Radim Rulik (links) und Tomas Plekanec beim Olympiaturnier in Mailand. Plekanec geht zusammen mit Rulik zu Rytiri Kladno.
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Nationaltrainer Radim Rulik, der Tschechiens Auswahl 2024 zum Weltmeister-Titel führte, tritt nach der Weltmeisterschaft in der Schweiz von seinem Posten zurück. Ab der Saison 2026/27 wird er neuer Head Coach des Extraligaclubs Rytiri Kladno. „Ich habe gespürt, dass es Zeit für eine Veränderung ist, dass ich zurückkehren möchte zur tagtäglichen Arbeit und Entwicklung einer Mannschaft“, sagte Rulik am Dienstag vor Journalisten in Prag.
Er habe diese Entscheidung nach reiflicher Überlegung und mehreren Debatten mit seinen Kollegen nach den Olympischen Spielen getroffen, ergänzte Rulik. Seine Mitstreiter beim Nationalteam hätten ihm gegenüber geäußert, dass sie das Gleiche fühlen. Daher werden auch seine Co-Trainer Marek Zidlicky und Tomas Plekanec mit ihm zusammen in Kladno arbeiten, so der 60-Jährige. Ex-NHL-Stürmer Plekanec war neben seinem Job im Nationalteam bereits seit Beginn der auslaufenden Saison als Sportdirektor in Kladno angestellt. Kurz vor dem Jahreswechsel 2025/26 übernahm er zusätzlich den Cheftrainerposten bei den Rittern nach der Entlassung seines Vorgängers David Cermak.
„Wir trennen uns im Guten. Ich bin nicht erbost, es tut mir nur leid. Radim hat das Vertrauen des Verbandsvorstands, die Arbeit mit ihm sollte fortgeführt werden. Aber ich respektiere die Entscheidung von ihm“, erklärte der Präsident des tschechischen Eishockeyverbandes (CSLH), Alois Hadamczik, bei demselben Briefing im Foyer des Verbandssitzes. Weil Rulik das Angebot einer zweijährigen Verlängerung seines Vertrages nicht angenommen habe, müsse man nun einen Nachfolger für Rulik finden. „Bis zum Beginn der Weltmeisterschaft wollen wir den Namen des neuen Nationaltrainers bekanntgeben“, versicherte der Verbandschef.
Er habe einige Kandidaten im Kopf, könne aber noch nichts sagen, weil er mit niemandem bisher gesprochen habe, so Hadamczik. Derweil kursieren in den tschechischen Medien bereits die Namen mehrerer Anwärter. Einer von ihnen ist Pavel Gross, der im vergangenen Oktober als Chefcoach von Sparta Prag beurlaubt wurde. „Ich habe es auch nur gehört und gelesen, dass Rulik & Co. nach Kladno gehen. Mehr nicht. Ich habe mit keinem geredet oder telefoniert…, d.h. ich beschäftige mich auch nicht damit“, antwortete Gross auf Nachfrage von Eishockey NEWS.
Lothar Martin