch bei einem seiner beiden Matches im Scorpions-Trikot handelte sich Olsen mit einem Bandencheck eine Spieldauer-Disziplinarstrafe ein und wurde anschließend für drei Partien aus dem Verkehr gezogen. Den Club soll er danach plötzlich und ohne Ankündigung verlassen haben.
Bad Nauheim, nach dem überraschenden 4:1-Erfolg in Düsseldorf am Dienstag als Tabellenzwölfter gefangen zwischen letzten Pre-Playoff-Hoffnungen und einer gewissen Angst vor den Playdowns, ist somit der nächste Club, der bei Olsen auf einen Lerneffekt sowie sportlichen Impact hofft. Zumindest rein auf dem Eis hat der 31-Jährige seine gehobene Zweitliga-Qualität bereits in Kassel (2020/21 als Kontingentspieler, Ende 2023 bis 2025 als deutscher Stürmer) unter Beweis gestellt, doch Fragen in Bezug auf seine aktuelle Form bleiben bestehen. Der Club gibt in der Pressemitteilung an: „Der Vertrag ist klar an sportliche Performance, Einsatzbereitschaft und Teamorientierung gekoppelt. In den Gesprächen im Vorfeld bestand auf beiden Seiten Einigkeit darüber, welche Erwartungen mit dieser Zusammenarbeit verbunden sind. Der Kanadier mit deutschem Pass hat zudem mit Jerry Kuhn einen Fürsprecher.“
Derweil haben die Roten Teufel einen Abnehmer für Philipp Kuhnekath gefunden. Der 28-Jährige, der in Bad Nauheim meist als überzähliger Akteur auf der Tribüne saß, schließt sich Ligakonkurrent Eispiraten Crimmitschau an (Eishockey NEWS berichtete vorab). Der Außenstürmer war erst vor der laufenden Saison aus Krefeld nach Bad Nauheim gewechselt, konnte sich bei 13 Spielen (ein Treffer, eine Vorlage) aber nicht gegen die Ü24-Konkurrenz durchsetzen. Dazu verpasste der Linksschütze zwischenzeitlich auch verletzungsbedingt einige Matches. Aktuell wackelt der Top-Ten-Platz der Crimmitschauer, über weite Strecken der Saison recht souverän auf Playoff-Kurs, gewaltig – die Eispiraten haben sechs der letzten sieben Spiele verloren, der Vorsprung auf den Tabellenelften aus Freiburg beträgt nur noch zwei Punkte. „Mit Philipp Kuhnekath konnten wir einen DEL2-erfahrenen Stürmer verpflichten, welcher uns dabei hilft, wieder mehr Tiefe in den Kader zu bringen. Auch, da sich die Rückkehr von Tim Lutz sowie Vinny Saponari weiter verzögert“, erklärt Eispiraten-Teammanager Ronny Bauer.
Tim Heß/Martin Wimösterer