Am 21. Dezember stand Jaromir Jagr bislang zum letzten Mal auf dem Eis - es könnte das letzte Spiel der großen Karriere gewesen sein.
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Am vergangenen Freitag äußerte sich Tschechiens größtes Eishockey-Idol, Jaromir Jagr, zum olympischen Turnier in Mailand. „Es war das beste Eishockey der letzten zehn, fünfzehn Jahre. Alles war darauf ausgerichtet, die NHL hervorzuheben. Wenn wir jetzt auf die Weltmeisterschaft blicken, wird sie uns wie die zweite Liga vorkommen“, sagte Jagr in einem Video auf seinem Instagram-Kanal. Mit einer gewissen Überzeugung bemerkte er zum Auftreten der tschechischen Mannschaft: „Wir hatten extrem viel Pech. Hätten wir das Viertelfinalspiel gegen Kanada gewonnen, hätten wir Gold geholt.“
Jagr selbst ist 1998 in Nagano mit dem tschechischen Team Olympiasieger geworden. Diesmal hat er das olympische Geschehen dauerhaft vor dem Fernseher verfolgt. „Ich habe vier oder fünf Kilo zugenommen. Sport ist extrem wichtig, doch am schwersten fällt es mir, mich dazu zu zwingen, wenn ich es nicht muss“, verriet der 54-Jährige, um gleich darauf sein Karriere-Ende anzudeuten: „Die Fans werden mich nicht mehr sehen. Es müsste ein Wunder geschehen, Gott müsste in mich eintreten und mich um 15 Jahre jünger machen. Aber ich gehe ab und zu noch Schlittschuh laufen.“ Jagr bestritt sein letztes Spiel für Rytiri Kladno am 21. Dezember. In Liberec stand er 7:38 min auf dem Eis.
Lothar Martin
Redaktioneller Hinweis: Jaromir Jagr hat seine Autobiografie veröffentlicht, die im Oktober unter dem Titel „JÁ68“ beim Czech News Center im Rahmen der Edition Sport herausgegeben wurde. Die Autoren des Buches sind Lukas Tomek und Zdenek Janda, die Jagr auf seinem Weg über 13 Jahre lang begleitet haben. Entstanden ist dabei ein bemerkenswertes Buch, in dem Jagr auf 528 Seiten der Öffentlichkeit ein umfangreiches Portfolio seiner inspirierenden Ideen und Lebenseinstellungen präsentiert. Eishockey NEWS hat von den Verlegern des Werkes die Möglichkeit erhalten, Auszüge aus dem Buch auch für die deutschsprachige Leserschaft zugänglich zu machen. Die Übersetzung aus dem Tschechischen hat unser Prager Korrespondent Lothar Martin übernommen. In unserer Ausgabe 8/2006 finden Sie einen ersten Teil. Wir werden im Rahmen einer Online-Serie ausführlich aus Jagrs Autobiografie berichten.