Die USA (blaue Trikots) und Schweden lieferten sich ein enges Duell, das qualitativ allerdings nicht das allerhöchste Niveau erreichte.
Foto: IMAGO/UPI Photo/Aaron Josefczyk
Nach Kanada hat am Mittwochabend mit den USA auch der zweite Goldfavorit erst in der Overtime den Einzug in das Halbfinale des olympischen Eishockeyturniers der Männer geschafft. Die Mannschaft von Trainer Mike Sullivan wurde in ihrem Viertelfinale gegen Schweden spät für ein zu passives Schlussdrittel bestraft, eine Einzelaktion von Quinn Hughes zum 2:1-Siegtor rettete die Vereinigten Staaten jedoch in die nächste Runde von Mailand.
Die nicht zuletzt angesichts der Vorrundeneindrücke favorisierten USA schafften es nach einem ausgeglichenen Auftaktdrittel erst im zweiten Durchgang, dem Match zusehends ihren Stempel aufzudrücken. Der Lohn war das 1:0 durch Dylan Larkin, der einen Schuss von Jack Hughes unhaltbar für Keeper Jacob Markström abfälschte (32.). Mit der Führung im Rücken wurden die Vereinigten Staaten noch souveräner – gleichwohl ohne mit der letzten Entschlossenheit auf das zweite Tor zu drängen, nachdem die Schweden den ersten Dämpfer bereits vor dem ersten Bully hatten hinnehmen müssen: Star-Verteidiger Victor Hedman musste nach dem Aufwärmen verletzt passen. Bemerkenswert darüber hinaus: Jesper Bratt stand als 13. Angreifer diesmal zwar auf dem Spielberichtsbogen, erhielt von Schwedens Chefcoach Sam Hallam jedoch in den ersten beiden Dritteln keinerlei Eiszeit.
Auch im Schlussabschnitt kontrollierten die USA das Geschehen dank einer taktisch disziplinierten und konzentrierten Defensivleistung größtenteils. Doch in der Endphase der regulären Spielzeit wurde der amtierende Weltmeister immer passiver – und das wurde eineinhalb Minuten vor Schluss bestraft, obwohl die bemühten Schweden lange Zeit nur selten zwingend geworden waren. Nach einem Querpass durch den Slot von Lucas Raymond versenkte Mika Zibanejad eine Direktabnahme vom linken Bullykreis in der kurzen Ecke, nachdem wenige Sekunden zuvor Adrian Kempe bereits den Pfosten des US-Gehäuses getroffen hatte. Mit dem inzwischen nicht mehr unverdienten Ausgleich war die dritte Viertelfinalverlängerung des Tages perfekt – wobei der Tagesabschluss insbesondere mit dem vorangegangenen Duell zwischen Kanada und Tschechien hinsichtlich Qualität, physischer Intensität und Tempo nicht mithalten konnte.
Das späte Gegentor weckte die USA indes wieder auf. Sie waren in der Overtime das aktivere Team, fanden zunächst allerdings einige Male ihren Meister in Markström. In der 64. Minute setzte Quinn Hughes nach starker Einzelaktion jedoch zu einem strammen Handgelenkschuss aus dem hohen Slot an, der vom Innenpfosten zum 2:1 über die Linie sprang. Im Halbfinale treffen die Vereinigten Staaten nun auf die Slowakei, das zweite Semifinale bestreiten – ebenfalls am Freitag – Kanada und Finnland.
Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Stefan Wasmer