Die Nürnberg Ice Tigers sind der Gewinner des Spieltags. Durch ihren Auswärtssieg in Wolfsburg rücken die Playoffs ganz nahe.
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Am 50. Spieltag der PENNY DEL ist eine Art Vorentscheidung um den letzten Playoffsplatz (Rang zehn) gefallen. Während die Nürnberg Ice Tigers in Wolfsburg dreifach punkteten, gingen die Augsburger Panther in Schwenningen leer aus. Somit beträgt ihr Rückstand auf Nürnberg sechs Punkte – bei klar schlechterem Torverhältnis (-20). Die Panther brauchen also zum Hauptrundenabschluss ein kleines Wunder. Spannung herrscht hingegen weiter im Gerangel um Platz sechs, den letzten, der den direkten Sprung ins Viertelfinale sichert. Die beiden Anwärter – die Eisbären Berlin und die Fischtown Pinguins Bremerhaven – gewannen beide auswärts zu Null. Das Rennen um Rang sechs wird also erst in der letzten Woche der Hauptrunde entschieden. So haben die Eisbären weiter zwei Punkte Vorsprung vor den Fischtown Pinguins.
Der Titelverteidiger setzte sich am 50. Spieltag der PENNY DEL beim Hauptrundensieger Köln mit 1:0 durch. Andreas Eder markierte in einer an Höhepunkten armen Begegnung kurz vor Ende des ersten Drittels das einzige Tor. Eisbären-Schlussmann Jonas Stettmer wehrte bei seinem ersten Shutout der Saison 27 Schüsse ab. Eine Parade weniger musste Kristers Gudlevskis bei seinem ersten Zu-Null-Spiel der Spielzeit beim 5:0 von Bremerhaven in Iserlohn zeigen. Phillip Bruggisser traf einmal für Pinguins und bereitete zwei Treffer vor.
Erst nach Verlängerung setzte sich München gegen den Vorletzten Frankfurt mit 3:2 durch. Die Löwen gingen früh mit 2:0 in Führung, ehe dem EHC Red Bull in der Schlussphase durch Phillip Sinns ersten DEL-Treffer doch noch der Ausgleich gelang. In der Overtime markierte Yasin Ehliz, direkt von der Strafbank kommenden, den Siegtreffer für die Hausherren.
Die Straubing Tigers haben im Fernduell mit den Adler Mannheim ihren zweiten Rang behauptet. Sie gewannen bei Schlusslicht Dresdner Eislöwen mit 5:3. Ein Abstaubertor bei angezeigter Strafe und eine Direktabnahme nach Musterpassspiel brachten die Niederbayern rasch zur Zwei-Tore-Führung. Straubing spielte danach lange souverän und legte dreimal in Überzahl nach. Dresden zeigte im Schlussabschnitt immerhin noch Moral und nutzte Fahrigkeiten der sieggewissen Gäste zu drei Treffern. Durch den Erfolg hat Straubing erstmals in der Clubgeschichte in einer Hauptrunde die 100-Punkte-Marke durchbrochen.
Die Adler Mannheim haben das Spitzenspiel beim ERC Ingolstadt mit 4:0 gewonnen. Die Gäste waren im tempo- und chancenreichen Spiel das Stück zielstrebiger und abgebrühter vor dem gegnerischen Tor. Ein Fernschuss saß für die Gäste zur Führung, sie legten über den schnellen Anthony Greco im Umschaltspiel nach. Marc Michaelis sorgte humorlos im Mittelabschnitt für die Vorentscheidung, ehe im Schlussabschnitt ein Emptynetter folgte. Ingolstadt, nach der Olympia-Pause mit vier Niederlagen in sechs Spielen, muss am letzten Hauptrundenwochenende zu Playoff-Form finden.
Die Nürnberg Ice Tigers haben einen wichtigen Sieg im Kampf um die Playoffs errungen. Sie siegten nach konzentrierter Leistung bei den Grizzlys Wolfsburg mit 4:1. Ausgerechnet in eigener Überzahl gingen die stark gestarteten Ice Tigers in Rückstand. Sie drehten die Partie aber noch leistungsgerecht vor der ersten Pause. Nach dem 3:1 in Überzahl kurz vor der zweiten Pause agierte Nürnberg weiter geschickt, traf noch ins leere Tor.
Die Schwenninger Wild Wings haben erstmals in dieser Saison die Augsburger Panther geschlagen (2:1). Die Gastgeber nutzten gegen das schwächste Unterzahlspiel der Liga eine fünfminütige Überzahl zur Führung. Nach einem Pfostentreffer Mirko Höfflins klingelte es auf der anderen Seite, zum 1:1-Ausgleich. Doch die spielbestimmenden Wild Wings antworteten umgehend. Im Schlussdrittel waren die Augsburger stellenweise erneut am Ausgleich dran, einmal summte das Gebälk. Schwenningen unterband die Gästebemühungen gegen Ende hin aber wieder – und sprang auf Platz acht. Die Wild Wings hätten damit Heimvorteil in der ersten Playoffrunde. Augsburg dagegen droht, wie eingangs beschrieben, das Aus nach der Hauptrunde.
Torsten Weiß, Martin Wimösterer