Die Lausitzer Füchse räumen in Kassel vor ihrem Torhüter Anthony Morrone auf.
Foto: Jan-Malte Diekmann
Keine Überraschung in den DEL2-Playoffs am Mittwochabend: Sowohl die Krefeld Pinguine (4:1 gegen Landshut) als auch die Kassel Huskies (3:2 gegen Weißwasser) starteten mit Heimsiegen ins Viertelfinale. In den Playdowns steht der EC Bad Nauheim nach dem dritten Sieg über Weiden unmittelbar vor dem Klassenerhalt.
Hauptrundensieger Krefeld startete druckvoll gegen Landshut, verpasste den Führungstreffer jedoch trotz einer Großchance für Philip Gogulla, der in Überzahl das verwaiste EVL-Gehäuse verfehlte. So legten die Gäste vor fast 7.000 Zuschauern vor, als Trevor Gooch einen Konter eiskalt vollendete. Die Pinguine kamen erst im Mitteldrittel zum Ausgleich: Adam Payerl überraschte Landshuts Goalie Jonas Langmann mit einem Drehschuss, der Puck schlitterte unter den Schienen des DEL2-Veteranen ins Netz. Und noch vor der zweiten Pause bestrafte der KEV einen Scheibenverlust von EVL-Youngster Finn Serikow: Marcel Müller tauchte gemeinsam mit Alexander Weiß vor Langmanns Kasten auf – und schob problemlos ein. In den letzten 20 Minuten schraubten Jon Matsumoto und Daniel Bruch das Resultat in die Höhe.
Auch in Kassel benötigte der Favorit keine Anlaufzeit, doch Weißwassers Goalie Anthony Morrone reagierte sowohl bei einem Querpass als auch bei einer fulminanten Direktabnahme von Yannik Valenti blitzschnell. In der fünften Minute belohnte schließlich ausgerechnet Ex-Fuchs Hunter Garlent den starken Start der Huskies. Der Spielmacher kurvte ums Tor und schlenzte den Puck in der kurzen Ecke über Morrones Schulter. Laurin Braun erhöhte aus dem Slot, das Mitteldrittel überstanden die Ostsachsen trotz der Dominanz der Kasseler (17:3 Schüsse im zweiten Abschnitt) in der Folge schadlos. Die Füchse steckten nicht auf, verkürzten durch Adam Brady, mussten dann aber einen kuriosen Valenti-Treffer hinnehmen. Der Schuss des Rechtsschützen war völlig verunglückt, rutschte dennoch an Freund und Feind vorbei ins Tor. So reichte Weißwasser auch der erneute Anschluss durch Top-Rookie Lennard Nieleck 31 Sekunden vor Schluss nicht zu einer Überraschung in Spiel 1.
Weiden war nach zwei Playdown-Niederlagen gegen Bad Nauheim bereits unter Zugzwang, doch auch im ersten Abschnitt in der Hans-Schröpf-Arena am Mittwoch fehlte der Mannschaft von Alan Letang trotz Überlegenheit die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. 51 Sekunden nach Wiederbeginn erwies Center Fabian Voit den Blue Devils einen Bärendienst, als er Bad Nauheims Justin Volek abseits des Spielgeschehens über den Haufen rannte und sich eine Spieldauer-Disziplinarstrafe einhandelte. Die Roten Teufel nutzten eine von mehreren guten Gelegenheiten im fünfminütigen Powerplay zur Führung, dann schlug Hauptrunden-Toptorjäger Jordan Hickmott noch zweimal zu – erst via Penalty (nach einem weiteren Vergehen an Volek), dann via One-Timer nach cleverem Bowles-Zuspiel. Knackpunkt im letzten Drittel: Weiden jubelte kurz über das 1:3 durch Luca Gläser, doch die Schiedsrichter hatten bereits abgepfiffen. Auf der anderen Seite vollendete Hickmott seinen Hattrick und sorgte damit für die Vorentscheidung zugunsten der Roten Teufel, die erneut auf Torhüter Jerry Kuhn (41 Paraden, zweites Shutout in Serie) bauen konnten und nur noch einen Sieg für den Klassenerhalt benötigen. Weiden droht hingegen das Duell mit Kaufbeuren in der zweiten Playdown-Runde.
Tim Heß