Justin Volek (EC Bad Nauheim) feiert das vorentscheidende 3:0 gegen die Blue Devils Weiden.
Foto: Andreas Chuc
Der zweite Spieltag im DEL2-Viertelfinale hatte es in sich – und bot vor allem reichlich Tore. Während die Krefeld Pinguine ihre Ambitionen mit einer offensiven Machtdemonstration untermauerten und Kassel ebenfalls den zweiten Schritt in Richtung Halbfinale machte, schlugen die Bietigheim Steelers in einem Overtime-Krimi zurück und glichen ihre Serie aus. Auch die Starbulls Rosenheim meldeten sich eindrucksvoll zurück und entführten einen Sieg aus Regensburg. In den Playdowns machte der EC Bad Nauheim derweil kurzen Prozess und sicherte sich mit einem Sweep vorzeitig den Klassenerhalt. Somit muss Weiden in die entscheidende Playdown-Serie gegen den ESV Kaufbeuren.
In den Playdowns machte der EC Bad Nauheim kurzen Prozess und sicherte sich mit einem souveränen Heimsieg den Klassenerhalt. Von Beginn an ließen die Hessen keinen Zweifel daran, dass sie die Serie beenden wollten. Bereits innerhalb von nur 60 Sekunden schlugen die Gastgeber doppelt zu: Zunächst traf Justin MacPherson nach acht Minuten zur Führung, ehe Zach Kaiser wenig später auf 2:0 erhöhte. Die Roten Teufel kontrollierten das Geschehen und legten im Mitteldrittel nach. Justin Volek baute die Führung weiter aus, kurz vor der zweiten Pause schnürte MacPherson mit seinem zweiten Treffer des Abends den Doppelpack. Die Blue Devils Weiden stemmten sich zwar gegen das Aus, fanden jedoch lange kein Mittel gegen die stabile Defensive der Gastgeber und einen starken Jerry Kuhn im Tor. Erst im Schlussdrittel gelang Alex-Olivier Voyer der Ehrentreffer, doch die Hoffnung währte nur kurz. Kaiser stellte mit seinem zweiten Tor den alten Abstand wieder her und setzte den Schlusspunkt. Mit dem 5:1-Erfolg sicherten sich die Kurstädter den vierten Sieg in Serie und feiern damit verdient den Ligaverbleib.
In Weißwasser entwickelte sich erneut ein enges Duell, in dem die Lausitzer Füchse dem Favoriten aus Kassel alles abverlangten. Nach einem torlosen ersten Drittel nutzten die Huskies im Mitteldrittel ihre Chance eiskalt: Bode Wilde brachte die Gäste in Führung. Die Füchse hielten kämpferisch dagegen und belohnten sich im Schlussabschnitt für ihren Aufwand. John Broda netzte zum umjubelten Ausgleich ein. Doch wie schon im ersten Spiel hatte Kassel die passende Antwort parat. Hunter Garlent stellte mit einem präzisen Abschluss die erneute Führung für die Hessen her. In der Schlussphase drängten die Füchse auf den Ausgleich, scheiterten jedoch immer wieder an der konsequenten Defensive der Huskies. So setzte sich am Ende einmal mehr die individuelle Klasse der Gäste durch, die ihre Serienführung auf 2:0 ausbauen.
In Landshut erlebten die Zuschauer ein Spiel, das früh eine klare Richtung einschlug. Dabei erwischten die Gastgeber zunächst den besseren Start und gingen durch ein Tor von David Elsner in Führung. Die Antwort der Krefeld Pinguine ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Innerhalb weniger Minuten drehten Daniel Bruch und Marcel Müller die Partie, ehe Landshut durch David Stieler noch einmal ausgleichen konnte. Kurz vor der ersten Pause brachte Mathew Santos die Gäste erneut in Front – der Auftakt zu einer eindrucksvollen Machtdemonstration.
Was folgte, war ein nahezu einseitiger Mittelabschnitt. Krefeld überrollte die Niederbayern förmlich und schraubte das Ergebnis mit hohem Tempo und konsequenter Chancenverwertung in die Höhe. Philip Gogulla, Tim Schütz und erneut Santos sorgten dafür, dass die Partie bereits nach 40 Minuten entschieden war. Besonders Youngster Schütz erwies sich als kaum zu stoppen und schnürte im weiteren Verlauf sogar einen Hattrick. Landshut gelang zwar noch etwas Ergebniskosmetik im Schlussabschnitt, doch an der klaren Kräfteverteilung änderte das nichts mehr. Somit gewannen die Pinguine 12:4 – so hoch hat seit Gründung der DEL2 kein Team in den Playoffs gewonnen.
Im Baden-Württemberg-Derby lieferten sich die Bietigheim Steelers und die Ravensburg Towerstars erneut ein packendes und ausgeglichenes Duell, das erst in der Overtime entschieden wurde. Die Hausherren erwischten den besseren Start und gingen bereits früh durch Bastian Eckl in Führung, doch Ravensburg antwortete prompt. Nikita Kessler drehte die Partie mit einem Doppelpack binnen weniger Minuten. Auch im weiteren Verlauf blieb das Spiel offen. Im Mitteldrittel glichen die Steelers zunächst aus, ehe Mike Fischer die Gastgeber wieder in Front brachte. Kurz vor der zweiten Pause schlugen die Towerstars jedoch erneut zurück – Erik Karlsson traf zum 3:3 und hielt die Partie offen. Geprägt war das Spiel zudem von hoher Intensität, die sich auch in einem Faustkampf zwischen Alexander Preibisch und Nick Latta entlud, die beide mit einer großen Strafe belegt wurden.
Im Schlussabschnitt legte Bietigheim erneut vor. Cole Fonstad brachte die Steelers in Führung, doch Ravensburg bewies einmal mehr Comeback-Qualitäten. In der Schlussminute war es Robbie Czarnik, der die Gäste mit seinem Treffer in die Verlängerung rettete und die Partie weiter zuspitzte. In der Overtime avancierte schließlich Jack Dugan zum umjubelten Helden. Der US-Amerikaner nutzte seine Chance und entschied das Spiel zugunsten der Steelers, die damit die Serie zum 1:1 ausgleichen.
Auch in Regensburg ging es hoch her – und die Starbulls Rosenheim fanden die passende Antwort auf die Auftaktniederlage. Die Gäste erwischten einen starken Start und legten bereits im ersten Drittel den Grundstein für den Auswärtssieg. Zwar brachte Alex Berardinelli die Eisbären früh in Führung, doch Rosenheim ließ sich davon nicht beeindrucken. Ville Järveläinen glich schnell aus, ehe Wyatt Schingoethe und Teemu Pulkkinen die Partie noch vor der ersten Pause zugunsten der Oberbayern drehten. Die Anfangsphase hatte es dabei in sich: Nach einem Check von hinten kassierte Regensburgs Aleandro Angaran eine Spieldauer-Disziplinarstrafe, gleichzeitig musste auch Rosenheims Luigi Calce nach einer Revanche-Aktion vorzeitig vom Eis.
Im weiteren Verlauf verteidigten die Starbulls konsequent und ließen Regensburg kaum zur Entfaltung kommen. Spätestens im Schlussdrittel sorgte Shane Hanna für die Entscheidung. Mit einem Doppelpack baute er die Gästeführung weiter aus und stellte die Weichen endgültig auf Auswärtssieg. Scott Feser glänzte zudem als Vorbereiter mit zwei Assists und hatte großen Anteil am Rosenheimer Erfolg. Die Eisbären fanden nach dem frühen Rückschlag und den vielen Strafzeiten nie wirklich zurück ins Spiel. Rosenheim hingegen präsentierte sich auswärts äußerst effektiv und glich die Serie mit einer abgeklärten Vorstellung zum 1:1 aus.
Sören Mundt