Kevin Gaudet soll in Bad Nauheim der Feuerwehrmann sein und den Klassenerhalt schaffen.
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Der akut abstiegsgefährdete Zweitligist EC Bad Nauheim hat kurz vor dem Start der Playdowns einen erneuten Trainerwechsel vorgenommen. Nach etwas mehr als einem einem Monat im Amt muss der Finne Antti Karhula (er hatte Anfang Februar Peter Russell ersetzt) wieder gehen. Feuerwehrmann ist nun Kevin Gaudet. Der hatte zuletzt – wieder einmal – die Hannover Scorpions trainiert, war dort aber Ende Oktober nach sechs Niederlagen aus sieben Spielen entlassen worden. Ihm zur Seite wird Marc Vorderbrüggen als Co-Trainer stehen. Auch Mate Arany muss Bad Nauheim verlassen.
Durch eine 1:4-Niederlage gegen Schlusslicht Kaufbeuren waren die Roten Teufel am Sonntag noch auf den vorletzten Platz der DEL2 abgerutscht. Es war die fünfte Niederlage in Serie. Die Form ist schlecht. Unter Karhula waren dem Team nur zwei Siege aus zwölf Spielen gelungen. Playdown-Gegner aus Weiden (Spiel 1 steigt am Freitag) war am Sonntag noch vorbeigezogen und hat so zunächst Heimrecht.
Der 62-jährige Gaudet war 1991 zum ersten Mal als Spielertrainer für die damaligen Wedemark Scorpions im Einsatz, schaffte mit dem Club den Aufstieg in die DEL und kehrte danach insgesamt noch dreimal zum Club zurück, zuletzt ab Januar 2025. Nach Hannover verbrachte er seine längste Zeit als Coach in Bietigheim und auch in Straubing.
„Menschlich war das keine einfache Entscheidung“, sagt Geschäftsführer Andreas Ortwein. „Aber in dieser Phase geht es allein um den Club. Wir müssen alles daran setzen, den DEL2-Klassenerhalt zu sichern und der Mannschaft für die Serie gegen Weiden neue Energie zuzuführen.“
Gaudet spricht von einer besonderen Situation: „In meiner über 30-jährigen Trainerkarriere in Deutschland und Österreich habe ich viele unterschiedliche Situationen erlebt. Ich durfte fünfmal die DEL2-Meisterschaft feiern, war aber auch mehrfach in sehr intensiven Abstiegskämpfen involviert. Diese Aufgabe hier ist jedoch eine ganz besondere Herausforderung – mit nur zwei Eistrainings vor Beginn der Serie wird es vermutlich die schwierigste Ausgangslage meiner bisherigen Laufbahn.“