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Mittwoch, 18. Februar 2026

Olympia-Goldfavorit wankt lange Dramatik in Mailand: Suzuki und Marner verhindern spät Kanadas frühes Aus gegen Tschechien

Erleichtert: Siegtorschütze Mitch Marner und Keeper Jordan Binnington nach Kanadas spätem Erfolg über Tschechien.
Foto: IMAGO/Bildbyrån/Carl Sandin

Kanada ist im Viertelfinale des olympischen Eishockeyturniers der Männer mit einem blauen Auge davongekommen. Der Goldfavorit setzte sich am Mittwoch in Mailand mit 4:3 nach Verlängerung in einem gleichermaßen hochklassigen wie dramatischen Duell gegen Tschechien durch, stand dabei jedoch bis dreieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit vor dem frühen Aus. Mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf bangen die Kanadier indes um ihren Kapitän Sidney Crosby.

Mit dem frühen 1:0 für Kanada durch Youngster Macklin Celebrini – nach sehenswertem Rückhandpass von Connor McDavid (4.) – nahm das Match in den Anfangsminuten zunächst den im Vorfeld erwartbaren Verlauf. Tschechien war vom schnellen Rückstand indes keineswegs geschockt. Im Gegenteil: Die Tschechen, die nach der durchwachsenen Vorrunde hart mit sich selbst ins Gericht gegangen waren, präsentierten sich im Vergleich zur Gruppenphase wie ausgewechselt, gingen das Tempo und die physische Intensität Kandas auf imponierende Weise mit und belohnten sich für ihre starke Leistung noch im Auftaktdrittel mit zwei Toren. Dabei sorgte Superstar David Pastrnak für das Highlight des ersten Abschnitts, als er einen knallharten Direktschuss im Powerplay zum 2:1 unter die Latte jagte (15.). Zuvor hatte Lukas Sedlak ausgeglichen (9.).  

Die Statistik zum Spiel (1 Einträge)

 

 

Auch im zweiten Durchgang agierte Tschechien auf Augenhöhe. Kanada strahlte weiterhin nicht die Dominanz der Vorrunde aus – und benötigte eine kleinliche Strafe gegen Michal Kempny, um auszugleichen. Die daraus resultierende Überzahlsituation nutzte Nathan MacKinnon mit einem Schuss in die lange Ecke zum 2:2 (33.), wobei die Ahornblätter mittlerweile ohne ihren Kapitän Sidney Crosby auskommen mussten, der nach Checks von Radko Gudas sowie Martin Necas in die Kabine gegangen war und nicht mehr zurückkehrte. Das zweite Tor beflügelte die Kanadier, die nun auf die erneute Führung drängten. Gleichzeitig blieb Tschechien jederzeit gefährlich, insbesondere über den im Vergleich zur Gruppenphase deutlich formverbesserten Pastrnak. Dass die Partie auf Messers Schneide stand, verdeutlichten die Schlussminuten des Mitteldrittels. Erst traf David Kämpf für die Tschechen den Pfosten, wenige Augenblicke später auf der Gegenseite Nick Suzuki.

Derart offen wurde das Match zu Beginn des dritten Durchgangs nicht mehr geführt, beide Teams vermieden nun das letzte Risiko. Mit zunehmender Dauer des dritten Abschnitts erarbeitete sich Tschechien jedoch ein Plus an hochkarätigen Chancen. Eine solche nutzte Ondrej Palat bei einem schnellen Konter zum 3:2 (53.), nachdem Necas den Puck mit perfektem Timing abgelegt hatte.

Geschlagen waren die Kanadier, die sofort eine Schlussoffensive entfachten, damit allerdings noch nicht. Sie waren im Spielverlauf immer wieder an Lukas Dostal, der insbesondere mit herausragendem Stellungsspiel überzeugte, gescheitert, doch als Suzuki einen Schlenzer von Verteidiger Devon Toews zum 3:3 abfälschte, war der tschechische Keeper machtlos (57.). Spätestens in der Endphase der regulären Spielzeit war die Begegnung an Dramatik nicht mehr zu überbieten – erst recht, als Necas 70 Sekunden vor Schluss bei einem Alleingang an Dostals Gegenüber Jordan Binnington scheiterte.

Die Entscheidung fiel folglich erst in der Overtime, in der es Mitch Marner war, der sich – unmittelbar nach einer guten Gelegenheit auf der anderen Seite – zwischen allen drei Tschechen durchtankte und über Dostals Fanghand zum 4:3 für Kanada versenkte. Das bis dato hochklassigste Duell des olympischen Männer-Turniers endete damit nach nur 82 Sekunden in der Verlängerung, wobei am Ende zwar fast doppelt so viele Torschüsse für die Kanadier in der Statistik standen, Tschechien dem im Vorfeld klaren Favoriten aber über die gesamte Spielzeit eine ausgeglichene Partie geliefert hatten.   

Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Stefan Wasmer


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Notizen

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