Beim Kampf um den begehrten Tabellenplatz vier setzten sich die Füchse Duisburg im direkten Duell mit 4:3 gegen die Saale Bulls durch und benötigen nur noch einen Zähler für das sichere Heimreicht.
Foto: Dirk Unverferth
Nach dem vorletzten Spieltag der Zwischenrunde sind fast alle Entscheidungen gefallen. Der Herforder EV sichert sich durch den 3:1-Erfolg in Erfurt den letzten Playoff-Platz, profitiert dabei von der Punkteteilung zwischen Rostock und Herne (5:4 n.V.). Im direkten Duell um Rang sechs behaupten die Hammer Eisbären ihren Platz gegen Leipzig (5:1), während nach dem Duell um Platz vier und dem damit einhergehenden Heimrecht Duisburg nach dem 4:3 gegen Halle jetzt alle Trümpfe in der Hand hält. Den Meisterpokal halten jetzt wieder die Hannover Scorpions in den Händen, überreicht nach der knappen 3:4-Niederlage gegen den entthronten Titelträger aus Tilburg.
Die Mannschaft der Stunde sind und bleiben die Ice Dragons vom Herforder EV. Während die Ostwestfalen die Hauptrunde mit lediglich 39 Zählern und nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Rostock nicht als Tabellenletzter abschlossen, ist den Eisdrachen die Playoff-Teilnahme nach dem 3:1-Auswärtssieg in Erfurt, dem siebten Erfolg in der neunten Partie der Zwischenrunde, nicht mehr zu nehmen. Bei ihren tierischen Namensvettern aus Thüringen sollte es allerdings bis zur letzten Minute dauern, bis der Auswärtssieg final unter Dach und Fach gebracht wurde. Nach der frühen Führung in der neunten Spielminute durch Nils Wegener baute HEV-Top-Scorer Ryley Lindgren diese in Überzahl aus (47.), im direkten Gegenzug brachte Enzo Herrschaft die Gastgeber mit dem Anschlusstreffer aufs Scoreboard. In einer bis zur letzten Sekunde spannenden Partie setzte Matyas Kovacs 18 Sekunden vor dem Ende mit einem Empty-Netter den Schlusspunkt hinter die Begegnung. Im Anschluss gingen alle Blicke der Herforder an die Ostsee. Durch den Overtime-Erfolg der Piranhas gegen Herne und der damit einhergehenden Punkteteilung stand fest, dass die Eisdrachen nach einer überzeugenden Zwischenrunde nicht mehr von Platz acht zu verdrängen und sicher in den Playoffs vertreten sind. Hier kommt es zum Duell mit dem Süd-Meister Deggendorf.
Dreimal legten die gastgebenden Rostocker vor 1.298 Fans an der Schillingallee durch Louis Stromberg (1.), Filip Stopinski (20.) und Kilian Steinmann (37.) vor, dreimal zogen die Miners nach Treffern von Tommy Munichiello (14.), Marc Hoffmann (31.) und Valentin Pfeifer (45.) nach. Nach der erstmaligen Führung der Gäste vom Gysenberg durch Nick Ford fünf Minuten vor dem Ende setzten die Hanseaten alles auf eine Karte und zogen früh Torhüter Sebastian Albrecht zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Der Mut wurde belohnt. Stopinski traf 25 Sekunden vor dem Ende zum viel umjubelten 4:4-Ausgleich und schickte beide Mannschaften in die Verlängerung. Diese endete nach 106 Sekunden. Piranhas-Angreifer Liam Fraser beendete zeichnete für das Game-Winning-Goal verantwortlich, mit seiner vierten Vorlage des Abends vorbereitet durch Jesper Öhrvall sowie Keeper Albrecht. Durch den Rostocker Zwei-Punkte-Sieg platzen sowohl für die Hanseaten als auch die Herner die letzten theoretischen Playoff-Träume, für beide Teams ist die Saison nach dem letzten Spiel der Zwischenrunde am Dienstag vorzeitig beendet.
Trotz einer deutlichen Statistik von 53:26 Torschüssen endete mit einer deutlichen 1:5-Niederlage auf eigenem Eis gegen die Hammer Eisbären die Serie der KSW IceFighters Leipzg, die zuletzt vier von fünf Partien siegreich gestalten und auch bei der einzigen Niederlage in diesem Zeitraum punkten konnten. In Unterzahl sorgte Linus Wernerson-Libäck nach gerade einmal 125 Sekunden für die schnelle Führung der mit lediglich zwölf Feldspielern angereisten Eisbären. Moritz Israel erhöhte noch im ersten Drittel auf 2:0 (15.), im mittleren Abschnitt verkürzte Daniel Schwamberger vor 1.843 Besuchern auf 1:2 aus Sicht der Sachsen. Im lezten Drittel machten dann die Eisbären den Sack zu. Israel im Powerplay mit seinem zweiten Treffer des Abends (42.), Jona Dannöhl (56.) und Lars Reuss mit einem Schuss ins verwaiste Leipziger Gehäuse schraubten das Ergebnis auf 5:1 in die Höhe. Durch diesen Erfolg sind die Eisbären nicht mehr von Rang sechs zu verdrängen und treffen somit im Playoff-Achtelfinale auf die Tölzer Löwen, während es die IceFighters als nunmehr ebenfalls fix feststehender Tabellensiebter mit den Indians vom ECDC Memmingen zu tun haben werden.
Das Aufeindertreffen des neuen mit dem enthronten Meister entschieden die Tilburg Trappers in der Wedemark knapp mit 4:3 für sich. Vor 1.401 Besuchern legten die gastgebenden Hannover Scorpions einen wahren Blitzstart hin, führten, bei einem Gegentreffer (8.), nach siebeneinhalb Minuten nach Toren von Allan McPherson (5.), Yannik Drews (6.) und Ralf Rinke (8.) früh mit 3:1. Mit zunehmender Spieldauer fand der entthronte Nord-Meister aus den Niederlanden immer besser in die Partie und war spätestens im Schlussabschnitt vollends angekommen. Nach dem Anschlusstreffer durch Noah Muller (42.) und dem Ausgleich durch Matt McLeod (45.) war es Danny Stempher, der in der 53. Minute für die erstmalige Führung der Trappers und den Gamewinner verantwortlich war. Für die Scorpions, die nach Abpiff dem Meisterpokal in Empfang nehmen konnten, war es die erste Niederlage nach zuvor fünf Erfolgen am Stück, während sich die Trappers mit ihrem dritten Auswärtssieg in Serie für die vor zwei Wochen gegen die Niedersachsen erlittene 0:6-Klatsche revanchierten.
Punktlgleich gingen die Füchse Duisburg und die halleschen Saale Bulls in das direkte Duell um Tabellenplatz vier und dem damit verbundenen Heimrecht – am Ende haben die Füchse nach dem 4:3-Erfolg gegen die Hallenser drei Zähler Vorsprung und nun die große Chance, sich am Dienstag mit einem Punkt den begehrten Platz zu sichern. Dabei hatten die Bulls nach knapp elf Minuten bereits das Momentum auf ihrer Seite, führten an der Wedau mit 2:0. Luis Üffing, dessen Vertragsverlängerung vor Spielbeginn kommuniziert wurde, drückte der Partie im Anschluss seinen Stempel auf. Mit zwei Toren und eine Vorlage hatte der Angreifer, genau wie Sandis Zolmanis (drei Assists) großen Anteil daran, dass die Füchse die Partie zunächst ausgleichen und nach einem erneuten Rückstand noch in einen Heimsieg drehen konnten. Nach Abpfiff entluden sich die Emotionen, je eine Spieldauer-Disziplinarstrafe verteilten die Unparteiischen nach Beendigung der Begegnung.
Mario Schoppa