Die Lausitzer Füchse um Torhüter Anthony Morrone drehten im ersten Pre-Playoff-Spiel einen 0:2-Rückstand gegen Crimmitschau.
Foto: Thomas Heide
Erste (Pre-)Playoff-Action, erstes Tor, erste Overtime: Über 4.000 Zuschauer in Landshut und knapp 2.700 Besucher in Weißwasser erlebten am Mittwochabend den Auftakt der spannendsten Eishockey-Zeit des Jahres in der DEL2. Dabei starteten der EVL (4:1 im Altmeisterduell gegen Düsseldorf) und Weißwasser (3:2 n.V. im Sachsenderby gegen Crimmitschau) mit Heimsiegen in ihre jeweiligen Best-of-three-Serien.
Furioser Start in Weißwasser: Nach wenigen Sekunden luchste Georgiy Saakyan Crimmitschaus Routinier Mario Scalzo die Scheibe ab, setzte den Puck bei seinem Alleingang jedoch neben das Gehäuse von Kevin Reich. Das erste Tor in den Pre-Playoffs 2026 gelang wenig später den Gästen aus Westsachsen. Der erst zum Transferschluss verpflichtete Benjamin Corbeil drückte einen Querpass von Top-Verteidiger Adam McCormick über die Linie. Eine vogelwilde Phase erlebten die 2.695 Zuschauer kurz vor der ersten Pause. Reich wies zunächst eine starke Einzelaktion von John Broda ab, im direkten Gegenzug verwertete Philipp Kuhnekath einen Abpraller zum 0:2. Plötzlich stellten Adam Brady und Clarke Breitkreuz binnen 14 Sekunden auf 2:2. Beim zweiten Gegentor griff Reich mit der Fanghand daneben und ließ einen saftigen Rebound zu. Direkt im nächsten Angriff betrieb der ehemalige DEL-Goalie mit einem herausragenden Save gegen Charlie Jahnke allerdings unmittelbare Wiedergutmachung.
Auch die Drittel zwei und drei entwickelten sich erwartungsgemäß zu einem offenen Schlagabtausch mit ordentlichen Gelegenheiten auf beiden Seiten. Dennoch blieben weitere Tore in der regulären Spielzeit aus, sodass eine Verlängerung für die Entscheidung des ersten Pre-Playoff-Derbys benötigt wurde. Letztlich entschied ein verdeckter Schuss von Kyle Havlena nach achteinhalb Bonusminuten das erste Match zugunsten der Lausitzer Füchse. „Wir haben über weite Stecken gut gespielt, aber unsere Chancen eben nicht gut genug genutzt“, analysierte Crimmitschaus Stürmer Dylan Wruck nach der Niederlage trotz 2:0-Führung.
In Landshut eröffneten die Hausherren: Nach einem leichtfertigen Puckverlust von DEG-Verteidiger Kevin Maginot durfte ausgerechnet der schussgewaltige Schwede Tor Immo in den Slot spazieren. Da Maginot seinem Goalie Ryan Bednard zudem die Sicht versperrte, schlug Immos Geschoss mit Ansage in den Maschen ein. Die Düsseldorfer, die kurzfristig auf Torjäger Nick Baptiste verzichten mussten, fanden in den ersten 20 Minuten nicht in die Partie – folgerichtig kassierten die Rheinländer bei eigener Unterzahl das zweite Gegentor durch Julian Kornelli.
Ein Funken Hoffnung keimte bei den Rot-Gelben im Mitteldrittel auf, als eine von Leon Niederberger in Richtung Tor gebrachte Scheibe äußerst glücklich von Landshuts Jakob Mayenschein abgefälscht wurde und über die Linie rutschte. Den richtungsweisenden Rückschlag gab es für die Auswahl von Harry Lange jedoch nur wenige Zeigerumdrehungen später, als Bednard einen Schlagschuss von EVL-Youngster Finn Serikow völlig falsch einschätzte – 3:1. Tobias Lindberg sorgte im letzten Abschnitt mit einem weiteren Powerplay-Treffer für die Vorentscheidung zum 4:1 gegen die ohne Baptiste, Top-Scorer Yushiroh Hirano und Lucas Lessio angetretene, blasse Düsseldorfer EG.
Für Aufsehen sorgten in der zunehmend hitzigen Schlussphase ein Bandencheck von DEG-Stürmer Simon Thiel an Wade Bergman, der nur mit einer zweiminütigen Hinausstellung sanktioniert wurde, sowie Landshuts Colton Jobke, der auf den nicht zu einem Fight gewillten Erik Bradford einprügelte und sich eine Spieldauer-Disziplinarstrafe einhandelte. Zuvor waren Jobke und Erik Brown aneinandergeraten, zu einem Faustkampf war es nicht gekommen. Den gab es dafür in den Schlusssekunden zwischen Martin Has und Marco Münzenberger.
Tim Heß