Die höhere Effizienz und ein starker Janne Juvonen im Tor machen für die Kölner Haie in der Viertelfinalserie gegen Schwenningen bislang den Unterschied aus.
Foto: City-Press
Die Kölner Haie und Adler Mannheim steuern in ihren Viertelfinalserien in der PENNY DEL auf einen Sweep zu, kommen aber bislang auf ganz unterschiedliche Weise zum Erfolg. Während die Haie mit Effizienz glänzen, entwickeln die Adler bisweilen eine enorme Wucht. Im Schatten der beiden Top-Teams hat sich der Meister der vergangenen beiden Jahre eindrucksvoll zurückgemeldet. Die Eisbären Berlin verpassten den Straubing Tigers einen Wirkungstreffer und gehen nun mit einer 2:1-Führung ins Heimspiel am Dienstag. Mit dem zweiten klaren Sieg nacheinander hat sich auch der EHC Red Bull München in seiner Serie gegen den ERC Ingolstadt in den Fahrersitz gehievt. Fallen in den vier Spielen am Dienstagabend (alle Matches live bei MagentaSport einzeln und in der Konferenz) die ersten Entscheidungen? Oder schaffen es die am Sonntag Geschlagenen, das Momentum zu kippen?
Die Kölner Haie beweisen in diesen Playoffs bislang eindrucksvoll, dass sie nicht nur mit Hurra-Eishockey gewinnen können. Schwenningen war in allen drei Partien ein ebenbürtiger Gegner, doch die Kölner ließen sich nie aus der Ruhe bringen. Am Sonntag stellten sie mit einem Doppelschlag im Schlussdrittel die Weichen zum 4:2-Sieg. Auch in den Interviews spiegelte sich das Geschehen auf dem Eis wider – hier die Wild Wings mit heißem Herzen, dort der Hauptrundenmeister mit kühlem Kopf. „Wir haben im dritten Drittel ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Zuvor waren wir zu verspielt“, analysierte Kölns Nationalstürmer Parker Tuomie bei MagentaSport ganz nüchtern, fand aber lobende Worte für seinen zum DEL-Spieler des Jahres gekürten Goalie: „Janne Juvonen hatte wieder ein unglaubliches Spiel.“ Tatsächlich knüpft der Finne bislang nahtlos an seine herausragenden Leistungen aus der Hauptrunde an. Dagegen war Schwenningens Stürmer Danny O’Regan zerknirscht: „Wir waren in allen drei Spielen nah dran und hatten immer die Chance auf den Sieg. Das waren drei herzzerreißende Resultate.“
Nach einer von vielen Verletzungen und Formschwankungen geprägten Hauptrunde gewannen die Eisbären Berlin zuletzt wieder das Selbstverständnis eines Serienmeisters zurück. Mit dem 4:2-Erfolg in Straubing am Sonntag gingen sie in der Best-of-seven-Serie mit 2:1 in Führung und eroberten den Heimvorteil. Wie schon beim 2:1-Heimerfolg zwei Tage zuvor entpuppte sich dabei just der gebürtige Straubinger Jonas Stettmer im Tor als Matchwinner für die Eisbären. Zudem schlüpft Top-Stürmer Ty Ronning nach einem für seine Verhältnisse durchwachsenen Grunddurchgang in den Playoffs wieder einmal in die Rolle des Unterschiedsspielers. In nur knapp 13 Minuten Eiszeit gelangen ihm in Straubing ein Tor und ein Assist. Während Ronning nun bei 22 Playoff-Toren in 32 Einsätzen für Berlin steht, erzielte Verteidiger Les Lancaster seine ersten beiden Playoff-Tore im Trikot der Eisbären. „Nach dem tollen Heimsieg wollten wir die ersten fünf Minuten gewinnen. Das ist uns gelungen und damit haben wir den Takt der Partie vorgegeben“, sagte der Amerikaner. Die Niederbayern haderten dagegen mit ihrer Chancenverwertung und ihrer Überzahlquote. Zwar gelang Marcel Brandt zu Beginn des Mitteldrittels das erste Straubinger Powerplay-Tor in dieser Serie, doch im letzten Abschnitt blieben drei Überzahlspiele ungenutzt. „Ich weiß nicht, wie viele Powerplays wir hatten. Wenn du daraus kein Tor schießt, hast du es am Ende auch nicht verdient. Die Eisbären leben von unseren Fehlern“, sagte Brandt. Insgesamt steht Straubing vor Spiel 4 (auch live im Free-TV bei DF1) in dieser Serie bei einer indiskutablen Überzahl-Erfolgsquote von 9,1 Prozent.
Mit dem zweiten klaren Sieg in Folge – einem 5:2 vor heimischer Kulisse – eroberte der EHC Red Bull München gegen den ERC Ingolstadt erstmals die Serienführung. Während die Münchner offensiv ins Rollen gekommen sind, tobt in Ingolstadt eine Torhüterdebatte. Statt Brett Brochu, der am Freitag bei der 1:6-Heimniederlage im Tor gestanden hatte, lief am Sonntag Devin Williams auf. Mit 21 Paraden und einer Fangquote von nur 80,8 Prozent konnte sich aber auch der 30-Jährige nicht für weitere Einsätze empfehlen. Die Münchener haben sich nach der 5:6-Auftaktniederlage hingegen defensiv deutlich stabilisiert. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat auch der erst 18-jährige Lette Alberts Smits, der als möglicher Top-Ten-Pick im kommenden NHL-Draft gilt. Im Sturm verteilt sich die Last des Toreschießens bei den Münchnern derzeit gleichmäßig auf viele Schultern. Markus Eisenschmid erzielte zwei Tore und gab das Lob an Nikolaus Heigl und Philipp Krening weiter, mit denen er die vierte Sturmreihe gebildet hatte: „Beide Jungs in der Linie radeln, die bewegen die Beine. Das ergänzt sich super.“ Ingolstadts Trainer Mark French ärgerte sich indes darüber, dass sein Team das Momentum nach dem Doppelschlag zum 2:2-Ausgleich nicht nutzen konnte: „Wir haben in der Defensive dann zu fehlerhaft agiert.“
Nach den zwei hart geführten ersten beiden Duellen blieb es in Spiel 3 zwischen den Adlern Mannheim und den Fischtown Pinguins Bremerhaven vergleichsweise ruhig – was auch an der Dominanz der Adler lag, die nach knapp zehn Minuten bereits mit 4:0 führten und so den Arbeitstag von Pinguins-Torhüter Kristers Gudlevskis früh beendeten. „Wenn die erste Chance gleich sitzt, gibt das der ganzen Mannschaft einen Ruck“, erklärte Nationalstürmer Justin Schütz den Blitzstart seines Teams. Gudlevskis-Ersatz Leon Hungerecker machte seine Sache unter dem Strich gut und könnte eine Option für Spiel 4 am Dienstag sein. Bremerhavens Stürmer-Routinier Jan Urbas blieb bei seinem Comeback nach über zweimonatiger Verletzungspause zwar ohne Scorer-Punkt, war mit fünf Torschüssen aber ein Aktivposten. „Wir haben zu viele kleine Fehler gemacht. Wir müssen gieriger sein und mehr Blocks schaffen“, gibt der Slowene die Marschroute für das Heimspiel vor.
Siegmund Dunker
| 19.30 | Ingolstadt | – | München | 2.40 | | | 4.30 | | | 2.40 | ||||
| 19.30 | Berlin | – | Straubing | 1.85 | | | 4.50 | | | 3.30 | ||||
| 19.30 | Köln | – | Schwenningen | 1.43 | | | 5.25 | | | 6.00 | ||||
| 19.30 | Bremerhaven | – | Mannheim | 3.15 | | | 4.30 | | | 1.95 |
(Stand: 30.03.2026, 17.15 Uhr)