Zum Auftakt der Viertelfinal-Playoff-Runde setzte sich der Deggendorfer SC gegen die Füchse Duisburg mit 7:2 durch.
Foto: Roland Rappel
Vier mitreißende Duelle eröffneten die Viertelfinal-Playoffrunde der Oberliga – und lieferten gleich zum Auftakt reichlich Stoff für Emotionen. Für das lauteste Ausrufezeichen sorgten dabei die Selber Wölfe: Der Viertplatzierte der Süd-Hauptrunde rang den klar favorisierten Hannover Scorpions auswärts mit 2:0 nieder. In der „Best-of-Seven“-Serie legten außerdem die Memmingen Indians im Indianer-Duell mit einem 4:2 gegen die Hannover Indians vor. Der Deggendorfer SC fegte Duisburg mit 7:2 vom Eis, während die Tölzer Löwen bei den Tilburg Trappers mit 1:5 das Nachsehen hatten.
In der Neuauflage des Oberliga-Finales von 2021 zwischen den Hannover Scorpions und den Selber Wölfen zeigte sich früh, wie gnadenlos effizient Eishockey sein kann. Die Gastgeber rannten an, scheiterten jedoch immer wieder an Selbs Schlussmann Michel Weidekamp oder am Aluminium. Auf der anderen Seite schlugen die Porzellanstädter eiskalt zu: Zwei blitzsaubere Konter, vollendet von Chris Schutz und Lukas Valasek, stellten noch im ersten Drittel auf 0:2. Auch danach biss sich Wedemark an der stabilen Defensive der Gäste die Zähne aus. Mit zunehmender Spielzeit schlich sich Verunsicherung beim Nord-Meister ein, der im Schlussdrittel zwar drückte, aber seine Chancen kläglich liegen ließ.
Ein wahres Offensivfeuerwerk brannte hingegen der Deggendorfer SC ab. Der Süd-Meister überrollte die Duisburger Füchse zu Beginn regelrecht und lag bereits nach zehn Minuten komfortabel mit drei Treffern vorne. Doch ein Moment der Nachlässigkeit ließ die Gäste zurück ins Spiel finden. Duisburg wurde mutiger, erspielte sich Chancen – doch im Kasten der Niederbayern stand mit Timo Pielmeier ein sicherer Rückhalt. Nach der zweiten Pause sorgten Jaro Hafenrichter und Dante Hahn mit einem Doppelschlag endgültig für klare Verhältnisse und ebneten den Weg zum deutlichen Sieg.
Geduld war zunächst im Duell der Indians gefragt. Nach einem ausgeglichenen, chancenarmen ersten Drittel drehten die Memminger im zweiten Abschnitt auf und schlugen innerhalb kurzer Zeit dreimal zu. Zwei eiskalt verwertete Überzahlspiele durch Brett Ouderkirk und Felix Brassard ebneten den Weg, ehe Denis Fominych mit einem cleveren Täuschungsmanöver glänzte und uneigennützig Markus Lillich bediente – 3:0. Die folglich genommene Auszeit der Hannover Indians zeigte Wirkung: Durch sehenswertes Zusammenspiel verkürzte Calder Anderson in der 31. Minute. Doch mehr ließ Memmingen nicht zu. Brassard stellte in der 50. Minute auf 4:1, und auch wenn Hannover kurz vor Schluss noch einmal traf, blieb es nur Ergebniskosmetik.
Auch in Tilburg dauerte es, bis die Zuschauer erstmals jubeln durften. Trotz klarer Chancenüberlegenheit blieb es zunächst torlos, ehe die Trappers nach der ersten Pause ihr Abschlussglück fanden. Kobe Roth brachte sein Team mit einem Doppelschlag in der 22. und 30. Minute auf Kurs. Die Tölzer Löwen hingegen gingen zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Erst nach dem 3:0 durch de Hondt in der 54. Minute gelang Topi Piipponen der Ehrentreffer. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Ties van Soest stellte in der 58. Minute den alten Abstand wieder her, bevor Matt McLeod mit einem Empty-Net-Treffer den 5:1-Endstand besiegelte.
Michael Sporer