Der EV Füssen konnte mit einem 4:2-Erfolg in Erding den Einzug in die Pre-Playoffs feiern.
Foto: Christian Riedel
Die Würfel waren an der Spitze bereits gefallen, die ersten sechs Plätze der Oberliga Süd standen fest – doch was sich dahinter am letzten Hauptrundenspieltag abspielte, war Eishockey-Drama in Reinform. Im Rennen um die Pre-Playoffs wurde gerechnet, gehofft und gebangt, während die Live-Tabelle im Minutentakt ihre Reihenfolge wechselte. Tore fielen etliche, Führungen kippten, Hoffnungen wuchsen und zerplatzten wieder. Am Ende durften die Passau Black Hawks, die Höchstadt Alligators, der EV Füssen und der SC Riessersee jubeln. Für die onesto Bayreuth Tigers und die Stuttgart Rebels blieb dagegen nur das bittere Gefühl, ganz nah dran gewesen zu sein – und doch zu scheitern.
Ein völlig verrücktes Spektakel erlebten über 1.600 Zuschauer im fränkischen Duell zwischen Höchstadt und Selb. Die Wölfe aus dem Fichtelgebirge legten los wie entfesselt und führten nach gerade einmal acht Minuten mit 3:0. Doch nach dem Powerbreak wendete sich das Blatt schlagartig. Die Alligators bissen sich zurück ins Spiel, glichen noch im ersten Drittel zum 3:3 aus und ließen sich auch von zwei weiteren Selber Führungen nicht aus der Ruhe bringen. Dann schlug die Stunde von Jakob Fardoe: 61 Sekunden vor Schluss traf er in Überzahl zum umjubelten Siegtreffer.
Auch in Garmisch-Partenkirchen ging es emotional hoch her. Der SC Riessersee lieferte sich mit den EV Lindau Islanders ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem torlosen Auftaktdrittel brachte der SCR seine Fans zweimal zum Jubeln, doch Lindau zeigte Comeback-Qualitäten, glich jeweils aus und drehte die Partie in der 40. Minute sogar auf 3:2. Im Schlussabschnitt mobilisierten die Werdenfelser noch einmal alle Reserven. Quirin Glas-Bader traf in der 48. Minute zum Ausgleich, Robin Soudek legte in der 53. Minute nach und sicherte seinen Farben den Sprung in die Pre-Playoff-Ränge.
Der EV Füssen bewies beim Schlusslicht Erding Gladiators ebenfalls Moral. Nach einem 0:2-Rückstand im ersten Drittel schalteten die Allgäuer einen Gang höher, drehten die Partie im Mittelabschnitt mit drei Treffern und ließen sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. In der 48. Minute setzte Marek Slavik mit dem 4:2 den Schlusspunkt und machte die Pre-Playoff-Teilnahme perfekt.
Für die onesto Bayreuth Tigers brachte der Abend kein Happy End. Gegen den Spitzenreiter Deggendorfer SC hielten die Wagnerstädter lange dagegen, gingen mit einem knappen 3:4 ins Schlussdrittel und warfen noch einmal alles nach vorne. Doch zwingende Chancen blieben Mangelware. Kurz vor Schluss sorgte Marcel Pfänder in Überzahl für die Entscheidung zum 3:5 und beendete die Bayreuther Hoffnungen.
Auch die Stuttgart Rebels schnupperten kurz an einer Verlängerung ihrer Saison. Gegen die Tölzer Löwen starteten sie furios, lagen nach 20 Minuten mit drei Treffern in Front und die Zwischenergebnisse aus den anderen Stadien gingen in die richtige Richtung. Doch die Gäste drehten dann zum einen im zweiten Drittel auf und glichen aus, zum anderen spielte die Konkurrenz nicht mehr für das Team von Eu-Yin Yap. Entschieden wurde die Partie zu später Stunde um 23.14 Uhr im Penalty-Schießen. Hier behielten die Gäste die Oberhand.
Die Passau Black Hawks hingegen tankten gehörig Selbstvertrauen. Gegen den EC Peiting legten die Habichte bereits im ersten Abschnitt mit drei Treffern den Grundstein für einen deutlichen 9:1-Erfolg. Spielfreude, Tempo, Effizienz – Passau präsentierte sich in Pre-Playoff-Form. Carl Larsson krönte den Abend mit drei Toren und avancierte zum Mann des Spiels.
Bei den ECDC Memmingen Indians brachte Corey Mapes seine Heilbronner Falken in der 14. Minute in Führung. Doch der Zweitplatzierte antwortete eiskalt, drehte die Partie mit einem Doppelschlag binnen zehn Sekunden noch im ersten Abschnitt und machte beim 7:2 letztlich alles klar – in einer bemerkenswert fairen Partie ganz ohne Strafzeiten.
Schon am Sonntag beginnt nun mit den Pre-Playoffs die (erste) heiße Phase der Saison. Im „Best-of-Three“-Modus treffen die Passau Black Hawks auf den SC Riessersee sowie die Höchstadt Alligators auf den EV Füssen. Spannung garantiert.
Michael Sporer